Eswatini besuche ich im Dezember 2008 während meiner ersten großen Rundreise durch Afrika. Damals heißt das Land noch Swasiland. Erst zehn Jahre später, zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit, benennt König Mswati III. es in Eswatini um, „Land der Swasi“ in der Landessprache siSwati. Dass ein einzelner Monarch so etwas einfach beschließen kann, ist typisch für das Land: Eswatini gehört zu den letzten absoluten Monarchien der Welt.
Von Südafrika fahre ich mit dem Mietwagen über die Grenze. Das Königreich ist winzig, kaum größer als Schleswig-Holstein, und liegt ohne Zugang zum Meer zwischen Südafrika und Mosambik. Genau diese Lage macht es zum natürlichen Sprungbrett nach MaputoMaputoStadt / OrtMosambik25,96553° S · 32,58322° O70 m ü. NNHauptstadt in Mosambik.Google Maps . Unkompliziert ist auch das Geld: Der Lilangeni ist fest an den Rand gekoppelt, und mit südafrikanischem Geld kommt man im ganzen Land problemlos durch.
Von Swasiland aus mache ich dann mit einem Minibus einen Kurztrip nach Maputo in Mosambik. Ich bleibe dort eine Nacht und kehre am nächsten Tag über Swasiland nach Südafrika zurück. Für mehr reicht die Zeit diesmal nicht, obwohl das kleine Land einiges zu bieten hätte, etwa Wildschutzgebiete wie den Hlane Royal National Park oder das Mlilwane Wildlife Sanctuary und den traditionellen Umhlanga-Schilftanz, zu dem jedes Jahr im Spätsommer Zehntausende Frauen nach Lobamba kommen.
Ein anderes kleines Königreich im Schatten Südafrikas lerne ich auf derselben Reise dann doch noch kennen: Lesotho.
HIV in Eswatini und im südlichen Afrika
Ein bedrückender Blick auf das Land, lange nach meiner Reise: Nach den aktuellen UNAIDS-Schätzungen für 2025 leben in Eswatini 22,4 Prozent der 15- bis 49-Jährigen mit HIV, also mehr als jeder Fünfte. Das ist der höchste veröffentlichte Länderwert dieser Reihe. Lesotho und Südafrika folgen mit 16,3 und 15,9 Prozent. Weltweit liegt der Anteil in derselben Altersgruppe bei rund 0,7 Prozent.
HIV-Prävalenz im Ländervergleich – 2025
Anteil der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV leben (%)
| Land / Vergleich | Wert |
|---|---|
| Eswatini | 22,4 |
| Lesotho | 16,3 |
| Südafrika | 15,9 |
| Botswana | 14,7 |
| Mosambik | 11 |
| Simbabwe | 9,3 |
| Namibia | 8,5 |
| Sambia | 8 |
| Malawi | 6,1 |
| Uganda | 4,7 |
| Weltweit | 0,7 |
Dazu kommt eine zweite schwere Belastung: In den WHO-Schätzungen für 2021 hat Eswatini mit 31,8 Suiziden je 100 000 Menschen, altersbereinigt, die zweithöchste Rate weltweit. Nur Lesotho liegt noch höher; den Vergleich der Suizidraten zeige ich dort. Die hohe HIV-Prävalenz und die hohe Suizidrate ergeben zusammen ein bedrückendes Bild dieser beiden kleinen Königreiche.