DelhiDelhiStadt / OrtIndien28,6100° N · 77,2300° O221 m ü. NNHauptstadtregion Indiens. Die Einwohnerzahl bezeichnet die Stadt laut Volkszählung 2011, nicht das gesamte Hauptstadtterritorium oder die Metropolregion.Google Maps , JaipurJaipurStadt / OrtIndien26,9150° N · 75,8200° O431 m ü. NNHauptstadt Rajasthans und frühere Residenzstadt der Rajputen. Pink City bezeichnet die historische Altstadt mit ihren rosa bis terrakottafarbenen Fassaden.Offizielle Website Google Maps und AgraAgraStadt / OrtIndien27,1800° N · 78,0200° O171 m ü. NNStadt in Uttar Pradesh am Yamuna mit Taj Mahal und den Bauten der Mogulherrscher.Google Maps bilden das Goldene Dreieck. Hauptstadt, Rajputen-Residenz und Mogulstadt liegen für eine Rundreise günstig beieinander und zeigen unterschiedliche Teile der indischen Geschichte. Unsere Reise beginnt hier im Herbst 2006.
Dieser Abschnitt gehört zu unserer fünfwöchigen Reise durch Indien, China, Hongkong und Macau.
Wir buchen ein Touristen-Taxi mit Fahrer für vier Tage. Das Paket erscheint uns teuer, aber wir wollen nicht weiter diskutieren und suchen. Delhi erkunden wir vorher schon ein paar Tage für uns; danach geht es mit dem Fahrer über Jaipur nach Agra.
Delhi
Delhi ist unsere erste Stadt und damit der erste echte Blick auf Indien.
Aus den Diskussionsforen im Netz wissen wir schon, dass es Prepaid-Taxis gibt, bei denen man vorab an einem kleinen Schalter am Indira-Gandhi-Flughafen Delhi bezahlt. Was wir nicht wissen: Es gibt private und öffentliche Prepaid-Taxis, und die privaten unterscheiden sich im Preis. Mit 500 INRWährungseinordnung500 INRReferenzkurs 20.09.20068,57 €Stand 08.10.20264,62 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert vom Flughafen bis zum Connaught PlaceConnaught PlacePlatzDelhi · Indien28,632778° N · 77,219722° OKreisförmiger Platz- und Geschäftskomplex mit weißen Säulengängen im Zentrum von Neu-Delhi.Offizielle Website Google Maps haben wir sicherlich zu viel gezahlt. Lehrgeld, gleich in der ersten Stunde.
Der Connaught Place ist ein guter Ort, um in Delhi anzukommen, weil sich an ihm die halbe Stadtgeschichte ablesen lässt. Die weißen Säulengänge in zwei konzentrischen Ringen sind britisch, entworfen von Robert Tor Russell und 1933 fertiggestellt, benannt nach einem Onkel des damaligen Königs. Amtlich heißt der Platz heute Rajiv Chowk. Es sagt nur niemand.
Von hier aus liegt Neu-Delhi vor der Tür. Nachdem die Briten 1911 die Verlegung der Hauptstadt von Kalkutta nach Delhi angekündigt hatten, entwarfen Edwin Lutyens und Herbert Baker eine Regierungsstadt mit Achsen, Rondellen und sehr viel Sandstein. 1931 wurde sie eingeweiht, sechzehn Jahre vor Indiens Unabhängigkeit. Der Palast am Ende der großen Achse wurde für den Vizekönig gebaut: Rashtrapati BhavanRashtrapati BhavanÖffentliches GebäudeDelhi · Indien28,614444° N · 77,199722° OOffizielle Website Google Maps , ein gewaltiges Gebäude mit rund 340 Räumen und seit 1950 Amtssitz des indischen Staatspräsidenten. Parken darf man dort nicht, das erfahren wir sehr deutlich.
Am Raj GhatRaj GhatDenkmal oder GedenkstätteDelhi · Indien28,6405° N · 77,249333° OOffizielle Website Google Maps müssen die Schuhe aus. Eine schwarze Marmorplatte auf einer Rasenfläche, mehr ist da nicht, dazu eine Flamme, die nicht ausgeht. Es ist die Stelle, an der Mahatma Gandhi am 31. Januar 1948 verbrannt wurde, einen Tag nach dem Attentat. Dass es kein Denkmal im eigentlichen Sinn ist, sondern nur der Ort selbst, passt zu ihm besser als jede Statue.
Schuhe aus heißt es auch im Tempel, den man uns als Tempel für alle Religionen beschreibt. Es ist ziemlich heiß, und der Steinboden hat den ganzen Tag Sonne abbekommen. Weicheier gehen auf Socken – wir nicht.
Rückblickend wissen wir, dass Delhi im Herbst 2006 einen Dengue-Ausbruch erlebte. Mücken sind uns kaum aufgefallen. Unsere Wahrnehmung sagte wenig darüber aus, wie die Lage in der Stadt war.
The Park Hotel
Das The Park HotelThe Park HotelUnterkunftDelhi · Indien28,6289° N · 77,2162° OApeejay Surrendra Park Hotels · THE Park (heutige Zuordnung)Offizielle Website Google Maps ist von außen nicht sonderlich ansehnlich, aber hat man es einmal betreten, ist es nett und modern eingerichtet. Es verfügt über eine Außenanlage mit Swimmingpool und Sitzkabinen; abends wird gegrillt, und es gibt Salate. Unser Zimmer hat drei Telefone, einen mit Milchglas vom Rest abgetrennten Badbereich und zwei Toilettenpapierrollenhalter. Dazu ein Flachbildfernseher mit sechzig Kanälen, nur wenige davon auf Englisch.
Da wir früh im Hotel sind, genießen wir das Frühstück: Lassi, Kaffee und Tee, diverse Früchte, indisches Essen, Omelett (wie überall), eine Sorte Käse, drei Sorten Säfte. Im Büffetraum liegen Torten und andere Süßwaren aus, die man als Hotelgast kaufen kann – das finden wir später in anderen indischen Hotels genauso.
Der Internetanschluss ist mit 400 INRWährungseinordnung400 INRReferenzkurs 20.09.20066,85 €Stand 08.10.20263,69 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Stunde und 800 INRWährungseinordnung800 INRReferenzkurs 20.09.200613,70 €Stand 08.10.20267,38 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Tag sehr teuer. Wir müssen leider trotzdem ins Netz, weil wir die Bestätigung für unser nächstes Hotel prüfen und die Weiterreise planen wollen. Dabei konkretisiert sich unsere Planung, und wir beschließen, zwei Tage früher aus Delhi abzureisen. Die Rezeption akzeptiert unsere Kündigung nicht und antwortet mit einem schlichten „no“. Also müssen wir noch einmal ins Internet und stornieren über unser Buchungssystem Wired Destinations – was im Prinzip funktioniert. Von den zwei verbleibenden Nächten müssen wir nur eine zahlen. Damit können wir leben.
Vor dem Hotel warten viele Taxis, die alle per Mikrofon gerufen werden. Da das Hotel zentral liegt, erreichen wir alles bestens. Von allen Häusern der Reise ist das hier das beste.
International Inn
Das International InnInternational InnUnterkunftDelhi · Indien28,550101° N · 77,1288° OEinfaches Hotel in Mahipalpur nahe dem Indira-Gandhi-Flughafen von Delhi.Offizielle Website Google Maps in Mahipalpur, nahe dem Flughafen von Delhi, ist ein einfaches Zwei- bis Drei-Sterne-Hotel. Für eine Nacht reicht es, mehr sollte man aber nicht erwarten. Das Zimmer war zweckmäßig, das Bad eher improvisiert: Eine richtige Dusche gab es nicht, sodass nach dem Duschen schnell der halbe Raum nass war. Auch das Frühstück war kaum der Rede wert.
Mahipalpur liegt an der Straße Richtung Jaipur, wo es am nächsten Tag mit dem Fahrer weitergeht.
Jaipur
JaipurJaipurStadt / OrtIndien26,9150° N · 75,8200° O431 m ü. NNHauptstadt Rajasthans und frühere Residenzstadt der Rajputen. Pink City bezeichnet die historische Altstadt mit ihren rosa bis terrakottafarbenen Fassaden.Offizielle Website Google Maps hat zur Zeit unserer Reise ungefähr zweieinhalb Millionen Einwohner. Bekannt ist die Stadt für die einheitlich gefärbte Altstadt, die Pink City. Wir würden den Farbton eher Terrakotta oder Ton nennen als Pink. Eine Stadtmauer umschließt die Altstadt; ursprünglich führten sieben große Tore hinein, später kamen weitere dazu, etwa das New Gate.
Jaipur wurde 1727 von Maharadscha Sawai Jai Singh II. als geplante Stadt angelegt: rechtwinklige Sektoren, breite Hauptstraßen, ein regelmäßiges Raster. Den rosa Anstrich erhielt die Altstadt 1876 zum Besuch des Prince of Wales. Die Farbe ist geblieben und prägt ihr Bild bis heute.
Die Albert HallAlbert HallMuseumJaipur · Indien26,91179° N · 75,81953° OMuseumsgebäude im Ram-Niwas-Garten. Der Grundstein wurde 1876 anlässlich des Besuchs des Prince of Wales gelegt; heute beherbergt es das Central Museum.Offizielle Website Google Maps erinnert ebenfalls an diesen Besuch. Ihr Grundstein wurde 1876 gelegt; das Gebäude ist nach Albert Edward benannt, dem Prince of Wales und späteren König Edward VII., nicht nach Königin Victorias Gemahl Albert.
Die Sehenswürdigkeiten von Jaipur sind an einem Tag gut zu schaffen.
Als Erstes sehen wir das Hawa MahalHawa MahalPalastJaipur · Indien26,9239° N · 75,8267° OOffizielle Website Google Maps . Hinter seiner leicht gebogenen, fünfstöckigen Straßenfassade konnten die Frauen des Herrscherhauses das Leben draußen beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. Der Bau von 1799 ist berühmt für seine 953 kleinen Fenster. Von der Straße wirkt er fast wie eine Kulisse; dahinter liegen schmale Räume und Durchgänge.
Das nächste auf unserem Weg ist der Amer-PalastAmer-PalastPalastJaipur · Indien26,9859° N · 75,8507° OOffizielle Website Google Maps , ein schöner Palast auf einem Berg. Man kann ihn zu Fuß erklimmen oder, wie wir, für ein paar Rupien mit dem Auto von hinten erreichen. Amer war vor der Gründung Jaipurs die Residenz des Herrscherhauses; gebaut hat ihn ab 1592 Raja Man Singh I., der als General im Dienst des Mogulkaisers Akbar stand – die Rajputen von Amer hatten sich mit den Moguln arrangiert statt gegen sie zu kämpfen, und der Palast ist der sichtbare Ertrag dieser Entscheidung.
Auf dem Weg nach Amer liegt der Jal MahalJal MahalPalastJaipur · Indien26,9537° N · 75,8463° OOffizielle Website Google Maps im Man-Sagar-SeeMan-Sagar-SeeSeeJaipur · Indien26,9560° N · 75,8500° OStausee im Norden von Jaipur, in dem der Wasserpalast Jal Mahal liegt.Google Maps . Er wirkt auf uns etwas verfallen. Man erzählt uns von Plänen, ihn zum Hotel umzubauen; was daraus wird, wissen wir während der Reise nicht. Direkt gegenüber am Ufer liegt schon ein Fünf-Sterne-Haus, das 1997 eröffnete Trident. Von den fünf Geschossen liegen bei hohem Wasserstand vier unter Wasser.
Der City PalaceCity PalacePalastJaipur · Indien26,9257° N · 75,8236° OOffizielle Website Google Maps ist eine weitere Attraktion. Ein privater Teil dient weiterhin als Wohnsitz der früheren Herrscherfamilie von Jaipur. Daneben liegt Jantar MantarJantar MantarHistorische StätteJaipur · Indien26,92472° N · 75,82444° OOffizielle Website Google Maps , eine Sternwarte aus begehbaren Steininstrumenten, die zwischen 1728 und 1734 entstand. Sawai Jai Singh II. war auch Astronom und ließ mehrere solcher Anlagen bauen. Die große Sonnenuhr soll die Zeit bis auf zwei Sekunden genau anzeigen können. Wir finden allerdings, dass sich der Schatten weniger eindeutig ablesen lässt.
Am schönsten finden wir die Spiegelkammer Sheesh Mahal in Amer, in der sehr viele kleine Spiegel glänzen, und den Birla TempleBirla TempleTempel oder SchreinJaipur · Indien26,8921° N · 75,8155° OOffizielle Website Google Maps aus Marmor. Barfuß auf dem weißen Marmor zu laufen ist angenehm, als wäre der Boden weich. Die Spiegel in Amer vervielfachen das Licht und machen den Raum schon mit wenigen Lichtquellen hell.
Der Gaurav TowerGaurav TowerEinkaufsortJaipur · Indien26,855637° N · 75,806585° OEinkaufszentrum in Malviya Nagar, Jaipur.Google Maps bietet mit modernen Geschäften und Restaurants wie McDonald's etwas für die jüngeren Inder. In der kleinen Shopping Mall gibt es Wrangler, Lee und Levi's und auch einen Kaffeeladen, Coffee Day, bei dem wir für insgesamt 100 INRWährungseinordnung100 INRReferenzkurs 20.09.20061,71 €Stand 08.10.20260,92 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert einen Kakao, einen Cappuccino, einen Eiskaffee und ein Stück Torte kaufen.
Für junge Leute gebe es in Jaipur wenig zu tun, sagt uns der Besitzer eines Internetcafés. Er nennt die Stadt gegenüber Delhi „zurückgeblieben“ und meint, Agra liege noch weiter zurück. Zuerst schickt er uns zum Club Back to Basics (B2B), doch dort werden nur Paare eingelassen. Wir hätten noch ins Waves gehen können, haben aber keine Lust auf den nächsten Versuch. Die Clubs, von denen wir hören, gehören fast alle zu Hotels. Auf dem Stadtplan steht übrigens auch ein Guide für 400 INRWährungseinordnung400 INRReferenzkurs 20.09.20066,85 €Stand 08.10.20263,69 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert.
Auch bei der Stadtführung bleibt das Geld ein Thema. Nach unserem Verständnis sind für den Guide bereits 500 INRWährungseinordnung500 INRReferenzkurs 20.09.20068,57 €Stand 08.10.20264,62 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert vorgesehen. Er sagt trotzdem, er bekomme nichts, und beschwert sich später beim Fahrer darüber, dass wir nichts kaufen. Wie die Bezahlung zwischen den Beteiligten geregelt ist, erfahren wir nicht.
Hotel Mansingh
Das Hotel MansinghHotel MansinghUnterkunftJaipur · Indien26,920291° N · 75,803245° OMansingh Hotels & Resorts · Mansingh (heutige Zuordnung)Offizielle Website Google Maps in der Chandra Road liegt zentral. Es gibt einmal das normale Mansingh Palace und den Mansingh Tower direkt gegenüber. An der Rezeption werden wir nicht besonders freundlich empfangen, obwohl man schon am Eingang nett gegrüßt hat.
Das Hotel ist komfortabel eingerichtet: zwei Telefone, Badewanne, ein normaler Fernseher, Kerzen mit Streichhölzern und Gardinen, die nicht schließen. Das Waschbecken schließt ebenfalls nicht richtig, sodass die Wäsche nicht länger eingeweicht bleiben kann. Als wir abends ins Zimmer wollen, lässt sich die Tür nicht öffnen und muss repariert werden. Der Fernseher funktioniert nicht auf Anhieb. Wir rufen zweimal an der Rezeption an und bitten darum, dass jemand kommt. Es kommt keiner. Wir versuchen es selbst. Die Preise sind auch hier wieder nicht mit Mehrwertsteuer ausgewiesen.
Internetanschluss hat unser Haus nicht. Wir müssen ins andere Hotel hinübergehen, und dort kostet eine Stunde 400 INRWährungseinordnung400 INRReferenzkurs 20.09.20066,85 €Stand 08.10.20263,69 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert; eine halbe Stunde will man uns für 300 INRWährungseinordnung300 INRReferenzkurs 20.09.20065,14 €Stand 08.10.20262,77 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert geben. Haha. Das machen wir natürlich nicht, denn ein paar Meter weiter sind zwei Läden, die Internetzugang für 40 INRWährungseinordnung40 INRReferenzkurs 20.09.20060,69 €Stand 08.10.20260,37 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert anbieten und in denen man für 10 Cent pro Minute telefonieren kann. Einer der beiden ist nicht klimatisiert. Offenbar gehören sie zusammen, denn auf beiden Rechnern ist dasselbe Windows-Hintergrundbild eingerichtet.
In der obersten Etage hat man einen – nicht so besonderen – Ausblick auf die Stadt, doch das Restaurant nimmt relativ hohe Preise. Das Frühstück ist in Ordnung, aber nicht so angenehm wie in Delhi. Immerhin gibt es Lassi, Baked Beans und Würstchen, doch keinen gebratenen Schinken und keinen Käse. Der Kaffee kommt, als wir schon gehen wollen. Der Eiermann hat ebenfalls Besseres zu tun, und als das Ei dann fertig ist, bringt er es an den falschen Tisch. Der Checkout dauert ziemlich lange, weil erst jemand prüfen muss, ob wir wirklich nur – wir sagen es an der Rezeption – eine Tüte Chips aus der Minibar genossen und nicht den ganzen Kühlschrank geplündert haben.
Insgesamt können wir das Hotel nicht empfehlen. Unser Fahrer hat ebenfalls nicht die beste Meinung.
Die Fahrt nach Agra
Sechs Stunden mit dem Auto. Wir fahren an vielen Ziegelbrennereien vorbei, das erklärt die Schornsteine, die überall aus den Feldern ragen.
Kurz vor Agra erzählt unser Fahrer von einem Ortsteil, in dem Frauen Sexarbeit für Lastwagenfahrer anbieten. Nach seiner Darstellung leben Familien davon. Wir erfahren über die Menschen dort nichts Näheres.
Unterwegs halten wir außerdem im Keoladeo-NationalparkKeoladeo-NationalparkPark oder SchutzgebietBharatpur · Indien27,166667° N · 77,516667° OOffizielle Website Google Maps bei BharatpurBharatpurStadt / OrtIndien27,2200° N · 77,4800° OStadt im Osten Rajasthans, bekannt für den nahe gelegenen Keoladeo-Nationalpark. Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die Stadtgemeinde laut Volkszählung 2011.Offizielle Website Google Maps . Mit Birdwatching ist bei unserem Besuch nicht viel zu machen; häufiger sehen wir Affen und Antilopen sowie große Schildkröten, letztere nur aus der Ferne. Zwei Rikschafahrer führen uns fast drei Stunden durch den Park.
Die Jahreszeit dürfte einen Teil des ruhigen Eindrucks erklären: Viele überwinternde Zugvögel treffen erst später im Herbst ein. Wie viel zusätzlich vom Wasserstand abhängt, können wir vor Ort nicht beurteilen. Das Gelände diente früher den Herrschern von Bharatpur als Entenjagdgebiet und wurde 1982 zum Nationalpark. Wir sehen an diesem Tag vor allem die Landschaft, weniger die Vogelwelt, für die der Park bekannt ist.
Agra
Agra ist kleiner als Jaipur und historisch stark vom Mogulreich und islamischer Architektur geprägt. Daraus lässt sich nicht auf eine muslimische Bevölkerungsmehrheit schließen. Unser Fahrer sagt nur „crazy“ zu Agra: Hier sei alles möglich und Business wichtiger als Anstand. Es ist sein Urteil über die Stadt.
Agra war über lange Zeit ein Zentrum des Mogulreichs. Akbar, Jahangir und Shah Jahan hinterließen hier die Bauten, für die die Stadt heute bekannt ist. Akbar residierte zeitweise auch im nahen Fatehpur Sikri. 1648 verlegte Shah Jahan den Hof nach Delhi. Agra verlor damit an politischer Bedeutung, seine Paläste und Grabmäler blieben.
Die Stadt
Das Leben spielt sich auch hier an der Straße ab, aber vieles wirkt auf uns stärker beschädigt als in Delhi. Einen Club finden wir nicht. Auch mit dem Essen haben wir wenig Glück; der Lassi kommt mit Nüssen und Rosinen, egal ob süß oder salzig bestellt.
Die Bettler sind fordernder als anderswo, und wir sehen deutlich mehr Menschen mit schweren körperlichen Schäden.
Als wir in Agra sind, ist die Stadt außerdem im Ausnahmezustand. Die Straßen sind voll, überall laute Musik, ein Volksfest – es ist, als würde man mit dem Auto durch das Münchner Oktoberfest fahren. Der Grund ist Dussehra, das Fest, mit dem die neun Nächte der Navaratri enden. 2006 fällt es auf den 2. Oktober, denselben Tag, an dem ganz Indien Gandhis Geburtstag begeht. In Nordindien werden an diesem Abend riesige Ravana-Puppen verbrannt, im Osten trägt man die Durga-Figuren zum Wasser. Wir werden diesem Fest in den nächsten Tagen noch zweimal begegnen, in Varanasi und in Mumbai, jedes Mal in einer anderen Form.
Das Taj Mahal und das Fort
Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind das Taj MahalTaj MahalHistorische StätteAgra · Indien27,1750° N · 78,0419° OOffizielle Website Google Maps und das Agra-FortAgra-FortBurg oder SchlossAgra · Indien27,179542° N · 78,021101° OOffizielle Website Google Maps . Vom Fort können wir nur einen Teil besuchen; andere Bereiche werden militärisch genutzt. Hier verbrachte Shah Jahan nach seiner Absetzung durch seinen Sohn Aurangzeb die letzten acht Jahre seines Lebens, mit Blick auf das Grab seiner Frau.
Zum Taj Mahal können wir nicht direkt mit dem Auto fahren. Der Verkehr wird in seiner Umgebung zum Schutz vor Abgasen eingeschränkt. Die letzten Meter geht man zu Fuß oder fährt mit einem der angebotenen Fahrzeuge, etwa einem Elektrobus oder einer Pferdekutsche.
Am Eingang gibt es getrennte Schlangen für Männer und Frauen. Für uns kostet der Besuch 2006 insgesamt 750 INRWährungseinordnung750 INRReferenzkurs 20.09.200612,85 €Stand 08.10.20266,92 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Person: 250 INRWährungseinordnung250 INRReferenzkurs 20.09.20064,28 €Stand 08.10.20262,31 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert Eintritt und 500 INRWährungseinordnung500 INRReferenzkurs 20.09.20068,57 €Stand 08.10.20264,62 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert zusätzliche Abgabe. Für indische Besucher notieren wir 20 INRWährungseinordnung20 INRReferenzkurs 20.09.20060,34 €Stand 08.10.20260,18 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Das sind die Preise unserer Reise, keine heutigen Eintrittspreise.
Von außen ist das Taj sehr schön. Innen ist es laut und dunkel. Es wird geschrien und fotografiert, obwohl das Fotografieren dort verboten ist. Die engen Räume und die hallende Akustik verstärken den Lärm. Uns gefällt das Äußere deutlich besser als das Innere.
Der Bau begann 1632 für Mumtaz Mahal, die ein Jahr zuvor bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes gestorben war. Die Arbeiten am gesamten Komplex dauerten ungefähr zwei Jahrzehnte; der weiße Marmor und die eingelegten Schmucksteine machen ihn unverwechselbar.
Unser Guide wirkt unmotiviert und rasselt seinen Text herunter wie ein Tonband. Als deutlich wird, dass wir nichts kaufen möchten, endet die Tour nach dem Taj Mahal. Ob das der Grund ist, sagt er uns nicht.
Clarks Shiraz
Das Clarks ShirazClarks ShirazUnterkunftAgra · Indien27,158771° N · 78,024948° OU.P. Hotels · Clarks (heutige Zuordnung)Offizielle Website Google Maps ist ein nicht ganz zentrales Hotel mit fünf Etagen. Als wir es betreten, kommt uns ein leicht muffiger Geruch entgegen, so als würde nasse Wäsche wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nicht trocknen.
Anders als unsere bisherigen Häuser hat das Clarks neben dem obligatorischen Frühstücksraum, in dem abends ein Buffet angeboten wird, noch weitere Restaurants. Besonders gefüllt sind sie allerdings nicht, und beim Cappuccino sitzen wir allein da. Vielleicht liegt es daran, dass um zehn geschlossen wird und die Preise hoch sind. In der fünften Etage gibt es, abgetrennt von den Zimmern derselben Etage, ein weiteres Restaurant und eine freie Fläche mit Blick auf das einen Kilometer entfernte Taj Mahal. Da die Sehenswürdigkeit nachts nicht beleuchtet wird, sieht man von hier allerdings nichts. Geht man nach dem Essen auf die Toilette, wird einem der Wasserhahn aufgedreht, die Seife auf die Hand gespritzt und ein Trockentuch gereicht.
Zu unserem Zimmer führt ein sehr weicher Teppich. An der Unterbringung haben wir nichts auszusetzen, nur die paar Stromausfälle irritieren uns. Internetanschluss auf dem Zimmer gibt es nicht, dafür ein Business Center, das für eine halbe Stunde 100 INRWährungseinordnung100 INRReferenzkurs 20.09.20061,71 €Stand 08.10.20260,92 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert auf einem kleinen 15-Zoll-Monitor berechnet. Die Rechner dort arbeiten auch bei Stromausfall weiter.
Das Frühstück ist nicht der Knaller, aber okay. Käse ist nicht zu finden, und in der Schüssel liegen ein paar Krümel Cornflakes.
Von Agra geht es mit dem Nachtzug weiter nach Varanasi.