Überraschungen nach dem Immobilienkauf

Der Erwerb meine Immobilie liegt ein paar Wochen zurück. Im Laufe der Zeit lernt man mehr und mehr über sein neues Eigentum. Die ersten Begehungen können zwar noch so gut geplant sein, doch mit dem Beginn der Umbaumaßnahmen kommt so einiges zum Vorschein, was vorher nicht deutlich war. Überrascht hat mich:

  • Drei Zimmer waren mit tollem Stabparkett ausgekleidet. Da allerdings bei der Entwässerung der Heizungsanlage das Wasser ohne Schutz auf das Parkett floss, löste sich der Kleber und der Parkett war auf mehreren Quadratmetern hinüber. Da auch sonst der Boden eine teure Generalüberholung nötig gehabt hätte, entfernten wir das Parkett. Überraschung 1: Eine komplett gemauerte Wand steht auf dem Parkett, weil die Wand erst später hinzukam. Wirkliche Überraschung 2: Das Parkett wurde mit einem Teerklebstoff auf den Boden geklebt –  jetzt dünsten die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) aus und ich muss den Boden wieder versiegeln.
  • Das Gebäude stand lange Zeit leer. Die Außenanlagen wurden zwar gepflegt, nicht aber die drei Flachdächer (zwei von den Gebäuden, eines von der Garage). Als wir später auf die Dächer stiegen, stellten wir fest, dass alle Abflüsse verstopft waren, sogar schon Bäume wuchsen. Mit den Verstopfungen konnte das Wasser nicht abfließen und sammelte sich, bis es später verdunstete. Auf einem der Dächer stieg das Regenwasser so hoch an, das sich eine Tasche aus Wasser bildete, die Dachpappe wegdrückte, und das Wasser zwischen die Wände lief und auf zwei Etagen zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmel führte. Hätte man einfach nur die Dächer ein wenig häufiger von Blättern gereinigt, wäre uns dies erspart geblieben.
  • Als im OG die abgehängte Decke abgenommen wurde traten Oberlichter zum Vorschein. Die sind aus Glasbausteinen zusammengesetzt und wurden undicht, sodass der frühere Eigentümer das ganze Dach komplett mit mehreren Schichten Dachpappe abgedichtet hat. Nun schaut man von unten auf die Teerpappe.
  • Der frühere Eigentümer, die RAG AG (ehemals Ruhrkohle AG), konnte keinerlei Unterlagen zum Gebäude, etwa Lagepläne, vorweisen. Dass ich einen eigenen Stromanschluss legen musste wusste ich, da das alte Stromkabel abgetrennt war. Ein gültiges Telefonkabel dagegen liegt im Schutzrohr, sodass ich davon ausging, dass ich es weiterverwenden kann, da auch vorher ein Telefonanschluss existierte. Ein Anruf bei der Telekom führte zur Überraschung, dass das Kabel von der RAG eigenständig verlegt wurde und keine offiziellen Pläne existieren. Ohne die Lagepläne kenne ich auch den Schachtverlauf nicht, daher muss ein komplett neues Telefonkabel verlegt werden.
  • Das Fundament wurde auf einem anderen Gebäude errichtet, sodass man bei einem Spatenstich sofort Unmengen von Ziegeln vor sich hat.
  • Anzeichen von Feuchtigkeit ist in den Kellern zu spüren, naheliegend war für mich eine Trockenlegung. Ich bestellte einen Bagger, doch der Architekt informierte mich über die neusten Ergebnisse vom Vermesser: laut Ruhrgas AG läuft die die Gas-Leitung direkt am Haus vorbei, statt wie über die Schilder am Haus angeschlagen, 4 Meter Abstand herrscht. Hier habe ich es mit widersprüchlichen Angaben zu tun; wo die Gasleitung nun wirklich verläuft? Keine Ahnung … Den Keller von außen abdichten geht erst einmal nicht,, denn der Bagger kann unmöglich so einfach ausschachten wo die Gasleitung liegt.
  • Alles von bedeutendem Wert hat die RAG aus dem Gebäude entfernt, aber der fast neue Gas-Brennwertkessel blieb drin. Gut für mich, denn die Heizungsanlage ist eine hochwertige Vaillant VKB 300.
  • Nebenan liegt die Alte Schmiede, heute Kulturzentrum. Ich freue mich, so nett aufgenommen worden zu sein, und so tolle Nachbarn zu haben – und auch ein LIDL ist ganz praktisch. Ein Hoch auf Dortmund Huckarde 🙂

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