{"id":817,"date":"2013-10-15T19:00:46","date_gmt":"2013-10-15T18:00:46","guid":{"rendered":"http:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/?p=817"},"modified":"2014-02-09T15:42:22","modified_gmt":"2014-02-09T14:42:22","slug":"tallinn-estland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/tallinn-estland\/","title":{"rendered":"Tallinn\/Estland"},"content":{"rendered":"<p>Estland bildet zusammen mit Lettland und Litauen das Baltikum. Seit 2011 geh\u00f6rt es zur Eurozone (als Erster der baltischen Staaten) und hat den Euro als Zahlungsmittel eingef\u00fchrt. Das Land ist extrem flach und der h\u00f6chste Berg (H\u00fcgel?) ist etwas mehr als 300 Meter hoch. Und trotz der n\u00f6rdlichen Lage auf der Erdkugel versuchen Winzer auch hier <a href=\"http:\/\/www.latvia.travel\/en\/sight\/sabile-wine-hill\">Wein anzubauen<\/a>. Es gibt etwa 1400 Seen und 1500 Inseln. Die Hauptstadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tallinn\">Tallinn<\/a>\u00a0(bis 1918 noch \u201eReval\u201c) hat ca. 420.000 Einwohner und zieht etwa 40\u00a0% der Bev\u00f6lkerung an; sie ist ganz klar das Wirtschaftszentrum des Landes. Durch verschiedene Herren, angefangen bei den D\u00e4nen, \u00fcber die Deutschen, Schweden und Russen, unterlag das Land vielen Einfl\u00fcssen, die man heute noch ablesen kann \u2013 die kyrillische Schrift ist noch oft zu sehen und die russische \u201eMinderheit\u201c macht immerhin noch \u00bc der Bev\u00f6lkerung aus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach Tallinn fliege ich im Oktober, ein k\u00fchler Wind zieht \u00fcber die Landebahn. Mit den heutigen ca. 15\u00a0Grad liegen wir immerhin noch \u00fcber der Jahresdurchschnittstemperatur von 4,5\u00a0Grad,\u00a0 aber eine Jacke ist definiv angebracht, die sonnigen Tage sind angez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Mit dem Bus f\u00fcr 1,70 \u20ac fahre ich vom Flughafen in die Stadt. Es sind sechs Haltestellen. Am Bahnhof \u2013 dort, wo mein Hotel ist &#8211; h\u00e4lt der Bus nicht, also laufe ich. Auf dem Weg zum Hotel komme ich bei einem Info-Punkt vorbei und nutze gleich die Gelegenheit, um eine Tallinn-Karte zu kaufen und eine Stra\u00dfenkarte mitzunehmen. Die beste Nachricht ist aber, dass es (freie) Stadttouren gibt, die immer um 12 Uhr beginnen. Bis zum Go Hotel <a href=\"http:\/\/www.gohotels.ee\/\"><strong>Shnelli<\/strong> <\/a>ist es nicht mehr weit.<\/p>\n<p>Nach einer kleinen Rast im Hotel mache ich mich am ersten Tag auf zum Info-Point, jedoch hatte ich vergessen, dass sich Estland in einer anderen Zeitzone befindet, n\u00e4mlich UTC+02:00 statt UTC+01:00, wie wir Deutschen! Es ist \u00f6stlicher als Deutschland und somit schon eine Stunde sp\u00e4ter. Also war es 13 Uhr statt 12 Uhr und die Frau vom Info-Point schaut mich nur mitleidig an \u2013 gut, dass es die Tour jeden Tag gibt. Also verbringe ich den Rest des Tages alleine mit einem ausgedehnten Spaziergang. Die h\u00fcbsche Altstadt macht es einfach sich an den Geb\u00e4uden zu erfreuen, die Caf\u00e9s mit gro\u00dfartiger Geb\u00e4ckauswahl, Kaffee und Tee laden ein. Zwar musste auch Tallinn im Krieg viel fallen lassen, doch das erkennt man so erst einmal nicht.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag bin ich p\u00fcnktlich um 12 Uhr am Info-Point und es versammeln sich etwa 25 Personen zur Rundreise. Eine sympathische nordische Blondine f\u00fchrt uns durch die Stadt und ich habe selten so eine klasse Tour erlebt. Sie beginnt mit einer kleinen Einf\u00fchrung in den estnischen Humor, leicht sarkastisch, b\u00f6se und geht dann mit uns \u00fcber die Geschichte des Landes, witzig und pointiert.<\/p>\n<p>Was gibt es also zu sehen in Tallin (zusammenfassend nach 3 Tagen)? Im Mittelpunkt steht die Innenstadt, die 1997 als UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde und ein \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlich vollst\u00e4ndiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeurop\u00e4ischen Handelsstadt\u201c darstellt (Zitat UNESCO).<\/p>\n<p>Die <strong>Nikolaikirche\u00a0<\/strong>(<b>Niguliste muuseum<\/b>) wird durch die Geschichte interessant, die unsere Reiseleiterin erz\u00e4hlt: es geht um das Gem\u00e4lde \u201eTotentanz\u201c vom L\u00fcbbecker Meister Bernt Notke, was \u00fcber 500 Jahren alt ist und urspr\u00fcnglich 30 Meter lang war. Lange Zeit war das Fragment ungesch\u00fctzt in der Kirche untergebracht, doch dann passierte das unglaubliche: eine geistesgest\u00f6rte Frau wollte das Gem\u00e4lde mit dem Messer zerst\u00f6ren (sie h\u00f6rte Stimmen), wurde aber in letzter Sekunde von einem finnischen Tourist \u00fcberw\u00e4ltigt. Heute ist es gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Im Zentrum liegt der Rathausplatz mit dem \u2013 man ahnt es \u2013 Rathaus. 1322\u00a0wurde er erstmals erw\u00e4hnt, und z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten erhaltenen in Europa \u00fcberhaupt. Auffallend sie die beiden Wasserspeier in Drachengestalt, die jedoch erst sp\u00e4ter, im 17. Jahrhundert, dazukamen. Der Christbaum soll zum ersten Mal in Tallinn ausgestellt worden sein, wobei unsere Reisef\u00fchrerin sagt, dass auch Riga\/Lettland das f\u00fcr sich einnimmt. Im Rathaus ist eine kleine sehr urige Kneipe untergebracht, <a href=\"http:\/\/www.tripadvisor.de\/Restaurant_Review-g274958-d2509888-Reviews-Tristan_Isolde-Tallinn_Harju_County.html\"><strong>Tristan &amp; Isolde<\/strong><\/a>\u00a0\u2013 die Bedienung kann etwas ruppig sein, doch ist es sehr urt\u00fcmlich und man kann gut warmen Wein (gl\u00f6gi) dort trinken.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber vom Rathaus liegt die <a title=\"Tallinna Raeapteek\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tallinna_Raeapteek\">Ratsapotheke<\/a>. 1422 wurde sie erstmals urkundlich erw\u00e4hnt und wird \u2013 das ist das eigentlich spannende \u2013 heute noch betrieben. Nur die Mittelchen haben sich ge\u00e4ndert, und in dem kleinen Museum kann man ablesen, was fr\u00fcher verkauft wurde: Kr\u00f6ten und andere sonderliche Mittelchen f\u00fcr jeden Anlass.<\/p>\n<p>Tallinn am Meer war schon immer ein Ort mit viel Handel und so sollte eine Stadtmauer zu Schutz gebaut werden. Von den 2,35 km Mauer k\u00f6nnen auch einige Meter begangen werden. Eingebettet waren die Stadttore und der Kanonenturm <strong><a href=\"http:\/\/www.tourism.tallinn.ee\/ger\/fpage\/idee\/beste_panoramablicke_auf_tallinn#!p_174824\">Dicke Margarethe<\/a><\/strong>, ehemals gebaut zum Schutz des Hafens, heute beherbergt es ein Seefahrtsmuseum. Das ist an sich selbst schon ein Museum-Museum, denn es steht mit der Einrichtung heute immer noch auf dem Stand der 1980er Jahre. Die Sammlung ist ein wenig unorganisiert, es gibt \u00fcberhaupt keine neuen Medien, aber ein paar Mitmachdinge f\u00fcr Kinder, wie Knoten legen. Englische Erkl\u00e4rungen sind rar und ich frage mich die ganze Zeit, was mir die Ausstellung sagen m\u00f6chte. Mein Fazit: Nur f\u00fcr absolute Freaks.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiek_in_de_K%C3%B6k_(Tallinn)\">Kiek in de K\u00f6k<\/a><\/strong>\u00a0ist ein ehemaliger Kanonenturm aus dem 15.\u00a0Jahrhundert. Er hei\u00dft so, weil die T\u00fcrme so hoch waren, und \u201eGuck in die K\u00fcche\u201c m\u00f6glich war. Im Begleitheft zur Tallinn Karte steht zwar \u201eHeute ist es ein High-Tech-Museum\u201c, doch das ist eine L\u00fcge, nix besonderes ist drin, die Etagen sind durchaus kunstvoll, aber von Technik (bis auf die Espressomaschinen pro Ebene) keine Spur. (Stand Oktober 2013.) Direkt daneben sind die Bastion Tunnel, die man nur mit F\u00fchrung besuchen kann, welche leider nicht jeden Tag in der gew\u00fcnschten Sprache stattfinden.<\/p>\n<p>Der <strong>Turm der St. Olaikirche (Oleviste Church Tower)<\/strong> stammt aus dem Mittelalter und war einst der h\u00f6chste Turm der Welt. Der ehemals 159\u00a0Meter hohe Turm zog Blitze magisch an und brannte mehrmals nieder. Daher ist dieser heute wohl nur noch 124 Meter hoch. Nach aktueller Rechtsprechung darf kein Geb\u00e4ude mehr h\u00f6her sein. Viele Treppen liegen zwischen Eingang und Plattform, wenn man das allerdings bezwungen hat, belohnt eine grandiose Aussicht die Strapazen. Allgemein spielt Religion keine gro\u00dfe Rolle, daher entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn kein Geb\u00e4ude h\u00f6her als die Kirche sein bzw. das obere Kreuz an der Turmspitze sein darf. Der Aufstieg geht definitiv heftig auf die Pumpe, doch die Aussicht ist einfach nur gro\u00dfartig und somit ein Muss in Tallinn.<\/p>\n<p>Direkt neben der \u201eumz\u00e4unten\u201c Altstadt liegt <strong>Toompea (Domberg)<\/strong>. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander-Newski-Kathedrale_(Tallinn)\"><strong>Alexander-Newski-Kathedrale<\/strong><\/a>\u00a0ist eine pr\u00e4chtige russisch-orthodoxe Kirche. Nebenan liegt das <strong>Schloss (Toompea Palace)<\/strong> auf dem Domberg, Sitz des PARLIAMENT OF ESTONIA. Das Geb\u00e4ude ist pink, aber weil pink nicht so cool klingt, hat man einen neuen Namen f\u00fcr die Farbe erfunden, den ich gleich wieder vergessen habe. Estland ist eine parlamentarische Republik und gibt sich sehr volksnah. Die Reiseleiterin erz\u00e4hlt von einem Vorfall, dass der Ministerpr\u00e4sident (?) mit einem Touristen in die Kneipe ging. \u00dcberhaupt ist Estland sehr fortschrittlich: Wahlen sind per Internet und sogar per SMS m\u00f6glich, das Parlament versucht auf Papier zu verzichten und Dokumente systematisch zu digitalisieren; kein Wunder, dass das Land auch E-Stonia hei\u00dft. Die Verfassung garantiert allen Einwohnern den Zugang zum Internet, wobei die Abdeckung in der Stadt auch nicht auf 100\u00a0% kommt. Skype und Kazaa kommt aus Estland, worauf gerne die Gespr\u00e4che kommen (sagt unsere Reiseleiterin). Estland ist im Bereich der freien Presse vom <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/ranglisten\/rangliste-2013\/\">dritten auf den 11. Platz gefallen<\/a>, liegt bei <a href=\"http:\/\/www.freedomhouse.org\/report\/freedom-net\/freedom-net-2013\">Internet-Freiheit 2013 auf Platz zwei<\/a>, was weltweit gesehen Spitzenposition sind. Estland verf\u00fcgt \u00fcber eigene\u00a0<a title=\"Estnische Streitkr\u00e4fte\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Estnische_Streitkr%C3%A4fte\">Streitkr\u00e4fte<\/a> und Milit\u00e4rdienst ist Pflicht, wozu unsere Reiseleiterin sagt, dass die Jungs nach 3 Monaten schnell pummelig werden.<\/p>\n<p>Vom Parlament bis zum Stenbock House ist es auch nicht weit \u2013 es wurde zur gleichen Zeit gebaut \u2013 und ist ein sch\u00f6ner Aussichtspunkt mit Blick \u00fcber die Stadt.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen F\u00e4hrschiffe nach Finnland und Schweden liegen imponierend im Hafen. An den auf alkoholischen Getr\u00e4nken spezialisierten Gesch\u00e4ften l\u00e4sst sich ablesen, dass in den angefahrenen L\u00e4ndern Alkohol zwar gerne konsumiert wird, aber wohl so teuer wie Gold sein muss. In Estland ist heimischer Alkohol relativ g\u00fcnstig. Typisch f\u00fcr Estland ist der Lik\u00f6r <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vana_Tallinn\"><strong>Vana Tallinn<\/strong><\/a>, warmer Gew\u00fcrzwein (erinnert an Gl\u00fchwein) und Bier (Saku).<\/p>\n<p>Auf dem Web vom Hafen kam ich am Stadtviertel <a href=\"http:\/\/www.visitestonia.com\/de\/stadtviertel-rotermanni-in-tallinn\"><strong>Rotermanni<\/strong><\/a> vorbei, mit einigen architektonisch interessanten Geb\u00e4uden und \u201ewiederbelebten Industriegeb\u00e4uden\u201c. Dort befindet sich auch \u00a0ein Kino mit 11 S\u00e4len, das <b>Coca Cola Plaza.<\/b><\/p>\n<p>Hinter dem Bahnhof liegt ein Markt, der neben Fr\u00fcchten und Anziehsachen auch Tr\u00f6del aus Sowjetischer Zeit verkauft. Die Reisef\u00fchrerin spricht davon, dass in der Vergangenheit auch Kalashnikovs (AK 47) verkauft wurden.<\/p>\n<p>Fast von gegen\u00fcber am Bahnhof l\u00e4sst sich ein Teil der Stadtmauer sehr sch\u00f6n bewundern und es gibt einen kleinen Park. Die Wehrmauern z\u00e4hlen zu den am Besten erhaltenen in Europa. Oben k\u00f6nnen Touristen einen Teil besichtigen. Auf der anderen Seite der Altstadt liegt der Hellmann Turm und 200 m Stadt-Mauer, die zwar gut begehbar sind, mich aber nicht so beeindrucken.<\/p>\n<p>Etwas au\u00dferhalb, und einen sch\u00f6nen Spaziergang am Hafen vorbei, liegt das <a href=\"http:\/\/www.lennusadam.eu\/en\/\"><strong>Lennusadam<\/strong><\/a>, ein wunderbar gemachtes Museum, wenngleich recht kriegerisch in der Ausrichtung. Ich habe das erst gar nicht so richtig wahrgenommen, und wollte nur einen Kaffee trinken, aber als ich dann oben im Caf\u00e9 sa\u00df und alles \u00fcberschauen konnte, bin ich nach dem Getr\u00e4nk direkt wieder runter und habe mir ein Ticket (10 \u20ac) gekauft. Highlight ist das U-Boot Lembit aus dem Jahr 1936. Dass man selbst hinein kann ist gro\u00dfartig, wobei man nat\u00fcrlich nicht nachvollziehen kann, wie es sich wohl mit der gesamten Besatzung und all dem L\u00e4rm angef\u00fchlt haben muss.<\/p>\n<p>Die Tallinn Karte nutze ich, um zuerst zum Funkturm zu fahren. Praktisch f\u00fcr mich: hinter dem Bahnhof fahren Stra\u00dfenbahnen zum <strong>Viru Keskus Bus Terminal<\/strong>, denn von dort muss man den Bus 34A zum <b>Teletron<\/b> nehmen. An meinem Tag steht der Turm im Nebel und daher ist von oben leider wenig zu sehen. Unten gibt es noch einen Vorf\u00fchrraum und sch\u00f6ne bunte Fenster und ein witziger 3D-Kurzfilm wird gezeigt. Wobei mir die Frau am Empfang schon gleich die Pointe verraten hat, was nicht so lustig war.<\/p>\n<p>Essen und Trinken<\/p>\n<p>Teuer ist Tallinn nicht wirklich, man kann gut und g\u00fcnstig essen. In einer B\u00e4ckerei nehme ich ein St\u00fcck Kuchen f\u00fcr 0,85 \u20ac und eine Rumkugel dazu, und muss doch noch einmal nachfragen, ob ich mich bei 1,35 \u20ac nicht verh\u00f6rt habe. Nur am direkten Rathausplatz und in den speziellen Touristen-Restaurants wird es schnell teuer.<\/p>\n<p>Das <strong><a href=\"http:\/\/www.oldehansa.org\/\">Olde Hansa<\/a><\/strong>\u00a0ist ein mittelalterliches Restaurant (1400 A.D steht selbstbewusst auf der Rechnung) und l\u00e4sst einige Damen auf alten Instrumenten spielen, um eine wohlige Atmosph\u00e4re f\u00fcr die G\u00e4ste zu erzeugen. Es gibt Men\u00fckarten auf unterschiedlichen Sprachen und Spezialit\u00e4ten, wie aus dem 15. Jahrhundert (so stellt man sich das jedenfalls vor), allerdings ist das Ganze nicht so g\u00fcnstig, das gilt f\u00fcr das Essen ebenso wir f\u00fcr die Getr\u00e4nke (mein Vana Tallinn macht 4 \u20ac). Die Bemerkung auf der Rechnung \u201eTips are welcome\u201c muss daher nicht unbedingt sein. Angeschlossen am Restaurant ist auch ein kleiner Shop. Dort kaufe ich mir f\u00fcr 15 \u20ac ein kleines Fl\u00e4schchen \u201eBerry Schnapps\u201c, doch nach dem Genuss bekomme ich schnell Magenkr\u00e4mpfe (nix mit \u201emakes your soul cheerful\u201c), deutlich besser vertrage ich den Vana Tallinn oder Eesti Vodka. Die Verk\u00e4uferin sagt, alles w\u00e4re selbst zubereitet, vielleicht ist das auch der Grund, warum sie Vana Tallinn selbst im Shop nicht verkaufen.<\/p>\n<p>Am Rathausplatz liegen auch diverse Restaurants, von denen (vermutlich auch wegen der hohen Preise) unsere Reiseleiterin abr\u00e4t. Schon in Ordnung w\u00e4re das russische Restaurant, in dem ich auch abends ein paar Pelmenis gegessen habe (5,90 \u20ac).<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.kalev.eu\/en\/maiasmokk-cafe\/cafe\"><strong>Maiasmokk<\/strong><\/a>\u00a0ist das \u00e4lteste Cafe von Estland und existiert seit 1864. Eine gem\u00fctliche Einrichtung macht es zum tollen Erlebnis bei einem schmackhaften St\u00fcck Kuchen. Es gef\u00e4llt aber nicht jedem dort, wie man bei <a href=\"http:\/\/www.tripadvisor.com\/Restaurant_Review-g274958-d2268286-Reviews-Maiasmokk_Cafe-Tallinn_Harju_County.html\">TripAdvisor<\/a>\u00a0nachlesen kann. Mein Kuchen war absolut perfekt, die hei\u00dfe Schokolade im guten Durchschnitt.<\/p>\n<p>Im <strong><a href=\"http:\/\/www.kohvik.ee\/\">Kehrwieder\u00a0Caf\u00e9s<\/a><\/strong> bekam ich einen ordentlichen Tiramisu-Kuchen und Mocca-Kaffee.<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.peppersack.ee\/\"><strong>Peppersack<\/strong><\/a>\u00a0liegt in einem Geb\u00e4ude aus dem 15. Jahrhundert (andere Quellen sagen 14. Jahrhundert) und befindet sich nicht nur gegen\u00fcber der <b>Olde Hansa<\/b> sondern ist auch im Angebot vergleichbar; es gibt mittelalterliches Essen und abends eine Show.<\/p>\n<p>Es gibt einiges an \u201etraditioneller\u201c K\u00fcche, was ich selbst aber nicht auf den Karten gesehen habe, wie verschiedene Gerichte aus S\u00fclze. Schon eher fand ich marinierten Fisch auf Brot.<\/p>\n<p>Tallinn Karte<\/p>\n<p>Mit der <strong><a href=\"http:\/\/www.tourism.tallinn.ee\/ger\/fpage\/tallinncard\">Tallinn-Karte<\/a><\/strong> (kurz TC) kann man umsonst die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel benutzen, und in der Regel alle Museen gratis besuchen. Die Karte ist zeitlich beschr\u00e4nkt, und einmal aktiviert 24 Stunden lang g\u00fcltig; wer also um 14:00 beginnt, kann die Karte bis zum n\u00e4chsten Tag 14:00 nutzen und muss nicht sportlich von 9 Uhr morgens bis 18 Uhr abends alles durchziehen. Wer ein wenig betr\u00fcgen m\u00f6chte kann die Karte auch weiterhin bei den Museen nutzen, die kein elektronisches Testger\u00e4t haben und nur die Kartennummer aufschreiben \u2013 so kann man vielleicht noch ein paar Stunden gewinnen, aber bei Eintrittspreisen f\u00fcr 1-2 \u20ac ist das eigentlich l\u00e4cherlich. Der Preis f\u00fcr 24 Std. betr\u00e4gt 24 \u20ac.<\/p>\n<p>Ob sich \u00fcberhaupt der Kauf der Tallinn Karte lohnt ist eine andere Frage, ich sch\u00e4tze sie als n\u00fctzliches Utensil, da man sich diese im \u00f6ffentlichen Nahverkehr einfach nutzen kann und auch in den Museen ohne kleingeldz\u00e4hlen schnell hineinkommt. Wenn man die Werte summiert vermute ich, dass man keinen gro\u00dfen Gewinn macht und nat\u00fcrlich auch ein bisschen an Flexibilit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft wird, wenn man die Karte ein paar Tage vorher kauft und an dem gebuchten Tag regnet es so stark, dass man keinen Fu\u00df vor die T\u00fcr setzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Wer mit der Karte Geld sparen m\u00f6chte sollte bedenken, dass nicht an jedem Tag alle Museen ge\u00f6ffnet haben, Montags ist so ein Tag. Das Heftchen, das es zur Karte\u00a0 gibt, ist absolut notwendig, denn es z\u00e4hlt nicht nur auf, welche Einrichtungen mit der TC frei sind (oder wie hoch die Geb\u00fchr ist), sondern auch zu welchen Zeiten \u2013 und ob \u00fcberhaupt \u2013 ge\u00f6ffnet ist.<\/p>\n<p>Unterbringung<\/p>\n<p>Die Unterbringung im <a href=\"http:\/\/www.gohotels.ee\/\"><strong>Go Hotel Shnelli<\/strong><\/a>\u00a0hatte ich vorher im Internet gebucht, ein Standarddoppelzimmer f\u00fcr 4 Tage, 32 \u20ac\/Tag. Das Hotel ist in Ordnung, Internet ist frei, inkl. Fr\u00fchst\u00fcck in einem ziemlich coolen Restaurant. Mein Zimmer liegt in der 6. Etage und ich habe den Zugverkehr vor den Augen und Ohren, doch nachts ist es ruhig und auch sonst ist das Gebrumme auszuhalten. Die Matratze ist ein bisschen weich und auch nicht sonderlich gro\u00df, statt einem King-Size-Bed stehen zwei Einzelbetten nebeneinander. Nachts viel einmal der Wasser aus und auf dem Telefon steht 7 f\u00fcr die Rezeption, sollte aber 77 hei\u00dfen, sonst erreicht man niemanden. Zwei\u00a0deutsche TV-Programme gibt es, RTL und Pro 7, ein R\u00f6hrenfernseher gibt sie wieder. Unten neben der Lobby ist noch ein recht cooles Caf\u00e9 im gelb gehalten.<\/p>\n<p>Unterbringungen gibt es aber in Tallinn zur Gen\u00fcge, Familien k\u00f6nnen sich gut auch in Appartements unterbringen, <a href=\"http:\/\/www.residence.ee\/en\/apartments\/\">http:\/\/www.residence.ee\/en\/apartments\/<\/a> sind eine Anlaufstelle, <a href=\"https:\/\/www.airbnb.de\/s\/Tallinn--Estland\">Airbnb<\/a> nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<p>An-\/Abreise<\/p>\n<p>Meinen Flug nach Tallinn nehme ich mit <a href=\"http:\/\/www.ryanair.com\/en\/cheap-flights\/tallinn-to-dusseldorf\">Ryanair<\/a> und zahle daf\u00fcr 45,89\u00a0\u20ac plus sp\u00e4ter 20 \u20ac f\u00fcr einen 15 kg Koffer (eigentlich 16 \u20ac, h\u00e4tte ich nicht sp\u00e4ter nachgebucht). Um 6:55 geht es p\u00fcnktlich los, der Flieger ist fast komplett ausgebucht und nach 2:30 Stunden Flugzeug setzt der Flieger in Tallinn Airport (TLL) auf.<\/p>\n<p>In der Stadt kann man sich gut zu Fu\u00df bewegen, Ziele au\u00dferhalb sind mit dem Bus oder der Tram erreichbar. Der eine Busterminal liegt noch im Zentrum der Stadt, es gibt noch den <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tallinn_Bus_Station\">\u201eCentral Bus Station\u201c (Autobussijaam)<\/a>, der liegt etwas weiter weg und von dort fahren auch Fernbusse, etwa nach Riga\/Litauen. Vom Bahnhof f\u00e4hrt die Linie Nr. 2 (Kopli-\u00dclemiste) direkt zum <b>Autobussijaam<\/b>.<\/p>\n<p>Taxis haben keinen guten Ruf, wobei man einfach nur die Augen aufmachen muss. Problem ist, dass Taxis ihre eigenen Tarife (also Startpreis und Preis pro Kilometer) definieren k\u00f6nnen, und der kann recht hoch sein. Gut f\u00fcr Kunden ist jedoch, dass der Preis immer von au\u00dfen sichtbar angebracht sein muss. Sind die Preise zu hoch, sucht man sich ein anderes Taxi. Und was teuer aussieht (Mercedes) ist auch teuer.<\/p>\n<p>Am Bahnhof ist nicht viel los, denn der Personeneisenbahnverkehr beschr\u00e4nkt sich im Wesentlichen auf Ziele innerhalb des Landes, wobei es Routen nach St.\u00a0Petersburg und Moskau gibt.<\/p>\n<p>Am Morgen meiner Abreise nach Riga checke ich aus dem Hotel aus, laufe hinter den Bahnhof zur Tram-Haltestelle, steige in die Nr. 2 wie n\u00f6tig, doch werde irritiert dadurch, dass ich nicht bezahlen kann; die Dame im F\u00fchrerhaus wei\u00dft mich ab. Ich bin verwirrst, steige wieder aus, will schon ein Taxi nehmen, frage aber im Reiseb\u00fcro um die Ecke noch einmal nach, ob ich etwas falsch gemacht habe und nicht bar bezahlen kann. \u201eDoch!\u201c sagt man mir, also laufe ich zur\u00fcck, steige in die n\u00e4chste Nr. 2 und dann ist das Zahlen kein Problem. Sehr merkw\u00fcrdig. 1,60 \u20ac bringen mich zum Bus-Terminal, mit der Chip-Karte w\u00e4ren 1,10 \u20ac f\u00e4llig. Die Abfahrt ist p\u00fcnktlich um 12:45 vom kleinen doch sympathischen Bus-Bahnhof, etwa um 17:00 komme ich an der Riga Coach Station an.<\/p>\n<p>Links mit allgemeinen Infos<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.tourism.tallinn.ee\/ger\">http:\/\/www.tourism.tallinn.ee\/ger<\/a>. Tourismusseite der Stadt Tallinn<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/tallinn.fotonet.ee\/eng\">http:\/\/tallinn.fotonet.ee\/eng<\/a>. Bilder von Tallinn<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-07\/estland-geringe-staatsschulden-unglueckliche-buerger\">http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-07\/estland-geringe-staatsschulden-unglueckliche-buerger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalpark_Lahemaa\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalpark_Lahemaa<\/a>. Wenn man mal etwas weiter raus m\u00f6chte<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.inyourpocket.com\/data\/download\/tallinn.pdf\">http:\/\/www.inyourpocket.com\/data\/download\/tallinn.pdf<\/a>. Aktuelle Infos<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.inyourpocket.com\/estonia\/tallinn\">http:\/\/www.inyourpocket.com\/estonia\/tallinn<\/a>. iPhone App statt PDF von In Your Pocket<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estland bildet zusammen mit Lettland und Litauen das Baltikum. Seit 2011 geh\u00f6rt es zur Eurozone (als Erster der baltischen Staaten) und hat den Euro als Zahlungsmittel eingef\u00fchrt. Das Land ist extrem flach und der h\u00f6chste Berg (H\u00fcgel?) ist etwas mehr als 300 Meter hoch. 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