Amsterdam besuchen wir immer wieder, wenn wir an der niederländischen Küste sind. Von Zandvoort aus kommen wir mit dem Zug schnell und unkompliziert in die Stadt. So lässt sich ein Aufenthalt am Meer gut mit einem Tag in Amsterdam verbinden.
Amsterdam 2011: Mit dem Wohnmobil – zwei Anläufe
Teil der Reise Mit dem Wohnmobil durch die Niederlande (2011).
AmsterdamAmsterdamStadt / OrtNordholland · Niederlande52,366667° N · 4,883333° O-2 m ü. NNHauptstadt der Niederlande mit historischem Grachtengürtel und bedeutenden Kunstmuseen.Google Maps ist auf dieser Reise die Stadt, bei der das Wohnmobil am meisten Arbeit macht. Einen geeigneten Platz zu finden ist schwieriger als erwartet. Unser Stellplatzführer hilft wenig, TomTom schickt uns zum Camping ZeeburgCamping ZeeburgUnterkunftAmsterdam · Niederlande52,365334° N · 4,959508° OCampingplatz am IJmeer im Osten Amsterdams.Offizielle Website Google Maps , doch dort ist alles voll beziehungsweise reserviert. Wir bekommen eine Liste mit Alternativen und fahren zum Camping VliegenbosCamping VliegenbosUnterkunftAmsterdam · Niederlande52,390571° N · 4,928194° OCampingplatz im Vliegenbos in Amsterdam-Noord.Offizielle Website Google Maps an der Meeuwenlaan. Auch das überzeugt uns zunächst nicht, weil wir lieber näher an der Innenstadt stehen wollen.
Zwischendurch entdecke ich einen hervorragend gelegenen Parkplatz, nur um festzustellen, dass Wohnmobile dort nicht erlaubt sind. Schließlich landen wir an der Javakade bei einem Anlegeplatz und einem Restaurantboot. Dort steht bereits ein anderes Wohnmobil, später kommen und gehen weitere deutsche und niederländische Mobile. 2011 scheint der Platz eine Art inoffizieller Geheimtipp zu sein. Mit dem Fahrrad brauchen wir von dort nur ungefähr zehn Minuten in die Innenstadt.
Billig ist der Platz außerhalb des Sonntags nicht: Tagsüber fallen etwa 3 € pro Stunde an, eine Tageskarte kostet 18 €. Dafür ist die Lage im Vergleich zu einem weit draußen liegenden Stellplatz interessant. Am Samstag hilft uns das allerdings wenig, denn es regnet ungefähr sechs Stunden stark durch. Wir bleiben im Wohnmobil.
Kurz vor Mitternacht kontrolliert tatsächlich noch jemand die Parktickets. Freies Parken beginnt erst um 24 Uhr. Wegen der verbleibenden halben Stunde fährt also im Sturzregen noch ein Kontrolleur über den Parkplatz. Ich erkläre, gerade angekommen zu sein, was ohne Hose im Wohnmobil nicht besonders überzeugend wirkt. Für 0,50 € ziehe ich schließlich ein Ticket bis kurz vor Mitternacht, und damit ist das Problem erledigt.
Am nächsten Morgen regnet es weiter. Wir beschließen, die Sache abzubrechen und Richtung Heimat zu fahren. UtrechtUtrechtStadt / OrtUtrecht · Niederlande52,090833° N · 5,121667° O5 m ü. NNStadt im Zentrum der Niederlande mit Domturm und Grachten mit tieferliegenden Uferwegen.Google Maps liegt zwar noch auf dem Weg, doch auch dort ist das Wetter schlecht. Zusätzlich wird die Straßenführung gerade großflächig umgebaut, und die Navigation führt uns mehrfach falsch. Damit endet der erste Amsterdam-Versuch.
Eine Woche später fahren wir erneut hin. Diesmal ist Sonntag, warm und trocken. Wir nehmen die Fahrräder, fahren in die Stadt und schließen sie am Amsterdam CentraalAmsterdam CentraalBahnhofAmsterdam · Niederlande52,37895° N · 4,90016° OHauptbahnhof Amsterdams am IJ; das historische Empfangsgebäude wurde von Pierre Cuypers entworfen.Offizielle Website Google Maps an. Genau so funktioniert Amsterdam für uns: Das Wohnmobil bleibt stehen, die letzten Kilometer erledigen die Fahrräder.
Am folgenden Tag besuchen wir das RijksmuseumRijksmuseumMuseumAmsterdam · Niederlande52,3600° N · 4,885278° ONationales Kunst- und Geschichtsmuseum am Museumplein mit einer umfangreichen Sammlung niederländischer Malerei.Offizielle Website Google Maps . Der Eintritt kostet 12,50 €. Wir wundern uns, dass von dem riesigen Gebäude nur ein relativ kleiner Teil als Ausstellung genutzt wird. Das hat einen einfachen Grund: Das Rijksmuseum wird von 2003 bis 2013 grundlegend renoviert. In dieser Zeit ist nur ein begrenzter Teil der Sammlung zugänglich. Erst im April 2013 wird das gesamte Museum wiedereröffnet. Unser Besuch 2011 fällt also mitten in die Bauphase.
Von Amsterdam geht die Reise weiter über Lisse und Leiden nach Den Haag, Rotterdam und Zeeland – siehe zweite Etappe.
Später: Drei Museen im Vergleich
Die folgenden Eindrücke stammen nicht aus der Wohnmobilreise 2011, sondern aus einem späteren, eigenständigen Amsterdam-Besuch. Preise und Bewertungen beziehen sich deshalb auf diesen späteren Besuch und nicht auf 2011.
Rijksmuseum
Das RijksmuseumRijksmuseumMuseumAmsterdam · Niederlande52,3600° N · 4,885278° ONationales Kunst- und Geschichtsmuseum am Museumplein mit einer umfangreichen Sammlung niederländischer Malerei.Offizielle Website Google Maps gehört schon allein wegen des Gebäudes zu den sehenswerten Museen in Amsterdam. Die Architektur und die großen, aufwendig gestalteten Innenräume machen einen erheblichen Teil des Eindrucks aus. Bei diesem späteren Besuch lag der Eintritt bei etwa 25 €. Das ist eher auf der teuren Seite, dafür bekommt man aber auch entsprechend viel geboten.
Die Sammlung ist sehr umfangreich und verteilt sich über zahlreiche Räume und verschiedene Epochen. Man kann hier problemlos mehrere Stunden verbringen, ohne alles gesehen zu haben. Im Vergleich zu kleineren Museen stimmt für mich deshalb trotz des hohen Eintrittspreises das Verhältnis zwischen Preis und Umfang noch. Interessant ist gerade im Vergleich mit dem Besuch von 2011, wie anders das Museum nach Abschluss der damaligen Renovierung wirkt: Damals war nur ein kleiner Teil zugänglich, bei diesem späteren Besuch dagegen das große Museum in seiner heutigen Ausdehnung.
Moco Museum
Das Moco Museum AmsterdamMoco Museum AmsterdamMuseumAmsterdam · Niederlande52,358714° N · 4,881892° OMuseum für moderne und zeitgenössische Kunst in der Villa Alsberg am Museumplein.Offizielle Website Google Maps für moderne und zeitgenössische Kunst ist deutlich kleiner. Auch hier lag der Eintritt bei ungefähr 25 €, was ich im Verhältnis zum Umfang der Ausstellung ziemlich teuer fand. Gerade wenn man es direkt mit dem Rijksmuseum vergleicht, fällt der Unterschied deutlich auf.
Die Ausstellung besteht überwiegend aus einzelnen Bildern und Kunstwerken, die nacheinander präsentiert werden. Eine stärkere multimediale Aufbereitung oder ausführlichere Hintergrundinformationen zu den Künstlern und ihren Arbeiten hätte ich bei diesem Preis erwartet. Dadurch wirkt das Museum eher wie eine kompakte Bildersammlung als wie eine Ausstellung, in der man sich längere Zeit mit den einzelnen Werken beschäftigen kann. Wer sich speziell für moderne Kunst interessiert, wird hier trotzdem einige bekannte Namen und Arbeiten finden. Für mich war das Preis-Leistungs-Verhältnis aber eher schwach.
Banksy Museum
Das Banksy Museum AmsterdamBanksy Museum AmsterdamMuseumAmsterdam · Niederlande52,384671° N · 4,864302° OMuseum mit nachgebildeten Street-Art-Motiven von Banksy; die Ausstellung ist nicht vom Künstler autorisiert.Offizielle Website Google Maps fand ich mit 17,50 € Eintritt im Vergleich dazu ganz ordentlich, vor allem wenn man sich für Banksys Street Art interessiert. Die Ausstellung verteilt sich über zwei Etagen und zeigt zahlreiche seiner bekannten Motive. Wichtig ist allerdings, dass es sich nicht um eine von Banksy selbst autorisierte Ausstellung handelt. Auch wurden die ursprünglichen Straßenkunstwerke natürlich nicht aus Mauern herausgeschnitten und nach Amsterdam gebracht. Stattdessen wurden die Motive für die Ausstellung auf Wänden und anderen Flächen neu umgesetzt beziehungsweise reproduziert.
Der Schwerpunkt liegt klar auf den Werken selbst. Zu vielen Motiven wird erklärt, in welchem Zusammenhang sie entstanden sind und welche politische oder gesellschaftliche Aussage dahinter vermutet wird. Dadurch bekommt man einen recht guten Überblick über die verschiedenen Themen, mit denen Banksy sich beschäftigt. Über Banksy als Privatperson erfährt man dagegen praktisch nichts. Das ist kaum überraschend, da Banksy seine Identität nie offiziell bestätigt hat.11Im März 2026 veröffentlichte Reuters eine Recherche, nach der Banksy der aus Bristol stammende Robin Gunningham ist, der sich später David Jones nennt. Sein Anwalt erklärte, viele Details seien nicht korrekt, bestätigte oder dementierte die Identität aber nicht.
Die Ausstellung ist deshalb vor allem eine Betrachtung seiner Kunst von außen und kein persönliches Porträt des Künstlers. Wer bereits viel über Banksy weiß, wird vermutlich wenig grundsätzlich Neues erfahren. Als kompakter Überblick über seine bekanntesten Arbeiten ist das Museum aber gut gemacht.
Mein Vergleich der drei Museen
Wenn ich die drei Besuche nebeneinanderstelle, ist das Rijksmuseum trotz des hohen Eintrittspreises das überzeugendste Gesamtpaket: großes Gebäude, sehr umfangreiche Sammlung und genug Inhalt für mehrere Stunden. Das Moco Museum liegt preislich fast auf demselben Niveau, bietet dafür aber deutlich weniger Umfang und Tiefe. Das Banksy Museum ist spezieller und nicht mit einem klassischen Kunstmuseum vergleichbar, wirkt für seinen niedrigeren Eintritt aber nachvollziehbarer kalkuliert. Wer Banksy mag, bekommt einen kompakten Überblick; wer eine autorisierte Originalausstellung erwartet, ist dort dagegen falsch.