China 2005: Shenzhen, Shanghai, Qingdao, Tianjin und Peking

landChina

datum

lesezeit26 min

höhe1840 m

reisezeit
26.09.2005 – 12.10.2005

Im Herbst 2005 führt uns die Reise von ShenzhenShenzhenStadt / OrtGuangdong · China22,5459° N · 114,0543° OStadt in Guangdong unmittelbar nördlich von Hongkong. Die Einwohnerzahl umfasst das gesamte administrative Stadtgebiet, nicht nur den bebauten Stadtkern.Google Maps über ShanghaiShanghaiStadt / OrtChina31,2300° N · 121,4700° ORegierungsunmittelbare Stadt an der chinesischen Ostküste. Die Einwohnerzahl umfasst das gesamte administrative Stadtgebiet, nicht nur den bebauten Stadtkern.Google Maps und QingdaoQingdaoStadt / OrtShandong · China36,116667° N · 120,4000° OHafenstadt in der Provinz Shandong. Die Einwohnerzahl umfasst das gesamte administrative Stadtgebiet, nicht nur den bebauten Stadtkern.Google Maps nach TianjinTianjinStadt / OrtChina39,1250° N · 117,1950° ORegierungsunmittelbare Stadt südöstlich von Peking. Die Einwohnerzahl umfasst das gesamte administrative Stadtgebiet, nicht nur den bebauten Stadtkern.Google Maps und PekingPekingStadt / OrtChina39,9075° N · 116,39723° OHauptstadt Chinas, auch als Beijing bekannt. Die Einwohnerzahl umfasst das gesamte administrative Stadtgebiet, nicht nur den bebauten Stadtkern.Google Maps . Vom 26. September bis zum 12. Oktober sind wir auf dem chinesischen Festland. Der Auftakt in Hongkong und die anschließenden Aufenthalte in Japan und Taiwan gehören zu unserer fünfwöchigen Reise durch Ostasien.

Die Reisetage zählen ab dem Auftakt in Hongkong und setzen sich über die gesamte Ostasienreise fort.

Shenzhen (Reisetag 2)

Auch in Shenzhen regnet es. Als wir so dastehen, fragt uns ein Chinese, wohin wir wollen. Als wir das Mission Hills Resort ShenzhenMission Hills Resort ShenzhenUnterkunftShenzhen · China22,7400° N · 114,0717° OGolfresort in Guanlan im nördlichen Shenzhen.Mission Hills · Mission Hills (heutige Zuordnung)Google Maps erwähnen, beglückwünscht er uns zu diesem großartigen Hotel mit seiner riesigen Golfanlage – Mission Hills gilt als größte Golfanlage der Welt. Super. Wir spielen überhaupt kein Golf! So toll die Anlage auch ist, sie liegt 45 km vom Stadtkern entfernt. Unser Englisch sprechender Chinese stellt sich als Fremdenführer heraus und besorgt uns ein Taxi. Wir sind tatsächlich lange unterwegs und lernen, dass auch hier Maut gezahlt wird. Das Hotel kostet für ein Doppelzimmer etwa 80 Euro, für die Fahrt muss man aber noch 110 CNYWährungseinordnung110 CNYReferenzkurs 26.09.200511,26 €Stand 08.10.202614,63 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert dazurechnen. Das Hotel ist riesig, doch die erste Freude währt nicht lange, denn unsere Reservierung ist nicht angekommen. Nachdem sieben Angestellte 20 Minuten lang im Computer gesucht haben, geben sie uns das Zimmer zum gebuchten Preis – sogar mit Frühstück, das wir im Internet gar nicht mitbestellt haben. Super. Das Zimmer ist außergewöhnlich groß und hat Dinge, die ich bisher in keinem Hotel gesehen habe: eine Personenwaage, ein Telefon neben dem Klo, eine Atemmaske für den Brandfall und ein LAN-Kabel für den direkten Internetzugang (umsonst). Skype funktioniert. Die Toilette ist von „American Standard“, über die Größe muss ich wohl nichts sagen. Viele andere Toiletten sind dagegen einfache Hocktoiletten ohne Toilettenpapier. Wer mal muss, sollte also immer Papier dabeihaben.

Wir wechseln Geld und fahren in die Stadt ins Elektronikviertel Huaqiangbei. Handys und MP3-Player gibt es hier zuhauf, billiger als in Deutschland sind sie aber nicht. Mein Archos AV 700, den ich mir kurz vor der Reise gekauft habe, ist hier umgerechnet einige Hundert Euro teurer. Unser Fahrer wartet und bringt uns anschließend in eine Disko-Kneipe beim Stadion, in der Techno läuft. Seltsam finden wir, dass einige Lieder französisch sind. Wie die anderen Gäste spielen wir ein Würfelspiel, nur nicht so laut. Man will uns zu einem Bier überreden, doch mein Reisegefährte bleibt bei Cola, ich nehme einen Cocktail B52, der allerdings nach unseren Maßstäben ziemlich klein ist. (Dafür kostet er aber auch keine 7 Euro, sondern nur etwa 3.) Wieder wartet der Fahrer und bringt uns nach einer Stunde ins Hotel zurück. Erstaunlich, wie hier beim Spurwechsel geblinkt wird. Das ist aber verständlich, denn überholt wird auf allen Spuren, das Rechtsfahrgebot gilt nur auf dem Papier. Man sucht sich eine Spur aus und überholt von dort links oder rechts. Am Hotel geben wir ihm 400 CNYWährungseinordnung400 CNYReferenzkurs 26.09.200540,95 €Stand 08.10.202653,20 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Andere nicht-asiatische Gesichter sehen wir an diesem Tag übrigens nur zwei.

Tour mit Guide in Shenzhen (Reisetag 3)

Um zwanzig vor neun werde ich von selbst wach. Komisch: meine übliche Aufstehzeit, nur in einer anderen Zeitzone. Wir frühstücken. An Käse gibt es nur Feta und Blauschimmelkäse – ob es ein Roquefort ist, weiß ich nicht, der angebotene kommt mir etwas weicher vor. Wir fahren wieder mit dem Hotel-Taxi in die Stadt und treffen unseren Guide. Da ich meinen Regenschirm im Taxi vergessen habe, kaufe ich mir für etwa einen Euro einen neuen. Eine Minute später will eine Prostituierte unserem Guide eine Visitenkarte für ihre Dienste zustecken. Er wimmelt sie ab. Nach seiner Schätzung – die sicher maßlos übertrieben ist – liegt der Anteil der Frauen in Shenzhen, die für Geld mit Männern schlafen, bei 80 Prozent; für den Rest der Volksrepublik gelte das nicht. Kurz darauf löst mein Reisegefährte bei der Bank of China einen Reisescheck ein – und nein, das Geld ist nicht für die Damen. Geldautomaten, an denen die Maestro-Karte funktioniert, sehen wir übrigens auch ein paar Mal. Die Anrede „Miss“ deuteten wir damals als Hinweis auf solche Angebote; sicher erkennen lässt sich das daran allein natürlich nicht.

Unser Guide John zeigt uns bis zum Abend spannende Ecken von Shenzhen. Zuerst ein wenig die Altstadt mit dem ersten McDonald's auf dem chinesischen Festland, eröffnet 1990. Gleich daneben ein KFC. Die beiden Ketten sieht man häufig, Burger King sehen wir dagegen nicht. Es folgt ein traditioneller Markt mit offenbar typisch chinesischen Zutaten: junge Hunde, Kätzchen, Gänse, Wildschweine, Fische, Krabben, Schlangen. Eine Chinesin stochert in Hirnmasse herum, die sauber vom Rest getrennt ist. Wir fahren zum buddhistischen Hongfa-TempelHongfa-TempelTempel oder SchreinShenzhen · China22,58062° N · 114,17661° OBuddhistischer Tempel im Botanischen Garten Fairy Lake im Stadtbezirk Luohu.Google Maps , der im Botanischer Garten Fairy LakeBotanischer Garten Fairy LakeGartenShenzhen · China22,566667° N · 114,166667° OBotanischer Garten am Wutong-Berg im Osten Shenzhens, seit 1988 öffentlich zugänglich. Der Hongfa-Tempel liegt innerhalb der Anlage.Google Maps an einem Berghang liegt, und bestaunen dort abgefülltes Wasser von Danone. Nach dem Essen geht es in den Themenpark Splendid ChinaSplendid ChinaPark oder SchutzgebietShenzhen · China22,5350° N · 113,98361° OThemenpark mit Miniaturen chinesischer Sehenswürdigkeiten und dem angrenzenden China Folk Culture Village.Google Maps , in dem Chinas bekannteste Bauwerke im Miniaturformat nachgebaut sind und gleich daneben ein Volkskulturdorf die Lebensweise der verschiedenen Ethnien zeigt. Dort schauen wir uns zwei Vorstellungen an: Oriental Dress und Splendid China. Da Shenzhen auch für Chinesen ein beliebtes Reiseziel ist, sind die Vorstellungen gut besucht. Shenzhen gehört zu den wirtschaftlich starken Städten Chinas. Zum Glück hört der starke Regen schon mittags auf, und wir können bequem durch die Stadt laufen. Abends geht es in eine zweite Disko, die Eintritt kostet und einen Mindestverzehr hat. Auch hier will man uns zuerst das teurere Bier andrehen. Ich bestelle wieder einen Cocktail, einen Screwdriver, der genauso klein ist wie am Vortag. Unverhofft taucht der Hotelchef auf und gibt unserem Guide, der treu an unserer Seite ist, drei Karten. Als er weg ist, erklärt John uns, damit gäbe es heute Prostituierte zum Sondertarif. Wir halten uns lieber an das Obst, das im Mindestverzehr inbegriffen ist. Als die Musik interessanter wird, gehen wir auf die Tanzfläche. Der Spaß währt nicht lange: Von den drei DJs singt die Frau entweder auf Chinesisch dazwischen oder redet alle paar Minuten ins Mikro. Das ist mir zu viel. Nach 20 Minuten verlassen wir den Laden. Unser Guide gibt uns seine Karte, wir geben ihm 200 CNYWährungseinordnung200 CNYReferenzkurs 26.09.200520,48 €Stand 08.10.202626,60 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert und 20 Euro. Xiang Fang, der sich einfach John nannte, sprach gut Englisch und führte damals Touristen durch Hongkong und Shenzhen. Anschließend fahren wir ins Hotel zurück. Mit 100 CNYWährungseinordnung100 CNYReferenzkurs 26.09.200510,24 €Stand 08.10.202613,30 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert ist ein normales Taxi doch günstiger als das Hotel-Taxi für 130 CNYWährungseinordnung130 CNYReferenzkurs 26.09.200513,31 €Stand 08.10.202617,29 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert, nur nicht so luxuriös.

Shanghai (Reisetag 4)

Heute schlafen wir bis halb elf. Das ist lang, aber Frühstück gibt es bis 11 Uhr. Eigentlich müssten wir das Zimmer um 12 räumen, ich kann aber 13 Uhr aushandeln. Nachdem wir mit Kreditkarte bezahlt haben, warten wir auf unser Taxi zum Shenzhen Bao’an International Airport. 45 Minuten sind wir unterwegs. Am Flughafen wollen wir zwei Flaschen Wein im Handgepäck durch die Kontrolle bringen, doch man besteht darauf, dass wir den Rucksack als normales Gepäckstück aufgeben. Der Flug nach Shanghai zum Shanghai Pudong International Airport dauert etwa zwei Stunden, 20 Minuten davon müssen wir warten. Übrigens zur chinesischen Schrift: Es gibt Satzzeichen wie bei uns, auch Gedankenstriche und Anführungszeichen, selbst die französischen. Im Flugzeug unterhalten wir uns mit einem Chinesen, der uns auch auf zweimalige Nachfrage seinen Beruf nicht verraten will. Immerhin erfahren wir, wo die Partymeile und das Silicon Valley Shanghais liegen. Für ihn ist die Stadt so international, dass er sie mit Manhattan vergleicht. Er selbst ist vor zwei Jahren von Hongkong nach Shanghai gezogen, weil die Lebenshaltungskosten hier viel niedriger seien. Am Flughafen wollen wir mit dem Transrapid (ja, dem bekannten von Siemens) in die Stadt, doch uns wird gesagt, der fahre nur bis 17 Uhr (würde auch zu Siemens passen). Die nächste Möglichkeit wäre der Flughafenbus, doch der soll angeblich auch nur bis 18 Uhr fahren. Also nehmen wir ein Taxi, das 300 CNYWährungseinordnung300 CNYReferenzkurs 26.09.200530,71 €Stand 08.10.202639,90 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert plus 60 CNYWährungseinordnung60 CNYReferenzkurs 26.09.20056,14 €Stand 08.10.20267,98 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert Autobahngebühr kostet – viel zu viel, wie sich später herausstellt. Es bringt uns ins Guangdong Hotel ShanghaiGuangdong Hotel ShanghaiUnterkunftShanghai · China31,30185° N · 121,48261° OHotel an der Yixian Road im Shanghaier Stadtbezirk Hongkou.GDHM Hotels · Guangdong Hotels (heutige Zuordnung)Google Maps ; Guangdong heißt übrigens auch die südchinesische Provinz, in der Shenzhen liegt. Das Zimmer bietet wieder eine Personenwaage (digital) und erfreulicherweise ein Kabel für den Internetanschluss. Zwischen Bad und Wohnraum ist zwar eine Wand, aber mit einem großen Fenster; wer auf dem Klo ungestört sein will, muss die Jalousie herunterlassen.

Es ist kurz vor zehn, und wir wollen noch raus und einen ersten Blick auf die 10-bis-15-Millionen-Stadt werfen. Da in unserer Ecke aber nicht viel los ist, esse ich nur etwas. Man gewöhnt sich schnell daran, das Schälchen an den Mund zu halten und das Essen mit den Stäbchen hineinzuschaufeln. Wir drehen noch eine Runde um den Block, dann ist der Reisetag zu Ende.

Durch Shanghai (Reisetag 5)

Ich schlafe schlecht ein, und das Fenster schließt nicht richtig. Wir wohnen im 21. Stock, und der Straßenverkehr ist deutlich zu hören. (Im Mission Hills Resort ist es ringsum herrlich ruhig gewesen – dumm nur, dass dort gerade renoviert und von morgens bis abends die Fassade abgeschlagen worden ist.) Auch die Klimaanlage ist laut, über Nacht schalten wir sie aus. Und wo wir schon bei den Nachteilen sind: Die Stöpsel in Wanne und Waschbecken dichten nicht, sodass das Wasser schnell abläuft, was beim Waschen lästig ist. Etwas müde stehen wir um 9 Uhr auf und frühstücken, um 10 wird das Buffet abgeräumt. Käse: Fehlanzeige. Mit der U-Bahn fahren wir in die Stadt zur Nanjing Road. Bei jeder Fahrt, besonders bei leeren Wagen, spielen die Chinesen gern „Reise nach Jerusalem“: Wenn die Tür aufgeht, stürmt man in den Wagen und sucht sich einen Platz. Dann lächelt man. Auf dem Bahnsteig ist markiert, wo die Türen halten und wo man warten soll: In der Mitte sollen die Fahrgäste aussteigen, am Rand wird eingestiegen. Eigentlich ist das aber egal, denn man drängt sowieso in den Wagen, auch wenn noch Leute aussteigen wollen. Wer zu nah an der Bahnsteigkante steht, wird mit einem Pfiff schnell zur Ordnung gerufen.

Die Nanjing Road ist die zentrale Einkaufsstraße und führt direkt zum Bund, der Uferpromenade am Huangpu mit ihren alten Kolonialbauten. Die Werbung von Uniqlo finden wir besonders lustig. Eine Fähre bringt uns auf einem ziemlichen Umweg auf die andere Flussseite nach Pudong. Eines der Schilder würde in Deutschland bestimmt für Aufsehen sorgen: ein durchgestrichener Rollstuhl. Bei rund 30 Grad gehen wir etwas essen, kaufen belgische Schokolade und laufen dann zum Oriental Pearl TowerOriental Pearl TowerTurmShanghai · China31,241669° N · 121,494717° OFernsehturm in Pudong am Huangpu, eröffnet 1995.Google Maps . Der 468 Meter hohe Fernsehturm war damals der höchste Asiens und der dritthöchste der Welt. Auf dem Weg werden wir ständig angesprochen, ob wir nicht etwas kaufen wollen. Alle sprechen uns auf Englisch an – das ist in Ordnung –, halten uns aber für Amerikaner. Deutschland kennen viele nicht. Und wenn sie auf Englisch loslegen, ist es meist nur ein Satz: „Shoes, Bags, Rolex, DVDs, Women“. Mal ist die Reihenfolge vertauscht, mal fehlt etwas. Abends fahren wir zur damaligen Endhaltestelle Zhangjiang Hi-Tech ParkZhangjiang Hi-Tech Park (damalige Station)BahnhofShanghai · China31,203354° N · 121,580645° OFrühere oberirdische Endstation der Shanghaier Metrolinie 2, von 2000 bis Februar 2010 in Betrieb. Die Koordinaten beziehen sich auf den damaligen Bahnsteig; 2010 wurde die Station durch einen unterirdischen Neubau ersetzt.Google Maps , wo der Technologiepark liegen soll. Davon sehen wir nicht viel. Auf dem Rückweg spricht uns die ehemalige Kunststudentin Daisy Wong an, ob wir uns nicht asiatische Kunstwerke von Studenten anschauen wollen. Daisy arbeitet bei Sandy Wong in der Nanjing Road; ein paar Werke waren damals online unter www.sandyartgallery.com zu finden. Da Daisy ausgezeichnet Englisch spricht und für die Chinesen zwei Tage später die freie Woche rund um den Nationalfeiertag am 1. Oktober beginnt, fragen wir sie, ob sie uns die Stadt zeigen würde. Wir verabreden uns für übermorgen. Zurück fahren wir mit dem Taxi, und der Fahrer schlägt uns einen Festpreis von 40 CNYWährungseinordnung40 CNYReferenzkurs 26.09.20054,10 €Stand 08.10.20265,32 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert vor. Das ist ein Fehler, denn das Taxameter würde schätzungsweise 15 CNYWährungseinordnung15 CNYReferenzkurs 26.09.20051,54 €Stand 08.10.20262,00 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert anzeigen. Also nie mehr ohne!

Zhouzhuang (Reisetag 6)

Wir stehen früh auf, denn man hat uns die Kanäle von ZhouzhuangZhouzhuangStadt / OrtJiangsu · China31,11472° N · 120,84556° OWasserstadt mit Kanälen und historischen Brücken im Verwaltungsgebiet von Kunshan. Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die gesamte Großgemeinde.Google Maps empfohlen, einem alten Wasserdorf rund 60 km westlich von Shanghai. Statt im Hotel zu frühstücken, fahren wir gleich mit der U-Bahn zum Stadion, von wo aus die Busausflüge starten. Wir müssen uns beeilen und decken uns am Busbahnhof nur schnell mit Brötchen und Pistazien ein. Die Fahrt nach Zhouzhuang kostet 130 CNYWährungseinordnung130 CNYReferenzkurs 26.09.200513,31 €Stand 08.10.202617,29 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Person, und wir sind zwei Stunden unterwegs. Von der chinesischen Reiseleitung versteht mein Reisegefährte die ersten Wörter: „Ich heiße …“ – vom anschließenden halbstündigen Wortschwall nichts mehr. Die Kanäle sind interessant, aber völlig kommerzialisiert. Ein Grund mag sein, dass in unserem Ausflugsziel, das sich „No. 1 Water Town of China“ nennt, viele Menschen wohnen, die von irgendetwas leben müssen. So treffen sich Kultur und Kommerz. Die chinesische Reiseleitung bringt uns mit einer englischsprachigen Reiseleiterin zusammen, die eine Isländerin begleitet. In einem Restaurant essen wir eine Kleinigkeit, den Tee berechnet man uns allerdings extra, was schon sehr ungewöhnlich ist. Zurück in Shanghai kommen wir mit der U-Bahn plötzlich nicht mehr weiter und müssen ein Taxi nehmen. Das kostet bis zum Hotel aber nur 11 CNYWährungseinordnung11 CNYReferenzkurs 26.09.20051,13 €Stand 08.10.20261,46 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. In einem großen Supermarkt finden wir dann auch Käse, allerdings nur in Form von Scheibletten. Und auf der Straße finde ich endlich neue Schaumstoffpolster für meinen Kopfhörer, nachdem eins kaputtgegangen ist.

Mit Daisy durch Shanghai (Reisetag 7)

Wir sind um 12 mit Daisy verabredet, haben also genug Zeit für Frühstück und Anfahrt und müssen uns nicht beeilen. Denken wir jedenfalls. Als wir an der Umsteigestation der U-Bahn ankommen, merken wir die Auswirkungen des Nationalfeiertags: eine unvorstellbare Menschenmenge vor den Fahrkartenautomaten. Das können wir vergessen. Wir gehen wieder nach oben und suchen uns ein Taxi, was am Ende nur 3 CNYWährungseinordnung3 CNYReferenzkurs 26.09.20050,31 €Stand 08.10.20260,40 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert (40 Cent) teurer ist. Es ist schon wieder ziemlich warm, und um uns herum laufen vor allem Frauen mit Sonnenschirmen (eigentlich Regenschirmen), um ihren Teint hell zu halten. Auch Radfahrer sehen wir mit Sonnenschutzkappen.

Daisy führt uns durch Shanghai, obwohl sie selbst meint, hier gäbe es nicht so viel zu sehen. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass die Stadt etwas gesichtslos ist, auch wenn das aus deutscher Sicht vielleicht anmaßend klingt. In einem Restaurant überlasse ich unserer Begleiterin die Bestellung, und sie wählt Mango-Gelee mit Kokosmilch, das ausgezeichnet schmeckt. Auf der Straße gibt es Obst am Spieß, was mir aber etwas zu heikel ist. Nebenbei unterhalten wir uns über asiatische Schönheitsideale – wir Europäer mit Haaren auf der Brust kommen dabei nicht so gut an. Ihrer Meinung nach finden die meisten Chinesinnen schlanke Männer ohne Körperbehaarung am attraktivsten. Tatsächlich sehen wir kaum übergewichtige Chinesen. Dann klärt sie uns noch über den Ring-Code der Singles auf: Wer auf der Suche ist, trägt einen Ring am kleinen Finger oder am Zeigefinger. In der U-Bahn achten wir mal darauf, viele finden wir aber nicht.

Am Nachmittag nehmen wir ein Taxi zum ehemaligen Wohnhaus von Sun Yat-senEhemaliges Wohnhaus von Sun Yat-senMuseumShanghai · China31,21806° N · 121,46319° OFrüheres Wohnhaus von Sun Yat-sen an der Xiangshan Road, heute ein Museum.Google Maps . Sun Yat-sen gilt als Vater des modernen China: Er war 1912 der erste, provisorische Präsident der Republik China und wohnte von 1918 bis 1924 mit seiner Frau Song Qingling in diesem Haus in der früheren Französischen Konzession. Wir haben den Eindruck, dass China in Sachen Demokratie vor fast hundert Jahren fortschrittlicher war als heute. Da wir am nächsten Tag nach Qingdao wollen, hilft sie uns, die Tickets zu organisieren. Zuerst denken wir an den Zug, doch die Fahrt dauert 17 Stunden, und im Schlafwagen stehen drei Betten übereinander. Abends essen wir noch einmal klassisch chinesisch und fahren dann ins Hotel. Vorher schauen wir noch in eine große Buchhandlung, die kein einziges englisches Buch im Regal hat. Das Wetter ist gut, die Sonne scheint, und in den letzten Tagen hat es nicht mehr geregnet. Am Ende des Tages nehme ich ein Bad, und der Tag ist gelaufen.

Im Vergleich zu unseren anderen Stationen sehen wir in Shanghai die meisten westlichen Reisenden. Außerhalb Shanghais sind uns deutlich weniger begegnet. Ein Chinese, den wir im Bus nach Zhouzhuang kennengelernt haben, erklärt uns, das könne daran liegen, dass Chinesen – sofern sie die Möglichkeit haben – gern im Ausland studieren oder eine Ausbildung machen.

Qingdao (Reisetag 8)

Qingdao, früher Tsingtau, war von 1898 bis 1914 deutsches Pachtgebiet. Daran erinnern bis heute Kirchen, Villen und die Tsingtao-Brauerei.

Morgens bekommen wir unsere Tickets nach Qingdao für 1200 CNYWährungseinordnung1200 CNYReferenzkurs 26.09.2005122,86 €Stand 08.10.2026159,60 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Für 60 CNYWährungseinordnung60 CNYReferenzkurs 26.09.20056,14 €Stand 08.10.20267,98 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert fahren wir mit dem Taxi zum Shanghai Hongqiao International Airport. Über Nacht hat es geregnet und sich etwas abgekühlt. Der Flug mit Shanghai Airlines dauert gut eine Stunde, die Taxifahrt zum Shangri-La QingdaoShangri-La QingdaoUnterkunftQingdao · China36,06459° N · 120,37332° OHotel an der Xianggang Middle Road in Qingdao.Shangri-La Group · Shangri-La (heutige Zuordnung)Google Maps noch einmal 40 Minuten, da der Qingdao Liuting International Airport etwas außerhalb liegt. Dafür zahlen wir noch einmal 90 CNYWährungseinordnung90 CNYReferenzkurs 26.09.20059,21 €Stand 08.10.202611,97 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Wieder finden wir die Standardausstattung vor: Waage, Atemmaske, American-Standard-Toilette und Internetanschluss – der kostet hier allerdings 50 CNYWährungseinordnung50 CNYReferenzkurs 26.09.20055,12 €Stand 08.10.20266,65 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Tag extra, in der Lobby ist das WLAN dafür kostenlos. Skype funktioniert gut. Wir laufen noch etwas herum und gehen in ein Restaurant, in dem alle Gerichte als Modelle ausgestellt sind und man sich etwas aussuchen kann – genauso wie die Fische, die man sich aus dem Becken auswählt. Wir bestellen fünf Gerichte, drei würden auch reichen. Direkt neben dem Restaurant ist ein riesiger Carrefour. Während mein Reisegefährte nach Milch sucht, entdecke ich ein Headset für umgerechnet einen Euro. Es gibt eine kleine Käseauswahl, sogar mit Produkten aus Deutschland. Eigentlich will ich noch etwas Sport machen, doch der Fitnessclub hat schon geschlossen, also gehe ich draußen joggen. Überraschenderweise treffe ich kaum Menschen, alles wirkt wie ausgestorben. Vielleicht schauen sie alle den dritten Matrix-Teil im Fernsehen.

Laoshan (Reisetag 9)

Wieder müssen wir früh aufstehen, denn unser Ausflug beginnt um halb zehn. Mit dem Bus fahren wir zum LaoshanLaoshanBerg oder GebirgeQingdao · China36,19167° N · 120,59167° OKüstengebirge östlich von Qingdao am Gelben Meer.Google Maps , dem gut 1100 Meter hohen Küstengebirge östlich der Stadt. Er gilt als einer der heiligen Berge des Daoismus, und von hier kommt auch das Quellwasser, mit dem das Tsingtao-Bier gebraut wird. Zufällig sitzen vor uns zwei Studenten aus Chemnitz, die Informatik bzw. Maschinenbau studieren. Sie helfen beim Übersetzen und beantworten zentrale Kulturfragen, etwa die, dass David Beckham hier als sexy gilt. Insgesamt ist der Ausflug aber wenig ergiebig: mit dem Bus zum Berg, ein paar Stopps für Souvenirs. Wir fahren mit der Seilbahn hinauf, die noch einmal 50 CNYWährungseinordnung50 CNYReferenzkurs 26.09.20055,12 €Stand 08.10.20266,65 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert extra kostet, und dann heißt es: Stufen, Stufen, Stufen. Beim Aufstieg sieht man vom Berg nicht viel, und als es auf einer Aussichtsplattform dann spannender wird, muss man wieder zahlen: 4 CNYWährungseinordnung4 CNYReferenzkurs 26.09.20050,41 €Stand 08.10.20260,53 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Abends wollen wir das Ticket nach Tianjin kaufen, wissen aber noch nicht, wie wir reisen sollen. Den Zug wollen wir ausprobieren, doch es gibt nur noch Hard-Seat-Plätze, also harte Sitze in der einfachsten Klasse – das wollen wir uns zehn Stunden lang nicht antun. Der Bus wäre auch nicht besser. Also doch wieder fliegen. Mit dem Taxi fahren wir in eine Fressmeile: bestimmt einen Kilometer lang Restaurant an Restaurant.

Qingdao mit Studenten (Reisetag 10)

Da wir die Berge schon gesehen haben, wollen wir uns die Küste anschauen. Wir fahren zur Uni, dort ist aber wenig los, da wegen der Feiertage rund um den Nationalfeiertag viele frei haben. Trotzdem streifen wir über das große Gelände mit seinen zwei Sportplätzen. Die Hörsäle sehen aus wie erwartet, nur der Geruch ist nicht so toll, zumindest in der Nähe der Toiletten. Ein Student rotzt auf den Boden. Wir verlassen die Uni und laufen etwa eine Stunde am Strand entlang. Zwischendurch stoßen wir auf einen kleinen Fischmarkt. Später machen wir am Strand Pause, und eine elfjährige chinesische Schülerin spricht uns in ausgezeichnetem Englisch an. Sie ist mit ihrer Familie und ihrem Bruder hier. Mit dem Taxi fahren wir zum Bahnhof QingdaoBahnhof QingdaoBahnhofQingdao · China36,06413° N · 120,30742° OBahnhof an der Tai’an Road am westlichen Rand der Altstadt Qingdaos, nicht zu verwechseln mit Qingdao Nord.Google Maps , weil wir uns in der Gegend noch etwas ansehen wollen. Rund um den Bahnhof liegen einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Qingdaos: die Seebrücke ZhanqiaoZhanqiaoBrückeQingdao · China36,0600° N · 120,3148° OHistorische Seebrücke im Süden der Altstadt Qingdaos mit dem Huilan-Pavillon an ihrem Ende.Google Maps , an deren Ende der Huilan-Pavillon steht – genau der, der das Etikett des Tsingtao-Biers ziert –, und etwas weiter in der Altstadt die St.-Michaels-KathedraleSt.-Michaels-KathedraleKircheQingdao · China36,067972° N · 120,315611° OKatholische Kathedrale an der Zhejiang Road, errichtet von 1932 bis 1934.Google Maps , die deutsche Missionare in den 1930er-Jahren erbaut haben. Vier Studenten sprechen uns an, und erst denken wir, sie wollen uns etwas verkaufen. Aber wir unterhalten uns gut mit ihnen. Langsam wird es kühler; in Qingdao ist es durch den Wind vom Meer frisch. Da wir noch in einen Pub wollen, laden wir sie ein. Mit dem Bus fahren wir ins Hotel, ziehen uns um und gehen in den Feeling Club. Wir setzen uns in die erstbeste Sitzgruppe, doch die soll 600 CNYWährungseinordnung600 CNYReferenzkurs 26.09.200561,43 €Stand 08.10.202679,80 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert kosten. Das ist dann doch etwas viel. Ein Tisch kostet 300 CNYWährungseinordnung300 CNYReferenzkurs 26.09.200530,71 €Stand 08.10.202639,90 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert, also ziehen wir um. Sofort stehen um die zehn Flaschen Bier vor uns, die Hälfte schon geöffnet. Wir bleiben ein paar Stunden, bringen noch zwei der Studenten mit dem Taxi ins Wohnheim und fahren dann ins Hotel.

Tianjin (Reisetag 11)

Da unser Flug nach Tianjin erst am Nachmittag geht, können wir mit dem Tag nicht viel anfangen. Um eins gehen wir noch etwas spazieren und wollen eine Chinesin nach dem Weg fragen, als sie anbietet, uns etwas von Qingdao zu zeigen; sie ist erst um drei mit einer Freundin verabredet und hat Zeit. Im Vergleich zu anderen Städten Chinas findet sie Qingdao schön sauber und grün, was wir bis jetzt bestätigen können. Sehr verbunden scheint sie mit ihrem Land nicht: Sie will ins Ausland, am liebsten nach Australien, und dort bleiben. Sie hat keine Eltern mehr, und hier halte sie nichts, meint sie. Unseren Einwand, sie könnte ihre Heimat vermissen, wischt sie beiseite. In Gesprächen erleben wir öfter, dass hier alle genau zu wissen scheinen, was sie wollen und wo sie in ein paar Jahren sein werden. Alles in allem ist der Spaziergang ein netter Zeitvertreib, auch wenn wir den Park, den wir uns anschauen sollen, nicht mehr sehen.

Später fahren wir vom Hotel zum Qingdao Liuting International Airport. Das Taxi ist gar nicht so günstig wie gedacht: 66 CNYWährungseinordnung66 CNYReferenzkurs 26.09.20056,76 €Stand 08.10.20268,78 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für die Fahrt und noch 30 CNYWährungseinordnung30 CNYReferenzkurs 26.09.20053,07 €Stand 08.10.20263,99 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für die Autobahn. Die 30 CNYWährungseinordnung30 CNYReferenzkurs 26.09.20053,07 €Stand 08.10.20263,99 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert kommen uns seltsam vor, mit den 90 CNYWährungseinordnung90 CNYReferenzkurs 26.09.20059,21 €Stand 08.10.202611,97 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für die erste Fahrt in die Stadt sind wir sogar besser weggekommen, aber gut. In Tianjin holen uns Freunde am Tianjin Binhai International Airport ab. Wir fahren zum Einkaufen in den Metro-Großmarkt und dann zu unserer Unterkunft: Wir wohnen bei einem Firmenbesitzer, der unter anderem medizinische Geräte herstellt. Er und seine Frau leben in einem luxuriös eingerichteten Haus mit allem Schnickschnack: großer Plasmafernseher, Wasserspender in jedem zweiten Raum, auf jeder der drei Etagen ein Bad, zwei Gästezimmer, Haushälterin. Wir werden gastfreundlich aufgenommen, obwohl wir die beiden Gastgeber fast nie zu Gesicht bekommen. Zwischendurch kommt noch ein winziger, ständig zitternder Hund dazu.

Chinesische Oper mit Laien (Reisetag 12)

Unsere Freunde zeigen uns Tianjin. Wir sehen uns eine chinesische Oper an, gespielt von engagierten Laiendarstellern. So richtig begeistert sind wir nicht, und nach 20 Minuten reicht es uns. Abends gehen wir in ein koreanisches Restaurant. Man bringt uns viele kleine Schalen mit den unterschiedlichsten Beilagen. In die Mitte des Tisches kommen heiße Steine, abgedeckt mit einer heißen Platte, wie man sie vom Grill kennt. Darauf werden Tierteile (also Fleisch) gegrillt, und die Platte wird regelmäßig ausgewechselt. Gut gefüllt fahren wir zurück. Als wir in unser Zimmer kommen, hat der Hund Pipi gemacht – und ich vermisse meine Ohropax.

Treffen mit Freunden (Reisetag 13)

Den Tag verbringen wir mit einer Freundin in den Kaufhäusern der Stadt. Sie lädt uns an den Arbeitsplatz ihrer Mutter ein, die Kopfmassagen gibt. Wir bekommen selbst eine angeboten und lassen uns die Köpfe abklopfen.

Erster Ausflug nach Peking (Reisetag 14)

Früh stehen wir auf, um den Zug nach Peking zu erwischen. Dummerweise kennen wir die Abfahrtszeiten nicht, denn zwischen 11 und 13 Uhr fährt kein Zug. Wir laufen etwas am Bahnhof herum und warten. Schließlich lösen wir Tickets für die zweite Klasse, und nach knapp eineinhalb Stunden sind wir in Peking. Die Tickets sollte man aufheben, solange man im Bahnhof ist, denn beim Verlassen muss man sie vorzeigen. Wir kaufen gleich die Rückfahrkarten, diesmal für die erste Klasse. Mit der U-Bahn fahren wir zum Platz des Himmlischen FriedensPlatz des Himmlischen FriedensPlatzPeking · China39,90333° N · 116,39167° OGroßer Platz im Zentrum Pekings südlich der Verbotenen Stadt.Google Maps und gehen weiter zum Verbotene StadtVerbotene StadtPalastPeking · China39,91583° N · 116,39083° OEhemaliger Kaiserpalast der Ming- und Qing-Dynastien, heute das Palastmuseum.Google Maps . Hinein kommen wir aber nicht mehr, es ist schon zu spät. Wir spazieren durch die Stadt, und plötzlich bleiben uns nur noch 15 Minuten bis zur Abfahrt. Wir rennen, so schnell wir können, doch es ist zu spät, der Zug ist weg. Da das der letzte Expresszug ist, könnten wir einen normalen Bummelzug nehmen. Weil man uns draußen aber eine Busfahrt anbietet, nehmen wir die. Sie soll eigentlich nur 50 CNYWährungseinordnung50 CNYReferenzkurs 26.09.20055,12 €Stand 08.10.20266,65 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert kosten, im Bus knöpft man uns dann aber 75 CNYWährungseinordnung75 CNYReferenzkurs 26.09.20057,68 €Stand 08.10.20269,98 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert ab. Der Bus fährt erst los, als alle Plätze inklusive der Klappsitze im Gang belegt sind. Zwei Stunden später sind wir wieder am Tianjin Railway StationTianjin Railway StationBahnhofTianjin · China39,13472° N · 117,20306° OHauptbahnhof von Tianjin am Hai He.Google Maps , und ein Taxi bringt uns zurück zu unserer Unterkunft.

Zweiter Ausflug nach Peking (Reisetag 15)

Zusammen mit unserer Freundin fahren wir nach Peking, diesmal gleich erste Klasse. Statt sechs Sitzen pro Reihe gibt es hier nur vier. Die Preise scheinen jedes Mal andere zu sein. Für die Verbotene StadtVerbotene StadtPalastPeking · China39,91583° N · 116,39083° OEhemaliger Kaiserpalast der Ming- und Qing-Dynastien, heute das Palastmuseum.Google Maps ist es diesmal nicht zu spät, und wir sehen uns die Hallen und Höfe des alten Kaiserpalasts der Ming- und Qing-Dynastie an. Platz ist genug. Seit Beginn der Reise habe ich nicht mehr so viele Nicht-Asiaten gesehen – und gleichzeitig nicht mehr so viele Übergewichtige. Ich bin mir nicht sicher, ob Übergewichtige überproportional verreisen, weil sich ein höheres Einkommen nicht nur in weiteren Reisen, sondern auch in weiteren Taillen zeigt. Es kann aber auch einfach sein, dass der Blick auf überwiegend schlanke Asiaten meinen gewohnten Blick aus Deutschland verschoben hat.

Als wir später zum Sommerpalast fahren wollen, sagt uns der Taxifahrer, der schließe früh, und mit dem Taxi dauere die Fahrt länger als mit der U-Bahn. Das ist nett von ihm – merkwürdig finden wir aber, dass sein Taxameter bei 26 CNYWährungseinordnung26 CNYReferenzkurs 26.09.20052,66 €Stand 08.10.20263,46 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert startet. Normalerweise beginnt es hier bei 10 CNYWährungseinordnung10 CNYReferenzkurs 26.09.20051,02 €Stand 08.10.20261,33 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Zurück in Tianjin essen wir mit ihrer Mutter in einem Restaurant zu Abend. Sie bringt einen Salat mit, und es ist kein Problem, ihn mit auf den Tisch zu stellen – in Deutschland wohl undenkbar. Nach dem netten Essen verabschieden wir uns – bis zum nächsten Jahr.

Peking (Reisetag 16)

Wir stehen spät auf, frühstücken und treffen uns noch einmal mit unseren Freunden zum Mittagessen. Dann fahren wir mit dem Taxi zum Bahnhof und machen uns ein letztes Mal auf den Weg nach Peking. Dort wollen wir wieder ein Taxi nehmen, und die Taxifahrer buhlen um unsere Aufmerksamkeit, um uns zum Xiyuan HotelXiyuan HotelUnterkunftPeking · China39,936017° N · 116,325978° OHotel an der Sanlihe Road im Westen Pekings.Google Maps zu fahren. Der Preis beginnt bei 100 CNYWährungseinordnung100 CNYReferenzkurs 26.09.200510,24 €Stand 08.10.202613,30 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert ohne Taxameter, was uns überteuert erscheint und gegen unseren Grundsatz verstößt, nie mehr ohne Taxameter zu fahren. Der 100-Yuan-Mann meint nur, das Hotel sei weit weg und der Verkehr dicht, man sei also lange unterwegs. Wir wollen schon zu einem normalen Taxi, als uns ein „Vermittler“ 60 CNYWährungseinordnung60 CNYReferenzkurs 26.09.20056,14 €Stand 08.10.20267,98 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert in sein Handy tippt. Ich ändere das in 50 CNYWährungseinordnung50 CNYReferenzkurs 26.09.20055,12 €Stand 08.10.20266,65 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert, und unser Vermittler setzt uns in ein Taxi. Dann verhandelt er mit dem Fahrer über den Preis – die beiden kennen sich offenbar gar nicht. Wir zahlen dem Fahrer die 50 CNYWährungseinordnung50 CNYReferenzkurs 26.09.20055,12 €Stand 08.10.20266,65 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert, und der Vermittler bekommt davon 10 CNYWährungseinordnung10 CNYReferenzkurs 26.09.20051,02 €Stand 08.10.20261,33 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Der Fahrer schaltet sein Taxameter ein, und als wir nach einer langen Fahrt ankommen, zeigt es 54 CNYWährungseinordnung54 CNYReferenzkurs 26.09.20055,53 €Stand 08.10.20267,18 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Ein Schnäppchen für uns. Der Fahrer steht noch ein wenig bittend da, aber wir gehen mit leiser Schadenfreude ins Hotel und checken ein.

Es ist schon spät, und wir gehen noch in einen nahe gelegenen Carrefour. Für den kleinen Hunger gibt es noch Pommes bei KFC, und auf dem Rückweg drehen wir eine Runde durch einen Club direkt neben unserem Hotel. An der Rezeption fragen wir nach Touren. Eigentlich wollen wir die Große Mauer und den Sommerpalast sehen, doch eine Tagestour besucht nur eines der beiden Ziele, also buchen wir die Mauer. Der Mitarbeiter an der Rezeption gibt uns allerdings den Tipp, lieber für einen Tag ein Taxi zu nehmen; das koste nur 600 CNYWährungseinordnung600 CNYReferenzkurs 26.09.200561,43 €Stand 08.10.202679,80 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Das ist wirklich in Ordnung, denn für die Mauertour zahlen wir auch 2 × (350 CNYWährungseinordnung350 CNYReferenzkurs 26.09.200535,83 €Stand 08.10.202646,55 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert + 60 CNYWährungseinordnung60 CNYReferenzkurs 26.09.20056,14 €Stand 08.10.20267,98 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert). Von einer Tour mit englischsprachigem Guide versprechen wir uns aber mehr.

Große Mauer (Reisetag 17)

Eigentlich soll die Tour um halb neun am Hotel losgehen, doch der Guide will vorher um acht anrufen. Wir stehen um sieben auf, beeilen uns und warten ab acht im Zimmer. Es dauert noch 20 Minuten, bis der Anruf kommt. Mit acht Touristen ist der Bus nicht besonders voll. Überraschend spricht uns ein Chinese an, der eine Reihe vor uns sitzt. Er fragt uns auf Deutsch: „Versteht ihr Chinesisch?“ – „Nein“, ist unsere Antwort. Unser Sitznachbar lebt seit 20 Jahren in Deutschland und führt ein China-Restaurant in Thüringen. Wenn er von Deutschland spricht, sagt er immer „Heimat“. Sein Vater stammt aus Malaysia, seine Mutter aus China, und die Große Mauer hat er auch noch nie gesehen. Ein großes Glück für uns, denn mit ihm können wir uns über die kulturellen Unterschiede zwischen China und Deutschland unterhalten.

Zuerst halten wir an einem Tempel. Nördlich von Peking, auf dem Weg zur Mauer, liegen übrigens auch die Ming-GräberMing-GräberHistorische StättePeking · China40,25333° N · 116,2175° OKaiserliche Grabanlagen der Ming-Dynastie im Pekinger Bezirk Changping. Hier liegen die Gräber von 13 Kaisern.Google Maps , in denen 13 Kaiser der Ming-Dynastie bestattet sind. Die Ling'en-Halle des Grabs Changling ruht auf 60 mächtigen Säulen aus Nanmu-Holz und ist eine der großen erhaltenen Holzhallen der Ming-Zeit. Dann fahren wir zur Großen Mauer und dürfen uns nun „Hero“ nennen – sagt jedenfalls unser Guide. Er spielt auf einen bekannten Vers von Mao Zedong an: Wer nicht auf der Großen Mauer war, ist kein richtiger Held. Die Mauer ist imposant. In den verschiedenen Epochen schützten sich die Herrscher mit unterschiedlichen Mauern gegen Eindringlinge; später wurden sie zu einer großen Mauer verbunden, deren Länge man damals mit rund 6300 km angab. Man erzählt sich, dass pro Meter Mauer ein Mensch beim Bau ums Leben kam. Die Stufen sind unterschiedlich hoch, manche ganz flach, andere bestimmt 30 bis 40 cm. An einem hohen Wachturm könnten wir Souvenirs kaufen: „I have climbed the Great Wall“ und so weiter. Insgesamt ist der Ausflug zur Mauer spannend, aber der Guide ziemlich unmotiviert, und wir erfahren nicht viel. Dreimal halten wir zum Einkaufen an: Jade, chinesische Wunderpillen und Tee. Die Hinfahrt dauert lange, weil die Stadt im Berufsverkehr sehr voll ist. In Peking ist es jeden Tag diesig und der Himmel nie klar; man kann in die Sonne schauen, ohne geblendet zu werden. Schade, dass selbst auf der Mauer die Aussicht nicht gut ist.

Zurück am Hotel wollen wir unsere Tickets nach Tokio kaufen, doch das angeschlossene Reisebüro hat schon um fünf geschlossen. Wir fahren zur New Yansha MallNew Yansha MallEinkaufsortPeking · China39,95722° N · 116,2825° OGroßes Einkaufszentrum im Pekinger Bezirk Haidian, auch Golden Resources Mall genannt.Google Maps , einer gigantischen Mall mit sechs Etagen, die damals als größtes Einkaufszentrum der Welt galt. Auch dort versuchen wir, unser Ticket nach Tokio zu kaufen, doch die Verständigung im Reisebüro klappt nicht, und wir lassen es gut sein. Wir fahren zurück und statten dem BaBaluba Club neben unserem Hotel einen kurzen Besuch ab. Vier Gäste aus unserem Hotel treffen wir dort wieder. Die Musik ist nicht besonders, und viel los ist auch nicht. Auf der Tanzfläche tippt mich plötzlich ein kräftiger Typ an und holt mich in einen Tanzkreis mit Frauen. Ein paar Minuten später nimmt er eine ziemlich schlanke Frau, die vorher auffällig gut getanzt hat, auf die Arme und reicht sie mir; sie macht nicht das glücklichste Gesicht. Ich lehne dankend ab, das Mädel und der Typ verschwinden kurze Zeit später, und da die Musik nicht besser wird, gehen auch wir.

Weiter nach Japan

Von Peking fliegen wir am 12. Oktober nach Japan. Die gesamte Route mit Hongkong, China, Japan und Taiwan zeigt die Übersichtsseite unserer Ostasienreise.

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Erwähnte Orte in China

24 Positionen aus den Reiseberichten.

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  1. Mission Hills Resort ShenzhenOrt
  2. Hongfa-TempelOrt
  3. Botanischer Garten Fairy LakeOrt
  4. Splendid ChinaOrt
  5. Shenzhen Bao’an International AirportOrt
  6. Shanghai Pudong International AirportOrt
  7. Guangdong Hotel ShanghaiOrt
  8. Oriental Pearl TowerOrt
  9. Zhangjiang Hi-Tech Park (damalige Station)Ort
  10. Ehemaliges Wohnhaus von Sun Yat-senOrt
  11. Shanghai Hongqiao International AirportOrt
  12. Shangri-La QingdaoOrt
  13. Qingdao Liuting International AirportOrt
  14. LaoshanOrt
  15. Bahnhof QingdaoOrt
  16. ZhanqiaoOrt
  17. St.-Michaels-KathedraleOrt
  18. Tianjin Binhai International AirportOrt
  19. Platz des Himmlischen FriedensOrt
  20. Verbotene StadtOrt
  21. Tianjin Railway StationOrt
  22. Xiyuan HotelOrt
  23. Ming-GräberOrt
  24. New Yansha MallOrt