Samoa in der WeltAnimierter Globus, der sich auf Samoa ausrichtet und in derselben Kartenprojektion näher kommt.

Samoa

reisezeit
FJIASM
05.02.2011 – 08.02.201109.02.2011 – 13.02.2011
ASMFJI

Nach Tonga geht es erst wieder nach Fidschi und von dort nach Samoa. Im Februar 2011 bin ich auf UpoluUpoluInselSamoaSamoanische Hauptinsel mit der Hauptstadt Apia an der Nordküste, bewaldetem Inselinneren und den Stränden der Südküste. unterwegs. In Apia stehen die Kirchen zwischen Hafen und Geschäftsgebäuden, im Inselinneren verschwindet das Wasser in tiefen grünen Schluchten. Und an der Südküste liegen die offenen Strandhütten direkt am Sand.

Apia und die alte Kathedrale

Apia liegt an der Nordküste von Upolu. Am weißen Uhrturm rollen die Autos um die Verkehrsinsel; dahinter stehen Gebäude mit roten Dächern. An der Uferstraße geht es an Palmen, niedrigen Mauern und einer ganzen Reihe von Kirchen vorbei. Im Hafen liegen größere Schiffe, etwas weiter kleine Segelboote. Ein Sandstrand zieht sich stellenweise am Ufer entlang, allerdings mit Steinen und angeschwemmtem Holz. Für den Strand fahre ich später auf die andere Seite der Insel.

Weißer Uhrturm mit gelben Verzierungen auf einer Verkehrsinsel in Apia, dahinter Gebäude mit roten Dächern
Der Uhrturm im Zentrum von Apia.

An der Uferstraße steht auch die Mulivai-KathedraleMulivai-KathedraleKircheSamoaKatholische Kathedrale an Apias Uferstraße. Der Reisebericht zeigt das alte Gebäude vor dessen Abriss 2011; der größere Nachfolgebau wurde 2014 fertiggestellt.. Zwei kantige weiße Türme, ein roter Ring um das runde Fenster und eine Marienfigur über dem Eingang. Vor der niedrigen Mauer wachsen kleine Palmen. Die Kathedrale ist noch das alte Gebäude, das im Laufe desselben Jahres abgetragen wird. Der größere Neubau wird erst 2014 fertig.1kurs1Die Nationalbibliothek Neuseelands dokumentiert die alte Mulivai-Kathedrale und den 2014 fertiggestellten Neubau. Ein zeitgenössischer Bericht vom März 2011 meldet bereits den Abriss.

Alte weiße Mulivai-Kathedrale mit zwei kantigen Türmen, rotem Rundfenster und Marienfigur über dem Eingang
Die alte Mulivai-Kathedrale, noch vor dem Abriss 2011.

Auch am Aggie Grey’s komme ich vorbei, einem Hotel mit breiten weißen Balkonen zur Straße. Vor dem Eingang stehen Palmen, hinter der niedrigen Steinmauer wächst ein dichter Garten.

Bei Robert Louis Stevenson in Vailima

Etwas oberhalb von Apia liegt das Robert-Louis-Stevenson-MuseumRobert-Louis-Stevenson-MuseumMuseumSamoaMuseum im früheren Wohnhaus Vailima des Schriftstellers Robert Louis Stevenson oberhalb von Apia. Es zeigt eingerichtete Räume und Erinnerungsstücke an den 1894 in Samoa verstorbenen Autor.Offizielle Website . Der Autor der Schatzinsel und von Dr. Jekyll und Mr. Hyde verbrachte seine letzten Lebensjahre in Samoa und starb hier 1894. Die Samoaner nennen ihn Tusitala, den Geschichtenerzähler.

Das Haus steht hinter einer großen Rasenfläche. Außen laufen auf beiden Etagen Veranden entlang, mit weißen Holzgeländern und verzierten Pfosten. Innen gehe ich durch die eingerichteten Räume: dunkle Holzböden, breite Betten mit Moskitonetzen, Bilder und schwere Möbel. An einer Wand steht sogar ein Kamin. Bei dem vielen tropischen Grün vor den Fenstern wirkt der schon etwas ungewöhnlich.

Zweigeschossiges weißes Stevenson-Haus mit umlaufenden Veranden, rotem Dach und gepflegtem Garten
Vailima, heute das Robert-Louis-Stevenson-Museum.
Holzgetäfelter Raum in Vailima mit langem gedecktem Tisch, Stühlen und großen Fenstern
Ein Innenraum des Stevenson-Hauses in Vailima.

Rund um das Haus wachsen große Bäume und Farne. Im Gelände fließt ein Bach über niedrige Felsstufen in ein Becken. Zwischen den Baumwurzeln wird der Weg schmal; vom Haus sind es nur wenige Schritte ins dichte Grün.

Der Bahá’í-Tempel

Weiter im Inselinneren besichtige ich den Bahá’í-Tempel in TiapapataBahá’í-Tempel in TiapapataTempel oder SchreinSamoaIm September 1984 eingeweihtes Bahá’í-Haus der Andacht im Inselinneren von Upolu. Der Tempel steht in einer Gartenanlage und ist Menschen aller Religionen zugänglich.. Sein helles, nach oben zusammenlaufendes Dach steht über einer weitläufigen Gartenanlage. Geschwungene Wege führen durch Rasenflächen und an niedrigen Hecken vorbei. Neben dem Tempel wachsen Palmen und Pflanzen mit großen, fächerartigen Blättern.

Innen stehen schlichte Sitzreihen unter der hohen Decke. Die Streben des Dachs laufen über mir zusammen, durch die großen Fenster kommt viel Licht. Der Tempel wurde 1984 eingeweiht und steht Menschen aller Religionen offen. In einem Land mit so vielen christlichen Kirchen ist er eine eigene Station.

Heller Bahá’í-Tempel mit spitz zulaufender Kuppel hinter geschwungenen Gartenwegen und niedrigen Hecken
Der Bahá’í-Tempel in Tiapapata.

Quer über Upolu

Die Straße ins Inselinnere führt durch dicht bewachsene Hänge. Am Papapapaitai-WasserfallPapapapaitai-WasserfallNaturdenkmalSamoaAuch Tiavi Falls genannter Wasserfall in einer bewaldeten Schlucht auf Upolu. Von einem Aussichtspunkt an der Cross Island Road ist die gegenüberliegende Felswand sichtbar. schaue ich von der gegenüberliegenden Seite in eine tiefe Schlucht. Der Wasserfall zieht sich als langer weißer Streifen durch die Felswand. Ringsum ist fast alles zugewachsen; selbst von den Felsen bleibt zwischen Bäumen und Farnen wenig sichtbar.

Langer schmaler Wasserfall an einer dicht bewachsenen Felswand auf der gegenüberliegenden Seite einer Schlucht
Blick auf den Papapapaitai-Wasserfall an der Cross Island Road.

Bei den Togitogiga-WasserfälleTogitogiga-WasserfälleNaturdenkmalSamoaMehrstufige Wasserfälle mit natürlichen Becken bei Saleilua im Süden von Upolu, in der Nähe des Nationalparks O Le Pupu Pu’e. komme ich näher ans Wasser. Mehrere breite Ströme fallen über eine dunkle Felskante in ein Becken. Darüber liegen weitere Stufen, daneben wachsen Farne und hohe Bäume. Das Wasser verteilt sich immer wieder neu zwischen den Felsen.

Mehrere Wasserströme fallen über eine breite dunkle Felsstufe in ein von tropischen Pflanzen umgebenes Becken
Eine der Stufen der Togitogiga-Wasserfälle.

Zu den Papase’ea Sliding RocksPapase’ea Sliding RocksNaturdenkmalSamoaNatürliche Felsrutschen in einem Bach bei Se’ese’e im Faleata-Gebiet von Upolu. Der Zugang führt über eine Treppe hinunter zu den Felsen und Wasserbecken. führt eine längere Treppe hinunter. Unten schießt das Wasser über glatte, schräge Felsen. Der Name erklärt die Nutzung ziemlich deutlich: natürliche Wasserrutschen. An den Seiten gibt es ein Geländer, dazwischen ist viel nasser Stein. Ich schaue mir die Rinnen und Becken an.

Wasser fließt über mehrere glatte schräge Felsflächen bei den Papase’ea Sliding Rocks
Die Felsrutschen von Papase’ea.

Unterwegs stehen offene Hallen an der Straße, Dächer auf Pfosten, mit bunten Vorhängen an den Seiten. Eine ist grün und gelb gestrichen, vor ihr wachsen niedrige Hecken unter einem großen Baum. Daneben liegen Wohnhäuser und Gräber auf erhöhten Plattformen.

Offene grün und gelb gestrichene Halle mit bunten Vorhängen hinter einem großen Baum und niedrigen Hecken
Eine offene Halle am Straßenrand auf Upolu.

Diese offenen Häuser, die Fales, gehören zum samoanischen Dorfbild. Familie, Dorf und Kirche sind eng miteinander verbunden. Dafür steht der Begriff Fa’a Samoa, die samoanische Lebensweise. Auch der Sonntag hat als Kirchen- und Ruhetag einen festen Platz. Wer durch die Dörfer reist, ist auf dem Land anderer Familien unterwegs; das gilt ebenso für viele Strände.2kurs2Die Samoa Tourism Authority beschreibt Fa’a Samoa und die Bedeutung der Fales sowie die Dorf- und Sonntagsregeln.

Auf der Straße gilt Linksverkehr. Das ist 2011 noch recht neu: Erst im September 2009 wechselte Samoa von rechts nach links. Dahinter steckte vor allem die Möglichkeit, günstigere Gebrauchtwagen aus Australien und Neuseeland einzuführen.3kurs3Der Länderbericht des US-Außenministeriums vom November 2010 dokumentiert die Umstellung vom 7. September 2009. Die wirtschaftlichen Gründe erläutert auch die samoanische Rechtsreformkommission.

Lalomanu nach dem Tsunami

In Lalomanu BeachLalomanu BeachStrand oder KüsteSamoaSandstrand an Upolus Südostküste mit offenen Beach Fales. Die Küste wurde beim Tsunami im September 2009 schwer getroffen; viele Unterkünfte öffneten nach dem Wiederaufbau 2010 und 2011 wieder. liegt ein breiter heller Strand vor den Fales. Die Hütten stehen auf Pfosten direkt am Sand. Ihre Dächer sind mit Palmblättern gedeckt, die Seiten offen. Vor ihnen ist ein Volleyballnetz aufgespannt. Zum Wasser sind es nur ein paar Schritte, dahinter liegt eine grüne Insel mit steilen Seiten.

Heller Strand von Lalomanu mit offenen Fales, Volleyballnetz, jungen Palmen und einer grünen Insel vor der Küste
Strand und Fales in Lalomanu im Februar 2011.

Zwischen den Hütten und dem Wasser wachsen kleine, frisch wirkende Palmen. Große Schattenspender stehen auf diesem Strandabschnitt kaum. Die Vorgeschichte gehört zu diesem Ort: Am 29. September 2009 traf ein schwerer Tsunami Samoa. Besonders die Süd- und Ostküste Upolus wurden verwüstet, darunter Lalomanu. Als ich hier bin, liegt die Katastrophe erst knapp anderthalb Jahre zurück.

Viele Unterkünfte nahmen 2010 und 2011 ihren Betrieb wieder auf. Auch die Familie hinter den Taufua Beach Fales baute ihre Anlage nach der Zerstörung wieder auf. Der Strand ist wieder ein Reiseziel, aber hinter den offenen Hütten steht eben auch diese jüngste Geschichte.4kurs4Die Samoa Tourism Authority beschreibt die betroffenen Küsten und die Wiedereröffnung vieler Unterkünfte 2010 und 2011. Die Familie Taufua berichtet über ihre Verluste und den Wiederaufbau.

Ein kurzer Abstecher nach Amerikanisch-Samoa

Am 8. Februar geht es vom kleinen Flughafen Fagali’i mit Polynesian Airlines direkt nach Pago Pago auf Tutuila. Für diesen Abstecher muss ich nicht wieder über Fidschi. In Amerikanisch-Samoa bleibe ich eine Nacht und fahre mit einem Taxifahrer über die Insel.

Reisende steigen bei Regen in ein zweimotoriges Propellerflugzeug von Polynesian Airlines ein
Einsteigen in Fagali’i für den Flug nach Amerikanisch-Samoa.

Zwischen den beiden Samoas liegt bei dieser Reise noch kein ganzer Kalendertag. Samoa befindet sich im Februar 2011 auf derselben Seite der Datumsgrenze wie Amerikanisch-Samoa. Erst am Jahresende wechselt das Land die Seite und lässt den 30. Dezember ausfallen.5kurs5Der International Date Line Act 2011 setzte die Änderung für das Ende des 29. Dezember 2011 fest. Für die Reise im Februar gelten noch die vorherigen Zeitzonen.

Zurück aus Amerikanisch-Samoa

Am 9. Februar kehre ich aus Amerikanisch-Samoa nach Samoa zurück. Der kurze Inselabstecher endet damit wieder auf Upolu. Erst später geht es von Samoa nach Fidschi und von dort weiter zu den Salomonen.

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Übersichtskarte auf OpenStreetMap-Basis.

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