{"id":901,"date":"2013-11-21T23:18:57","date_gmt":"2013-11-21T22:18:57","guid":{"rendered":"http:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/?p=901"},"modified":"2015-01-20T12:07:35","modified_gmt":"2015-01-20T11:07:35","slug":"litauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/litauen\/","title":{"rendered":"Litauen"},"content":{"rendered":"<p>Auch nach Litauen und insbesondere Vilnius fliegt Raynair von Deutschland aus, doch meine Route ist ein wenig anders. Ich komme von Norden, Liep\u0101ja in Lettland, und direkt nach Vilnius m\u00f6chte ich noch nicht.Mein Ziel ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klaip%C4%97da\"><b>Klaip\u0117da<\/b><\/a>, das zwischen den Weltkriegen die n\u00f6rdlichste Stadt Deutschlands war, damals Memel genannt, gleichlautend wie der Fluss <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Memel_(Fluss)\">Memel<\/a>, der in Klaip\u0117da in die Ostsee m\u00fcndet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Mit dem Bus von <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Ecolines<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\"> fahre ich von Liep\u0101ja\/Lettland nach Klaip\u0117da\/Litauen und die Entfernung ist auch nicht gro\u00df, gerade einmal 100 km. Dass wir mit dem Bus die Grenze nach Litauen schnell \u00fcberqueren entgeht mir, es gibt keine Grenzkontrolle, nur die SMS vom Provider mit dem Hinweis auf die Roamingkosten erinnert mich an ein neues Land. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir <strong>Palanga<\/strong>, ein Zwischenziel (mit bekannterem Bernsteinmuseum) und machen eine Pause von 20 Minuten. Andere Minibusse auf den Weg nach Klaip\u0117da warten schon. Dann geht es noch einmal vielleicht 20 Minuten zu meinem Ziel, dem <\/span><b style=\"line-height: 1.5;\">Klaip\u0117dos autobus\u0173 stotis, Klaip\u0117dos autobus\u0173 parkas<\/b><span style=\"line-height: 1.5;\">, Strasse Butk\u0173 Juz\u0117s gatv\u0117.<\/span><\/p>\n<p>Da es 10 Uhr ist, noch etwas zu fr\u00fch f\u00fcrs Hotel, setze ich mich ins Cafe Klaip\u0117da und trinke einen Late kava (4,50 Litas, 1,30 \u20ac). Vor dem Cafe ist ein Geldautomat, sodass ich Litas ziehen kann, der Wechselkurs ist so, dass man f\u00fcr einen Euro genau 3,5 Litas bekommt.<\/p>\n<p>Zwei N\u00e4chte bleibe ich im <a href=\"http:\/\/www.ambertonhotels.com\/klaipeda\"><b>Amberton Klaipeda<\/b> <\/a>(40 \u20ac\/Nacht, mit Fr\u00fchst\u00fcck, Wifi). Das Hotel liegt direkt an der Altstadt und recht zentral. Als ich ankomme ist die Rezeption nur mit einem Mann besetzt (und auf meine Frage, ob das normal sei, antwortete er mit \u201eja\u201c) und es dauert etwas bis ich meinen Schl\u00fcssel bekomme. Ich gehe auf mein Zimmer in der achten Etage und finde zwei kleine Einzelbetten, wobei ich doch ein Kingsize-Bett gebucht habe. Ok, also rufe ich unten an, und man sagt mir, jemand wird einen neuen Schl\u00fcssel bringen. Nach 10 Minuten habe ich einen neuen Schl\u00fcssel und es sind wirklich physikalische Schl\u00fcssel, mit denen die T\u00fcr aufgemacht wird, so etwas habe ich sei langen nicht mehr gesehen. Wobei im Schl\u00fcsselhalter schon eine Elektronik eingebaut ist, denn ohne den Transponder im Fahrstuhl zu nutzen kommt man erst gar nicht auf seine Etage. Das neue Zimmer hat zwei Fensterfronten (mit dem Nachteil, dass man nackig in 3D gesehen wird) und ist relativ gro\u00df und angenehm, ein bisschen hellh\u00f6rig, hat R\u00f6hrenfernsehen (mit 3sat!) und im Bad besteht der Handtuchhalter aus beheizten St\u00e4ben, ein cooles Feature. Unten steht ein ATM, auch sehr praktisch. Doch dass eine Flasche Wasser 10 Litas kostet (2,90 \u20ac), macht das Amberton nicht sympathischer.<\/p>\n<p>Der Fr\u00fchst\u00fccksraum liegt im Nebengeb\u00e4ude. Ein Streifen navigiert den Fu\u00dfg\u00e4nger \u00fcber die erste Etage am Strip-Club vorbei, durch die \u00dcberf\u00fchrung, im Fahrstuhl wieder auf die untere Ebene, dann nach drei Minuten hat man sein Ziel erreicht. Das Angebot ist in Ordnung, am Besten sind Baken Beans zusammen mit dem frischen Brot. Der Schnittk\u00e4se ist hart und alt und eigentlich eine Unversch\u00e4mtheit noch anzubieten. Der Kaffee aus der Maschine ist akzeptabel, wenn man nett fragt bekommt man aber einen Cappuccino.<\/p>\n<p>In Klaip\u0117da gibt es ein paar Sachen zu sehen\u00a0<a href=\"http:\/\/www.inyourpocket.com\/data\/download\/klaipeda.pdf\">Klaip\u0117da in your Pocket<\/a>\u00a0gibt einen Einblick; ein wenig geschockt hat mich jedoch das Vorwort:<\/p>\n<blockquote><p><i>With an estimated 3,000 people leaving Lithuania every month and the highest suicide rate per capita in the world, one would imagine that people in positions of influence and authority in Lithuania would be doing everything possible to make the country a more pleasant and welcoming country for both its citizens and its visitors. With very few exceptions, this isn\u2019t what\u2019s happening at all. In the case of Klaip\u0117da, where neither the train nor\u00a0<\/i><i>the bus station fail to provide a single sign in English or any other foreign language and where subsequently the alienation process begins before people have even properly arrived, the quality of service has nosedived to levels of such incompetence and indifference that we feel we need to write something if only to get it off our chest. During the updating of this guidebook we had a door closed in our face by a dozy waitress in an expensive\u00a0<\/i><i>restaurant who then went on to literally throw menus on the table and vanish, sat waiting for service that never arrived on more than one occasion, ordered egg-fried rice and got plain rice, were served a plate of white bread that was not only stale but literally covered in mould (again in an expensive restaurant), and generally suffered the wrath and stupidity of people whose incomes depend on their overall friendliness and intelligence. All of this may appear to be nothing more than a moan, but we think different, betting there\u2019s a direct connection between the widespread insouciance currently enveloping the country and the fact that Lithuania is finding it difficult to recover from the recent economic crisis. It\u2019s no wonder so many people are leaving by any means possible. <b>Klaip\u0117da In Your Pocket<\/b> would like to apologise in advance on behalf of the appalling service currently rearing its ugly head not just along the coast but all over the country.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Direkt neben dem Amberton liegt das architektonische Highlight der Stadt, ein Hochhaus aus zwei Teilen. Nicht unweit befindet sich auch die Post, ganz im Gegensatz dazu ein Relikt aus der Vorzeit, sehr h\u00fcbsch von innen anzusehen. Die Altstadt liegt gleich neben an und entt\u00e4uscht mich. Zwar l\u00e4sst sich der Charakter der Altstadt durchaus noch ablesen, doch scheint mir die Konzentration von Fris\u00f6r-L\u00e4den und Boutiquen zu hoch. Memel wurde in den Kriegen etwa zur H\u00e4lfte zerst\u00f6rt, vielleicht liegt es auch daran. Der <b>Simon-Dach-Brunnen<\/b>\u00a0ist jedenfalls kein besonderer H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Doch daf\u00fcr bin ich nicht nach Klaip\u0117da gekommen, mein eigentliches Ziel ist die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurische_Nehrung\"><b>Kurische Nehrung<\/b><\/a>, ein fast 100 km langer Streifen, den sich Russland und Litauen etwa zu H\u00e4lfte teilen. Seit dem Jahr 2000\u00a0ist sie UNESCO Weltkulturerbe. Leider ist das Wetter im September alles andere als gut, so muss ich mit dem Regen am Vormittag k\u00e4mpfen, bis ich endlich die F\u00e4hre nehmen kann. Das Ticket (2,90 Litas, 0,84 \u20ac hin und zur\u00fcck) kauft man entweder im H\u00e4uschen mit dem Imbiss oder drau\u00dfen am Automaten. Die F\u00e4hrzeiten sind auf einem kleinen Zettelchen abzulesen: st\u00fcndlich von 7 Uhr bis 21 Uhr mit der Ausnahme von 11.30\/14.30, statt 11\/14 Uhr. Um 13 Uhr herrscht kein F\u00e4hrverkehr. Die Zeiten gelten f\u00fcr den alten \u201enormalen\u201c Hafen, F\u00e4hren vom neuen Hafen fahren durchschnittlich im 20-30 Minuten Takt.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite steht schon ein Bus bereit, der mich f\u00fcr 10 Litas (2,90 \u20ac) nach <b>Nida<\/b> bringt. Der Weg zieht sich, auch durch die Baustellen, denn die Strasse wir erneuert. Das f\u00fchrt bei meiner Fahrt zu Verz\u00f6gerungen von vielleicht 20 Minuten, aber wie die Frau von der Tourismusbeh\u00f6rde sagte \u201eit\u2019s low season so a good time to fix the road\u201c. Wenn man den Weg mit dem eigenen Auto f\u00e4hrt, wird immer wieder etwas an Maut f\u00e4llig und einen Blitzer gibt es auch, etwas, was ich in ganz Litauen bisher nicht gesehen habe.<\/p>\n<p>Der litauische Teil der Kurischen Nehrung hei\u00dft <b>Neringa<\/b> und dort liegen verschiedene kleine Orte, so etwa <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Juodkrant%C4%97\">Juodkrant\u0117<\/a>\u00a0auf der H\u00e4lfte nach Nida. Ich sehe einige Reisende in Bussen, die am Strand und den D\u00fcnen halten. Doch der regul\u00e4re Bus h\u00e4lt nicht, so fahre ich durch bis nach <b>Nida<\/b> (<a title=\"Nida (Litauen)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nida_(Litauen)\">Nidden<\/a>\u00a0auf Deutsch). Nida ist gleichzeitig die letzte gr\u00f6\u00dfere Gemeinde vor Russland. Wenn man weiter fahren w\u00fcrde, k\u00e4me man in Kaliningrad raus. Bemerkenswert sind dort die gr\u00f6\u00dften D\u00fcnen Europas, die ich aber nicht wirklich begehen kann, da der Regen zwischen mir und ihnen steht. Ich kann mir aber gut vorstellen, warum in der \u201eostpreu\u00dfische Sahara\u201c damals einige Filme gedreht wurden, wenn man einmal eine W\u00fcste in einer Szene braucht. Die <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/reise\/reisetipps\/europa\/litauen\/article12446385\/Litauen-Kurische-Nehrung-Top-Highlights-7651.html\">Parnid\u017eio D\u00fcne<\/a> ist auf dem Google Map <a href=\"http:\/\/www.visitneringa.com\/en\/main\/places?id=43552\">Satellitenbild<\/a>\u00a0gut zu sehen.<\/p>\n<p>Der Bus und die F\u00e4hre sind gut getaktet. Ich gehe in Nida noch in den Supermarkt (den ich in Klaip\u0117da auf den ersten Blick gar nicht gefunden habe) und fahre zur\u00fcck. Leider schaffe ich es nicht mehr das Mann Haus-Museum zu besuchen, doch die alten Fischerh\u00e4user entgehen meinem Blick nicht.<\/p>\n<h2>Nach Vilnius<\/h2>\n<p>Von Klaip\u0117da zur Hauptstadt Vilnius bringt mich ein Bus, der regelm\u00e4\u00dfig verkehrt. Das Ticket kaufe ich wieder <a href=\"http:\/\/www.autobusubilietai.lt\/index.php\">online<\/a> und es geht vom gleichen Bus-Terminal los, den ich schon kenne. Etwas irritierend ist die Buchung auf der Webseite, denn die ist auf Litauisch, gut, dass eine VISA-Buchung nur ein paar Felder hat. Die Fahrt kostet etwa 18 \u20ac und ist damit relativ teuer. Der Fahrer kontrolliert die Tickets aber nicht, er ist ganz entspannt und locker. Insgesamt sind wir 4 Stunden unterwegs, von 10 bis etwa 13 Uhr und dann kommt man am <a href=\"http:\/\/www.autobusubilietai.lt\/lithuanian-and-international-routes\/vilnius-bus-station\/\">Bus-Terminal Vilnius,\u00a0Sodu Str. 22<\/a> an.<\/p>\n<p>Im Vorfeld habe ich f\u00fcr drei Tage im <a href=\"http:\/\/www.hotelalexa.eu\/index.php?Itemid=1\"><b>Alexa Old Town Hotel<\/b><\/a>\u00a0ein Zimmer gebucht (40 \u20ac\/Tag, Wifi, ohne Fr\u00fchst\u00fcck, das w\u00fcrde 6 \u20ac extra kosten). Das Hotel liegt nur ein paar Minuten zu Fu\u00df vom Bahnhof entfernt und ist somit schnell erreicht. Gleiches gilt f\u00fcr die Innenstadt, das Hotel liegt im Innenstadtbereich. Das Geb\u00e4ude ist ein neu restaurierter Altbau. Damit sind alle positiven Seiten schon aufgez\u00e4hlt: Das Zimmer selbst befindet sich im Dachgeschoss und ist ein kleines Zimmer mit Dachschr\u00e4ge und diesen kleinen typischen Dachfenstern. Selbst mit meinen 1,80 muss ich mich auf die Bettkante stellen, um das Fenster zum L\u00fcften aufzumachen und die Jalousie kann ich nur mit Strecken halb nach oben ziehen, um Licht in das Zimmer zu bekommen. F\u00fcr eine Person mit 1,60 ist das unm\u00f6glich, vielleicht bekommen die schon gleich ein anderes Zimmer \u2026 Ich w\u00fcnsche denen auch ein Zimmer, bei dem die Heizung funktioniert. Zwar ist in meinem Zimmer ein Heizk\u00f6rper montiert, doch der ist kalt. Im September ist es mit 7 Grad schon schattig, auf Nachfrage bekomme ich eine portable Standheizung in das Zimmer gestellt. (Unten im Empfang ist die Heizung etwas warm, auf meine Frage warum die Heizung denn oben nicht funktioniert, die Antwort: \u201evielleicht, weil es drau\u00dfen kalt ist?\u201c Aha. Ich m\u00f6chte nicht wissen, was wirklich im Winter passiert.) Zwei kleine Betten stehen im Zimmer, da ich als Einzelperson buche ist auch nur ein Bett vollst\u00e4ndig mit Kissen und Decke. Der Flachbildschirm ist so gro\u00df wie ein DIN A4-Blatt und erinnert mich an die ersten Displays f\u00fcr Notebooks: winzig. Was es an Programmen gibt wei\u00df ich nicht, die Fernbedienung, die man mir unten an der Rezeption aus einer Kramkiste holt, harmoniert nicht mit dem Fernsehen. Abends, als es schon dunkel ist, funktioniert das Licht im Flur nicht (hat eigentlich einen Bewegungsmelder), und im Dunkeln ein Schl\u00fcssel in das Schloss zu bringen ist ein n\u00e4chtliches Geschicklichkeitsspiel. (Es gibt eine kontaktlose Chipkarte, doch die wird nur f\u00fcr die Aktivierung des Stromnetzes gebraucht.) Im Bad sind die Wasserh\u00e4hne wirklich h\u00fcbsch, doch wenn das Wasser in der Dusche abflie\u00dfen w\u00fcrde, und m\u00fcsste man keine Duschunterbrechung zwecks zerz\u00f6gerter Wannenentleerung einlegen, dann w\u00e4re ich noch gl\u00fccklicher. Insgesamt ist das Zimmer aber ordentlich mit Teppich, dennoch keine Top-Empfehlung. Wem alles zu viel ist, findet im kleinen Laden nebenan eine gro\u00dfe Auswahl an alkoholischen Getr\u00e4nken und kann das Zimmer leichter vergessen. Interessant im Laden sind kleine abpackte Plastikd\u00f6schen mit zum Beispiel Vodka (warum kennt MS Word das Word Vodka nicht?), die gleich aussehen wie die D\u00f6schen Wasser und Saft im Flieger, mit denen man im Flugzeug gerne rumsaut, wenn man den Aluminiumdeckel abgezogen hat und dann eine Turbulenz kommt.<\/p>\n<p>Das zweite Hotel ist das <a href=\"http:\/\/www.comfort.lt\/\"><b>COMFORT VILNIUS HOTEL<\/b><\/a>, 38 \u20ac\/Nacht, Wifi und Fr\u00fchst\u00fcck. Das Alexa Old Town Hotel ist schon im besseren Zustand, doch hier im Comfort Vilnius habe ich wenigstens ein echtes Fenster und ansatzweise Licht. Beide Hotels sind nur ein paar Minuten auseinander und auch zum Bahnhof sind es somit unter 5 Minuten. Der Bus zum Flughafen ist also nur ein paar Minuten entfernt.<\/p>\n<p>Vilnius, eine Stadt mit nunmehr einer halben Million Einwohner, \u00fcberrascht mich positiv. In den Medien steht Lettland nach meiner Wahrnehmung als \u201ebaltischer Tiger\u201c (aber das ist auch Vergangenheit) im Vordergrund, doch jetzt, wo ich den direkten Vergleich zwischen Riga und Vilnius habe, w\u00fcrde ich doch schon sagen, dass es hier besser aussieht: auf den Stra\u00dfen fahren viele fette Autos (wann habe ich zum letzten Mal einen Bentley gesehen?), es gibt edle Boutiquen und ganz allgemein fallen mir mehr chice Menschen auf: gut gekleidete Frauen und M\u00e4nner. M\u00fcsste ich aus Tallin, Riga, Vilnius eine Stadt zum Leben w\u00e4hlen, w\u00fcrde ich bei Vilnius bleiben.<\/p>\n<p>Auch Vilnus\u2019 Altstadt ist 1994 als UNESCO Kulturerbe aufgenommen worden. Viele kleine Bistros und Kneipen reihen sich urig aneinander. B\u00e4ckereien, Schokoladerien, Schmuckl\u00e4den (mit Diamanten und Bernstein) laden zum St\u00f6bern ein. Vilnius war schon immer eine kulturelle Stadt und Kirche reiht sich an Kirche, weshalb man die Stadt auch \u201eRom des Ostens\u201c nennen kann. Bitter ist die Tatsache, dass die ehemals liberalste Stadt Europas durch die Weltkriege in ihrer Bev\u00f6lkerungszusammensetzung komplett auf den Kopf gestellt wurde. Der Holocaust vernichtete 80.000 j\u00fcdische Leben, 100.000 Polen zogen sich aus der Stadt zur\u00fcck und viele Russen in Vilnius hinein. Die \u00fcber Jahrhunderte etablierten Universit\u00e4ten genie\u00dfen einen guten Ruf und ziehen zehntausende junger Menschen aus ganz Europa an, die Bedienung spricht in der Regel ein paar Worte Englisch die f\u00fcr einen Kaffee reichen, mit Russisch ist man besser dran.<\/p>\n<p>Vilnius ist im Prinzip einfach aufgebaut: zwei ver\u00e4stelte Zweige bilden das Ger\u00fcst der Altstadt. Folgt man vom Tor der Morgenr\u00f6te (engl. Gates of Dawn) in der Stadtmauer dem Weg kommt man \u00fcber die Strasse Pilies am Ende bei der <b><a title=\"Gediminas-Turm\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gediminas-Turm\">Burg von Gediminas<\/a><\/b> raus, zumindest das, was davon noch \u00fcbrig geblieben ist. Das <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tor_der_Morgenr%C3%B6te\">Tor der Morgenr\u00f6te<\/a><\/strong>\u00a0ist ein besonderes Denkmal und die kleine obere Kapelle muss man sich auf jeden Fall ansehen. Immer wieder kommt man auch an \u201ekleinen\u201c Gimmicks vorbei, die man eigentlich \u00fcbersieht, wenn man nicht wei\u00df, das da was ist, wie dem Apple Tile (eine Platte nahe der Kirche mit einem Apfel drauf) oder der Wunschplatte (Platte an der Kathedrale mit \u201estebuklas\u201c = Wunsch) drauf.<\/p>\n<p>Am Ende der Piles Strasse und links neben der Burg erwartet einen die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kathedrale_St._Stanislaus_(Vilnius\"><b>Kathedrale St. Stanislaus<\/b><\/a>, ein Prachtbau und vermutlich die erste Kirche in Litauen, davor die Wunschplatte. Von dort f\u00fchrt eine weitere Strasse, die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gediminas_Avenue\"><b>Gedimino prospektas<\/b><\/a>, in eine zweite Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, mit chicen Gesch\u00e4ften und edlen Hotels. Das vielleicht wichtigste Museum des Landes, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Museum_der_Opfer_des_Genozids\"><b>Museum der Opfer des Genozids<\/b><\/a>, auch KGB-Museum genannt, liegt ebenfalls auf dieser Strasse direkt gegen\u00fcber von einem gr\u00f6\u00dferen Park.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite der Stadt liegt <a href=\"http:\/\/www.vilnius-tourism.lt\/en\/tourism\/places-to-visit\/top-20\/uzupis\/\"><b>U\u017eupis<\/b><\/a>, ein Mini-K\u00fcnstler\u201cdorf\u201c mit ein paar netten Installationen, aber das in irgend einer Weise mit Monmartre\u00a0in Paris zu vergleichen, wie es die Tourismus-Webseite tut, setzt Monmartre\u00a0auf die Ebene eines Blumentopfes inmitten eines Parks.<\/p>\n<p>Zwei weitere Museen sind eher f\u00fcr Liebhaber: einmal das Planetarium und das Energie-\/Technikmuseum. Bei dem <b>Planetarium<\/b> ist die Zeit stehengeblieben. Selbst die Playmobil-Frauen haben mittlerweile Br\u00fcste, doch das Planetarium ist eine Institution aus den 70er-80er Jahren. Nichts ist in Englisch, weder die Poster, noch die Vorf\u00fchrungen. Die Pr\u00e4sentation im Kugelgeb\u00e4ude dauert 45 Minuten, davon werden in 30 Minuten die Planeten vorgestellt und frontal projiziert, und in den 15 verbleibenden Minuten Sternbilder erkl\u00e4rt und die ersten wirklich in 3D. Nat\u00fcrlich habe ich nichts verstanden, selbst das Bezahlen des Tickets (10 Litas, 2,90 \u20ac) gestaltete sich ein wenig schwierig. Sympathisch ist, dass die Veranstaltung live vorgelesen wird \u2013 inklusiver kleiner Versprecher \u2013 nichts kommt von Band und die Sternbilder werden auch anhand eines Laserpointers nachgezeichnet.<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/emuziejus.lt\/\"><b>Energiemuseum<\/b><\/a> (auch 10 Litas) ist nicht weit entfernt und zeigt \u00dcberbleibsel des in 1903 in Betrieb genommenen Dampfkraftwerkes. Die anderen Etagen und anliegende Hallen sind mit dem gef\u00fcllt, was noch mit Technik zu tun hat, ein paar Autos, Motorr\u00e4der, Laser, Druck \u2013 alles ohne Konzept und roten Faden. Wenn man m\u00f6chte, kann man \u00fcber eine mobile App Informationen bekommen, den Internetzugang muss man sich im Museum aber kaufen.<\/p>\n<h2>Essen und Trinken<\/h2>\n<p>An Restaurants, Bistros und Cafes mangelt es in Vilnius wahrhaftig nicht. Auf der einen Seite stehen bekannte Marken, wie die g\u00fcnstige aus Finnland stammende Burger-Bude <a href=\"http:\/\/www.hesburger.com\/\"><b>Hesburger<\/b><\/a>, oder <b>McDonald\u2019s<\/b> (davon gibt es einen in der Altstadt etwas weiter au\u00dfen ein paar weitere). Das <a href=\"http:\/\/www.coffee-inn.lt\/\"><b>Coffee inn<\/b><\/a>\u00a0ist nett, bietet G\u00e4sten Wifi, und hat schon fast ein Monopol, so viele gibt es davon. <a href=\"http:\/\/www.caifcafe.lt\/lt.html\"><strong>Caif Cafe\u00a0<\/strong><\/a>gibt es auch ein paar Mal und hat auch gro\u00dfe Tassen. <a href=\"http:\/\/www.charlie.lt\/\">CHARLIE\u00a0PIZZA<\/a>\u00a0gef\u00e4llt mir sehr gut, zweimal hatte ich dort Pizza gegessen.<\/p>\n<p>Wirklich interessant sind nat\u00fcrlich die individuellen kleinen Bistros, die verstreut in der Stadt liegen. Die Rezeption gibt mir den Tipp <a href=\"http:\/\/www.fortas.eu\/main.php?lang=eng&amp;link=dvaras\"><strong>Forto dvaras<\/strong><\/a> in der Pilies Street 16, allerdings war es beim ersten Mal so voll, dass ich keinen Platz mehr bekam und ein paar Tage sp\u00e4ter noch einmal wiederkommen musste. Von der Webseite:<\/p>\n<blockquote><p><i>FORTO DVARAS was the first restaurant in Lithuania to offer certified meals from the Gastronomic Heritage Foundation. These are meals made in the traditional way, using products of local origin. You can hear Lithuanian music playing in a cosy atmosphere of an old estate, decorated with elements of the old graphics and pictures from authentic books. Children are playing with wooden toys and enjoying lovely surprises.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Das was ich hatte war wirklich etwas neues und sehr schmackhaftes, genannt <a href=\"http:\/\/www.fortas.eu\/main.php?lang=eng&amp;link=dvaras&amp;dvar=meniu\">ZEPPELIN<\/a>. Sehr gut fand ich auch den Tipp von Field Trip: <a href=\"http:\/\/www.bambalyne.lt\/\"><b>Bambalyn\u0117<\/b><\/a>, ein gem\u00fctliches Bierhaus in der Stikli\u0173 gatv\u0117 7. Man sitzt in einem Kellergew\u00f6lbe und kann zwischen 50 lokal gebrauten Biersorten w\u00e4hlen, nichts was man in einem normalen Supermarkt finden w\u00fcrde. Mit der Frage nach \u201edunkel\u201c oder \u201ehell\u201c, \u201ebitter\u201c oder \u201es\u00fc\u00dflich\u201c war meine Sorte schnell gefunden.<\/p>\n<p>Dazu kommen einige D\u00f6ner-L\u00e4den, wobei die verkaufte Variante genau genommen D\u00fcr\u00fcm, also ein gerollter D\u00f6ner, ist. In einem D\u00f6ner nahe meines Hotels, gab es im Regal 60 Sorten Alkohol, das Bier im K\u00fchlschrank noch gar nicht mitgez\u00e4hlt. Schmunzeln musste ich auch bei den Fleischsorten: D\u00f6ner mit Huhn, Rind und Schwein (!). Nein, ein T\u00fcrke f\u00fchrte den Laden nicht.<\/p>\n<h2>An- Abreise<\/h2>\n<p>Mit dem Fernbus und Flugzeug ist Litauen gut angebunden, mit dem Zug ist es langwierig. Fernbusse fahren nach (Wei\u00df-)Russland und West-Europa (Warschau) und innerhalb der Baltischen Staaten ist das eine komfortable und g\u00fcnstige Reisem\u00f6glichkeit mit Fahrzeiten von wenigen Stunden.<\/p>\n<p>Vom Vilnius International Airport (VNO) und Kaunas International Airport (KUN) fliegen auch Billigflieger wie Raynair, <a href=\"http:\/\/wizzair.com\/de-DE\/Search\">Wizz Air<\/a>), <a href=\"http:\/\/www.norwegian.com\/en\/\">Norwegian Air Shuttle<\/a>, allerdings gibt es in der Nebensaison weniger Fl\u00fcge. Regul\u00e4re Airlines sind unter anderem Lufthansa, <a href=\"http:\/\/www.flysas.com\/en\/Generic\/Services\/Route-map\/?NSSEXC=true\">Scandinavian Airlines<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.lot.com\/lt\/en\/routemap\">LOT Polish Airlines<\/a>. Mein Flug geht f\u00fcr 72 \u20ac (plus ein Gep\u00e4ckst\u00fcck) von Vilnius nach Weeze\/D\u00fcsseldorf \u00fcber Ryanair. Zum Flughafen geht ein Bus (und Zug) vor dem Bahnhof los, es sind <a href=\"http:\/\/www.marsrutai.lt\/vilnius\/en\/#Routes\/,1_1,1_1\">Linie 1<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.marsrutai.lt\/vilnius\/en\/#Routes\/,1_3,1_12\">Linie 2<\/a> (blaue Linie), f\u00fcr 3,50 Litas (genau 1 \u20ac). Etwas 20 Minuten dauert die Fahrt, vorbei an einem angeleinten Pferd, das ruhig auf einer kleinen Wiese vor einer Fabrikhalle verharrt \u2013 surreal. Im Hintergrund scheint das IKEA-Logo. Nachdem ich um 13 Uhr das Hotel verlasse sitze ich tats\u00e4chlich 30 Minuten sp\u00e4ter im \u201eOlympia\u201c Cafe des Flughafens und warte bei einem mittelpr\u00e4chtigen Cappuccino f\u00fcr 10 Litas (2,90 \u20ac) auf meinen R\u00fcckflug.<\/p>\n<h2>Links<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.inyourpocket.com\/lithuania\/klaipeda\">http:\/\/www.inyourpocket.com\/lithuania\/klaipeda<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=lt.termos.viltour\">https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=lt.termos.viltour<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch nach Litauen und insbesondere Vilnius fliegt Raynair von Deutschland aus, doch meine Route ist ein wenig anders. Ich komme von Norden, Liep\u0101ja in Lettland, und direkt nach Vilnius m\u00f6chte ich noch nicht.Mein Ziel ist Klaip\u0117da, das zwischen den Weltkriegen die n\u00f6rdlichste Stadt Deutschlands war, damals Memel genannt, gleichlautend wie der Fluss Memel, der in &hellip; <a href=\"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/litauen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Litauen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":903,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39],"tags":[45,43,44],"class_list":["post-901","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-oestliches-europa","tag-klaipeda","tag-litauen","tag-vlinius"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=901"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1014,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/901\/revisions\/1014"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ullenboom.de\/reiseblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}