Dieser Bericht bündelt Eindrücke aus drei Aufenthalten an der belgischen Nordsee: zuerst unterwegs mit dem Wohnmobil und der Kusttram, später noch einmal in De PanneDe PanneStadt / OrtBelgien51,0979° N · 2,5931° O10 m ü. NNGoogle Maps und schließlich in NieuwpoortNieuwpoortStadt / OrtBelgien51,1303° N · 2,7514° O3 m ü. NNNieuwpoort ist ein Küstenort an der belgischen Nordsee.Google Maps im Hotel.
Mit der Kusttram von Ort zu Ort
Nach BrüggeBrüggeStadt / OrtBelgien51,2093° N · 3,2247° O9 m ü. NNBrügge ist eine zentrale Station der Flandernreise.Google Maps fahren wir weiter zur Küste, um die Kusttram auszuprobieren.
Zunächst fahren wir nach KnokkeKnokkeStadt / OrtBelgien51,3499° N · 3,2876° OBadeort an der belgischen Nordseeküste, bekannt für Strand und Deiche.Google Maps und parken an einer Straße. Dabei ist mir nicht ganz klar, ob eine Parkscheibe notwendig ist. Manche Autos haben eine ausgelegt, andere nicht. Bei einigen ohne Scheibe hängt allerdings bereits ein Strafzettel über 20 € an der Windschutzscheibe – ein durchaus brauchbarer Hinweis.
Die Kusttram ist eine Straßenbahnlinie entlang der belgischen Nordseeküste. Sie verbindet Knokke-Heist im Nordosten mit De Panne nahe der französischen Grenze. Heute hat die Strecke 67 Haltestellen.
Eine Fahrt über die gesamte Strecke dauert entsprechend lange. Der große Vorteil besteht darin, dass man ohne Parkplatzsuche von Küstenort zu Küstenort springen kann.
Kleine Punkte: Haltestellen · Große Punkte: besuchte Orte. Abstände nach Haltestellenfolge, nicht nach Kilometern.
Heutiger Streckenverlauf: Kusttram.
2011 kaufen wir Tickets noch beim Fahrer oder an größeren Haltestellen. Für unsere Reise lohnt sich ein damaliges Wochenangebot von De Lijn; es gilt nicht automatisch in Bahn und sämtlichen Verkehrsbetrieben des ganzen Landes.
Für zwei Personen zahlen wir damals für die Woche 35 €. Am ersten Tag wissen wir das noch nicht und zahlen für ein Tramticket 5 € pro Person.
Schon 2011 gibt es die Möglichkeit, Tickets per Handy zu bestellen – allerdings nur mit belgischer SIM-Karte.
Eindrücke entlang der Küste
Natürlich kann man die Küstenstraße auch mit dem Auto fahren, und Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Weg genügend. Mit der Tram ist es aber entspannter und flexibler.
Die Badeorte wirken teilweise recht mondän. Cappuccino für etwa 2,50 € und eine Waffel für 3 € finde ich trotzdem nicht übermäßig teuer.
Auffällig sind die vielen zum Verkauf stehenden Ferienwohnungen. Sprachlich befinden wir uns eindeutig in Flandern, die offizielle Sprache ist also Niederländisch. An der touristischen Küste hört man allerdings häufig auch Französisch – gerade in den Ferienorten ist das Publikum sprachlich gemischt.
De Panne
Der Strand von De Panne ist breit und im Juli, mitten in der Hauptsaison, entsprechend gut besucht.
Restaurants bieten überall die klassischen belgischen Moules-frites, Muscheln mit Pommes, an. Die Preise liegen damals ungefähr zwischen 15 € und 30 €.
Essen an der Zeedijk
Direkt an der Zeedijk, der Strandpromenade, probieren wir das Restaurant Albert 1. Das Fischgericht kostet rund 30 €, hinterlässt bei mir aber keinen bleibenden Eindruck – außer dem Loch im Portemonnaie.
Parallel zur Promenade verläuft die Duinkerkelaan (N34). Dort ist die Auswahl ebenfalls groß und gefühlt rund 10 € günstiger.
Bei Pammier bestellen wir einen Eimer Muscheln für 16 € – auf der Karte steht charmant „1 kg ± 200 g“ – und eine gemischte Platte für 21 €. Das ist absolut empfehlenswert.
Weniger freundlich bleibt Casa Nostra in Erinnerung. Ich bestelle Kaffee beziehungsweise Cappuccino, während meine Partnerin zur Toilette geht. Daraufhin werden wir in ziemlich aggressivem Ton darauf hingewiesen, dass dies ein Restaurant sei und man etwas essen müsse. Für den Toilettengang verlangt man 2 €. Einen besonders sympathischen Eindruck hinterlässt das nicht.
Nieuwpoort
In Nieuwpoort gibt es etwas außerhalb den Wohnmobilplatz Mijn Plezier.
Später wird Nieuwpoort für uns noch wichtiger, weil uns das Frischwasser ausgeht. Zwei andere Plätze fahren wir vergeblich an; Wasser gibt es jeweils nur für Übernachtungsgäste.
Schließlich übernachten wir in Nieuwpoort. Die erste Stunde kostet 1 €, jede weitere 0,5 €, Wasser kostet 0,5 €. Der Platz ist gut. Nur habe ich den falschen Stromstecker dabei – ausgerechnet der Strom wäre kostenlos.
Nieuwpoort – diesmal im Hotel
Insgesamt machen wir dreimal Urlaub an der belgischen Küste.
Beim letzten Besuch steht kein Wohnmobil im Mittelpunkt. Wir buchen ein Zimmer im Hotel SandeshovedHotel SandeshovedHotelDe Panne · Belgien51,0979° N · 2,5931° OGoogle Maps in Nieuwpoort, zwischen De Panne und OostendeOostendeStadt / OrtBelgien51,2302° N · 2,9208° O3 m ü. NNOostende ist eine Station an der belgischen Nordseeküste.Google Maps .
Für 100 € pro Nacht sind wir allerdings nicht begeistert. Nach den Erfahrungen mit Wohnmobil, Stellplätzen und der Kusttram zeigt sich damit auch eine andere Seite der belgischen Küste: Direkt am Meer ist die Lage gut, aber günstig ist sie nicht unbedingt.
Oostende
Oostende ist deutlich städtischer als viele der kleineren Badeorte.
Casino und Kursaal
Direkt an der Promenade befindet sich das Casino OostendeCasino OostendeCasinoOostende · Belgien51,2337° N · 2,9175° OCasino im Kursaal an der Strandpromenade von Oostende.Google Maps im großen Kursaal. Der Eintritt ins Casino ist frei, man muss sich lediglich registrieren.
Drinnen gibt es kostenlosen Kaffee – vermutlich nicht ganz uneigennützig, schließlich sollen die Spieler möglichst lange bleiben.
Mu.ZEE
Wer sich für belgische Kunst interessiert, kann das Mu.ZEEMu.ZEEKunstmuseumOostende · Belgien51,2314° N · 2,9151° OMuseum für belgische Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts.Google Maps besuchen. Dort wird belgische Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt.
Mir gefällt, dass alte und neue Kunst relativ unkompliziert nebeneinander in schlichten Räumen präsentiert werden.
Sint-Petrus-en-Pauluskerk
Nahe dem Bahnhof steht die auffällige Sint-Petrus-en-PauluskerkSint-Petrus-en-PauluskerkKircheOostende · Belgien51,2318° N · 2,9180° ONeugotische Hauptkirche von Oostende nahe dem Bahnhof.Google Maps , die neugotische Hauptkirche Oostendes.
Schon von außen lohnt sie einen Blick und bildet einen deutlichen Kontrast zu den moderneren Gebäuden des Badeortes.
Weitere Aufenthalte an der Küste
Am nächsten Tag fahren wir kurz nach Frankreich und geraten vor Calais wegen eines Unfalls in einen langen Stau. Zum Glück stehen wir die Stunde wenigstens auf einem Rastplatz.
Danach geht es wieder zurück nach Belgien. Es regnet erneut, sodass spontane Stopps wenig attraktiv sind.
Sint-Idesbald
Unser Ziel ist Sint-Idesbald. Das Navi macht daraus zunächst eine kleine Suchaufgabe: Unter „St.“ finde ich den Ort nicht. Erst nach einigen Versuchen wird mir klar, dass ich nach Sint-IdesbaldSint-IdesbaldKüstenortKoksijde · Belgien51,1084° N · 2,6261° OKüstenort zwischen De Panne und Koksijde.Google Maps suchen muss.
Wir besuchen einen großen Campingplatz, der jedoch unglaublich anonym wirkt.
Bei einer weiteren Reise beginnen wir diesmal am anderen Ende der belgischen Küste: in De Panne, nur wenige Kilometer von Frankreich entfernt.
Von der N34 kommend gibt es kurz vor dem zentralen Kreisverkehr einen großen kostenlosen Parkplatz, allerdings nicht für Wohnmobile.
Daneben liegt der Campingplatz ZeeparkZeeparkParkDe Panne · Belgien51,0979° N · 2,5931° OGoogle Maps . In der Hauptsaison kostet ein Wohnmobilplatz 25 €.
Schnell komme ich mit einem deutschen Nachbarn ins Gespräch. Er erklärt mir, der Zeepark sei einer der am besten gelegenen Campingplätze an der belgischen Nordsee. Gleichzeitig erzählt er, dass die Zukunft solcher Plätze unsicher sei: Ferienwohnungen direkt an der Küste bringen Grundstückseigentümern deutlich mehr Geld als Camping.
Am Abend um 22 Uhr wird die belgische Nationalhymne gespielt. Danach folgt ein Gute-Nacht-Gruß auf Niederländisch und Französisch und schließlich auf Deutsch die Bitte um Ruhe.