Von Bali über Brisbane nach Melbourne
Nach einer Reise quer durch Indonesien werde ich am Flughafen Denpasar kurz vor dem Boarding nach Melbourne noch einmal herausgebeten: Das sehr kurzfristig ausgestellte Ticket und mein junger Visumsantrag wirken offenbar auffällig. Nach einer kurzen Erklärung darf ich weiter. Mit Virgin Blue geht es über Brisbane nach Melbourne.
In Brisbane zeigt sich das Einreiseprinzip Australiens sehr deutlich: Koffer abholen, Einreise- und Biosecurity-Kontrolle erledigen, Gepäck wieder aufgeben und zum Domestic Terminal wechseln. Die Kontrollen mit Scannern und Hunden sind gründlich, aber erstaunlich freundlich.
Melbourne
Wir wohnen nahe Southern Cross Station, so dass der Airport-Bus praktisch vor der Tür hält. Melbourne erschließt sich schnell: Das Zentrum ist klar im Raster angelegt und die kostenlose City Circle Tram fährt – eher rechteckig als kreisförmig – um die Innenstadt.
Ein Spaziergang führt nach Docklands. Das große Riesenrad wird gerade neu aufgebaut; das ursprüngliche Southern Star Observation Wheel war nach technischen Problemen früh wieder geschlossen worden. Später geht es ans Wasser nach St Kilda: warme Luft, Segelboote, Angler, entspannte Strandstimmung.
11Australien ist vor allem teuer: WLAN im Hotel, Adapter und selbst eine Literflasche Cola fallen deutlich stärker ins Gewicht als in Deutschland.Tagesausflug nach Ballarat
Mit dem Zug fahre ich rund anderthalb Stunden nach Ballarat. Schon im Bahnhof fallen die hohen Fenster, die gusseisernen Säulen und die hölzerne Decke auf.

Dort besuche ich den Ballarat Wildlife ParkBallarat Wildlife ParkWildtierparkBallarat · Australien37,5720° S · 143,8808° OPrivat geführter Tierpark mit australischen Wildtieren.Google Maps . Kängurus, Koalas, Wombats, Tasmanische Teufel, Emus, Schlangen und Echsen lassen sich aus nächster Nähe beobachten. Besonders die Kängurus wirken beneidenswert unbeeindruckt von allem. Ein Jungtier hält sich dicht bei einem der großen Tiere auf; dahinter läuft ein Emu durchs Gehege.

Die Rückfahrt verzögert sich wegen eines liegen gebliebenen Zuges. Der Schaffner nimmt es gelassen: Er meint, mich am Vortag schon gesehen zu haben – ich möge wohl Züge.
Sydney und der Olympic Park
In Sydney wohne ich in Potts Point. Die Stadt wirkt dichter, lebendiger und etwas unaufgeräumter als Melbourne. Bei Spaziergängen durch den Park lande ich am Hafen und an der Sydney Harbour BridgeSydney Harbour BridgeBrückeSydney · Australien33,85222° S · 151,21056° OStählerne Bogenbrücke über den Hafen von Sydney mit einem öffentlichen Fußweg auf der Ostseite.Offizielle Website Google Maps ; abends ist die Stadt spürbar voller. In Kings Cross fällt mir der El Alamein Memorial FountainEl Alamein Memorial FountainDenkmal oder GedenkstätteSydney · Australien33,87288° S · 151,22505° O1961 eröffneter Gedenkbrunnen in den Fitzroy Gardens in Kings Cross; sein kugelförmiger Wasserstrahlkranz erinnert an einen Löwenzahn.Offizielle Website Google Maps auf: eine große Pusteblume aus Wasser. Der 1961 eröffnete Brunnen erinnert an die australischen Soldaten der Schlacht von El Alamein. Die Stadt beschreibt seine Entstehung und Konstruktion.
Am Wasser steht das Sydney Opera HouseSydney Opera HouseKonzerthausSydney · Australien33,856667° S · 151,215278° OOpern- und Konzerthaus auf Bennelong Point mit den markanten schalenförmigen Dächern; UNESCO-Welterbe.Offizielle Website Google Maps mit seinen geschwungenen Dachschalen. Von der Brücke aus verändert sich der Blick: Opernhaus, Hafenbecken und die Hochhäuser am Circular Quay rücken zu einem Panorama zusammen.

Noch einmal anders sieht die Stadt vom Sydney TowerSydney TowerTurmSydney · Australien33,870473° S · 151,208867° OAussichtsturm über dem Stadtzentrum; seit September 1981 öffentlich zugänglich, Aussichtsplattform in 250 Metern Höhe.Offizielle Website Google Maps aus. Unter mir liegen die Baumkronen des Hyde Park, die St. Mary’s Cathedral und die weiten Wiesen von The Domain. Dahinter ziehen sich die Häuser bis ans Wasser von Woolloomooloo; selbst die lange Finger Wharf lässt sich gut erkennen. Die Aussichtsplattform liegt in 250 Metern Höhe.

Zum Sydney Olympic ParkSydney Olympic ParkOlympiageländeSydney · Australien33,8478° S · 151,0630° OGelände der Olympischen Spiele 2000 im Westen Sydneys.Google Maps geht es mit Fähre, Bus und Zug. Das riesige Gelände der Spiele von 2000 macht deutlich, wie weitläufig Sydney ist. Vor dem Stadion steht auf meinen Fotos noch der damalige Name ANZ Stadium.

Für die Weiterreise zum Flughafen heißt es früh aufstehen: Der Shuttle sammelt morgens Gäste an mehreren Hotels ein.
Darwin: Geschichte und Cyclone Tracy
Ein zweiter Australienaufenthalt führt mich nach Darwin, weil der Weiterflug nach Timor-Leste über Darwin organisiert wird. Das zentrale Hotel ist praktisch gelegen, auch wenn das Zimmer und das kostenpflichtige WLAN nicht gerade überzeugen.
Zu Fuß geht es durch die Geschichte der Stadt: zum Darwin CenotaphDarwin CenotaphKriegsdenkmalDarwin · Australien12,4585° S · 130,8368° ODenkmal im Bicentennial Park für die Opfer der Weltkriege und der Bombardierung Darwins.Google Maps im Bicentennial Park, zum Parliament House und zu den World War II Oil Storage TunnelsWorld War II Oil Storage TunnelsHistorische AnlageDarwin · Australien12,4618° S · 130,8478° OUnterirdische Treibstofftunnel aus dem Zweiten Weltkrieg.Google Maps . Die Tunnel wurden nach der Bombardierung Darwins 1942 angelegt, um Treibstoff geschützter zu lagern.

An der Waterfront ist das Bild der Stadt ein anderes: Wohngebäude, Grünflächen und Badeanlagen liegen direkt am Hafen. Vor dem geschwungenen Dach des Convention Centre ziehen Wellen durchs Becken der Wave Lagoon. Sie ist ein künstliches Wellenbad; daneben liegt die vom Hafen abgetrennte Salzwasserlagune mit Sandstrand.

Bei der Christ Church CathedralChrist Church CathedralKathedraleDarwin · Australien12,4622° S · 130,8442° OKathedrale, deren Vorgängerbau durch Cyclone Tracy schwer zerstört wurde.Google Maps wird die zweite große Zäsur sichtbar: Cyclone Tracy zerstörte in der Nacht zum 25. Dezember 1974 große Teile Darwins. Die Kathedrale integriert Reste ihres Vorgängerbaus. Menschen, die die Zeit erlebt haben, erzählen, danach habe kaum noch ein Baum ein Blatt getragen.

In der Smith Street Mall und am Wasser wirkt Darwin zugleich klein, tropisch und erstaunlich geschichtsbewusst. Am nächsten Morgen fährt der Shuttle zum Flughafen – und weiter geht es nach Dili.