Myanmar in der WeltAnimierter Globus, der sich auf Myanmar ausrichtet und in derselben Kartenprojektion näher kommt.

Myanmar

reisezeit
THA
13.01.2010 – 19.01.2010
THA

land kompakt

Auf einen Blick

Hauptstadt
Naypyidaw
Staatsform
Militärregierung (de facto)
Währung
Myanmar-Kyat (MMK)
Fläche
ca. 677 000 km²etwa doppelt so groß wie Deutschland
Bevölkerung
ca. 55 Mio. (2024)
Sprachen
Birmanisch; zahlreiche Regionalsprachen
Religionen
Überwiegend Theravada-Buddhismus
Stromsystem
230 V · 50 Hz · Steckertyp C, D, F und G
Telefonvorwahl
+95
Zeitzone
MMT (UTC+6:30)
BIP pro Kopf (nominal)
ca. 1300 € (2025)
Lebenserwartung
67,1 Jahre (2023)

klima

Temperatur & Niederschlag

Naypyidaw · Klimanormal 1991–2020 (NASA POWER / MERRA-2)

Mittlere Monatstemperatur und mittlerer Monatsniederschlag für Naypyidaw35°10028°5020°0JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
● Temperatur (°C)▮ Niederschlag (mm)

tageslicht

Helle Stunden im Jahreslauf

10.7–13.3 Std. Tageslicht · 21,9° N

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Jahreslauf für Myanmar06121824JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Helle Fläche: Tageslicht · Mittlerer Monatstag · solare Ortszeit

Yangon

In Yangon, dem früheren Rangun, verbringe ich die ersten Nächte im Kandawgyi Palace HotelKandawgyi Palace HotelHistorisches HotelYangon · Myanmar16,79455° N · 96,16194° OHTOO Group — Historisches Kandawgyi Palace; 2017 abgebranntOffizielle Website Google Maps . Das Hotel gefällt mir sehr gut und bietet sogar WLAN, was in Myanmar zu dieser Zeit keineswegs selbstverständlich ist. In die Innenstadt fahre ich meistens mit dem Taxi; einmal gehe ich zu Fuß, merke aber schnell, dass der Weg bei der Hitze weit und wenig angenehm ist.

Von Yangon nach Mandalay

Von Yangon geht es weiter nach Mandalay. Für die Strecke nehme ich den Bus – eine dieser langen Überlandfahrten, bei denen man am Abend einsteigt und am nächsten Morgen mehr oder weniger gerädert wieder ausgespuckt wird.

Der Bus fährt gegen 19 Uhr los und erreicht Mandalay ungefähr um 5 Uhr morgens. Rund elf Stunden bin ich unterwegs, das Ticket kostet 10 500 MMKWährungseinordnung10 500 MMKReferenzkurs 13.01.20101128,01 €Stand 08.10.20264,41 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert.

Während einer der längeren Fahrten läuft im Fernsehen eine ausgesprochen merkwürdige Soap oder Komödie. Drei Mädchen tanzen und werden von ihrem Vater bestraft. In einer Traumsequenz taucht plötzlich sogar Hitler auf und präsentiert verschiedene Waffen – Messer, Maschinengewehr – um schließlich bei einer Feder zu landen, mit der er die drei Schwestern kitzelt. Der Traum endet, und statt der grotesken Fantasie müssen die Mädchen Kniebeugen machen. Die Szene bleibt im Gedächtnis: eine dieser Fernseherfahrungen auf Reisen, bei denen man ohne Sprachkenntnisse nur staunend versucht zu verstehen, was da eigentlich passiert.

Mandalay

Mandalay ist eines der kulturellen Zentren Myanmars und war im 19. Jahrhundert die letzte Hauptstadt der burmesischen Könige. Die Stadt selbst wirkt auf mich stark vom traditionellen Handwerk geprägt. Immer wieder sehe ich Werkstätten, in denen mit Holz und Stein gearbeitet wird – Schnitzer, Bildhauer und andere Handwerker, deren Arbeiten später in Klöstern und Pagoden wieder auftauchen.

Mandalay Palace

Zu den großen Sehenswürdigkeiten gehört der Mandalay PalaceMandalay PalaceKönigspalastMandalay · Myanmar21,992947° N · 96,095939° OGoogle Maps . Für den Besuch zahle ich 10 USDWährungseinordnung10 USDReferenzkurs 13.01.20106,90 €Stand 08.10.20268,91 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert; lokale Währung wird offenbar nicht akzeptiert. Beim Eintritt werden Passnummer beziehungsweise ID, Name und Hotel notiert.

Der ursprüngliche Palast wurde unter König Mindon im 19. Jahrhundert errichtet. Ein großer Teil der Anlage ging im Zweiten Weltkrieg verloren und wurde später rekonstruiert. Das erklärt auch, warum manche Teile eher neu wirken, obwohl der Ort historisch von großer Bedeutung ist.

Mahamuni-Buddha – Blattgold statt Farbe

Besonders in Erinnerung bleibt mir die große goldene Buddha-Statue von MahamuniMahamuniBuddha-HeiligtumMandalay · Myanmar21,951888° N · 96,078506° OGoogle Maps . Ihre Hände sind von den vielen Blattgoldauflagen der Gläubigen besonders stark überzogen.

Gemeint ist das Blattgold: Männliche Gläubige dürfen kleine Stücke Blattgold direkt auf den Körper der Buddha-Statue kleben. Über viele Jahre ist dadurch eine erstaunlich dicke, unregelmäßige Goldschicht entstanden. Gerade an Armen und Körper wirkt die Oberfläche dadurch fast weich und verformt.

Der MahamuniMahamuniBuddha-HeiligtumMandalay · Myanmar21,951888° N · 96,078506° OGoogle Maps gehört zu den bedeutendsten buddhistischen Heiligtümern Mandalays. Dass sich die Verehrung ganz materiell auf der Statue ablagert, macht den Ort besonders eindrücklich.

Mandalay Hill

Ein weiteres Ziel ist der Mandalay HillMandalay HillAussichtshügelMandalay · Myanmar22,015223° N · 96,107518° OGoogle Maps . Ganz ohne Bewegung kommt man nicht hinauf: Einige Stufen sind zu bewältigen. Der Hügel überragt die ansonsten relativ flache Stadt und ist entsprechend ein klassischer Aussichtspunkt.

Zum Flughafen

Der Flughafen liegt deutlich außerhalb. Für die Fahrt muss man ungefähr eine Stunde einkalkulieren. Ein Platz in einem Shared Taxi kostet ungefähr 4 €; ein eigenes Taxi etwa 11 €.


Bagan – mit Fahrrad und Motorrad zwischen den Tempeln

Von Mandalay geht es weiter nach Bagan. Mit dem Flugzeug ist die Strecke erstaunlich schnell geschafft – ungefähr 30 Minuten.

Der Flug ist so kurz, dass ich kaum richtig in der Luft angekommen bin. Ich klappe meinen Laptop auf, werde aber schon kurz darauf vom Steward darauf hingewiesen, ihn wieder zu schließen: Die Landung steht bereits bevor.

Eintritt in die Tempelzone

Bei der Ankunft in Bagan zahle ich als ausländischer Besucher 10 USDWährungseinordnung10 USDReferenzkurs 13.01.20106,90 €Stand 08.10.20268,91 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert Eintritt für die archäologische Zone.

Der Preis passt auch historisch zu dieser Zeit. Bagan ist 2010 noch kein UNESCO-Welterbe – die Aufnahme erfolgt erst 2019 –, aber die riesige Tempellandschaft gehört natürlich längst zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entstanden hier Tausende buddhistische Tempel, Pagoden und Klöster. Noch heute prägen mehr als zweitausend erhaltene Monumente die Ebene.

Ein hilfreiches Hotel

Mein Hotel gefällt mir. Besonders hilfreich sind die Mitarbeiter: Sie unterstützen mich bei der Buchung weiterer Flüge und empfehlen mir auch gleich die nächste Unterkunft.

Das ist in Myanmar ausgesprochen praktisch, denn viele Dinge funktionieren 2010 online noch deutlich weniger selbstverständlich als in anderen Reiseländern.

Mit dem Fahrrad durch Bagan

Für ungefähr 3 € leihe ich mir ein Fahrrad und beginne, auf eigene Faust durch die Tempellandschaft zu fahren.

Schon der erste Tempel liefert eine kleine Abenteuergeschichte. Ich steige hinauf, irgendwo flattert eine Fledermaus, und eine Leiter ist beschädigt beziehungsweise gebrochen. Viel Sicherheitskomfort sollte man hier nicht erwarten.

Gerade mit dem Fahrrad lässt sich Bagan sehr unmittelbar erleben. Statt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gefahren zu werden, bewegt man sich langsam durch die trockene Ebene und entdeckt immer wieder kleinere Tempel abseits der bekannteren Anlagen.

Später mache ich auch eine Rundfahrt mit dem Motorrad, was den Radius deutlich erweitert.

Restaurierungen und New Bagan

In New Bagan beobachte ich die Restaurierung einer Pagode und bin davon ziemlich beeindruckt.

Aus heutiger Sicht gehört allerdings auch das zur komplizierten Geschichte Bagans. In den Jahrzehnten vor der UNESCO-Aufnahme werden zahlreiche Tempel restauriert oder teilweise rekonstruiert; die Methoden sind international nicht immer unumstritten. Für mich als Besucher ist zunächst vor allem spannend zu sehen, wie aktiv an den Anlagen gearbeitet wird.

Auffällig sind außerdem die vielen Kinder, die Postkarten verkaufen. Je stärker man sich durch die bekannten Tempel bewegt, desto häufiger begegnen einem solche kleinen Verkaufsversuche.


Inle-See – Kanäle, Märkte und ein Hotel mit Charakter

Am Morgen geht es weiter Richtung Inle-See. Vom Flughafen beziehungsweise Verkehrsknotenpunkt bis zum nächsten Abschnitt meiner Reise verlangt das Hoteltaxi 7000 MMKWährungseinordnung7000 MMKReferenzkurs 13.01.2010752,01 €Stand 08.10.20262,94 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für ungefähr 15 Minuten Fahrt.

Unterwegs treffe ich Deutsche. Eigentlich habe ich bereits eine Hotelempfehlung beziehungsweise jemanden, der mich abholen soll, aber der angekündigte Mann erscheint nicht. Also schließe ich mich den Deutschen an und fahre für 3000 MMKWährungseinordnung3000 MMKReferenzkurs 13.01.2010322,29 €Stand 08.10.20261,26 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert in einem Shared Taxi mit zu der Unterkunft, die sie aus dem Lonely Planet kennen.

Teak Hotel

So lande ich im Teak HotelTeak HotelHotelInle-See · Myanmar20,660203° N · 96,928651° OGästehaus am Inle-See, laut Reisenotiz 2010 mit wechselhaftem Service und einer Chefin, die alle nur „Dragon“ nannten.Google Maps . Das Hotel wirkt zunächst nett. Es gibt Zimmer für 20 USDWährungseinordnung20 USDReferenzkurs 13.01.201013,79 €Stand 08.10.202617,82 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert und günstigere für 15 USDWährungseinordnung15 USDReferenzkurs 13.01.201010,35 €Stand 08.10.202613,37 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert.

Mit der Zeit zeigen sich allerdings deutliche Schwächen: Handtücher werden nicht gewechselt, das Zimmer wird nicht gemacht und Toilettenpapier fehlt.

Noch bemerkenswerter ist die offenbar wenig beliebte Chefin, die alle nur „Dragon“ nennen. Kein Taxi darf direkt am Hotel parken und Gäste abholen. Morgens werde auch ich gefragt, wohin ich gehe; andere Touristen werden offenbar ebenfalls recht ruppig angesprochen.

Das Hotel bleibt deshalb weniger wegen seines Komforts als wegen seiner eigenwilligen Atmosphäre in Erinnerung.

Mit dem Boot durch die Kanäle

Zwei Tage verbringe ich in der Region um den Inle-See.

Ein Höhepunkt ist die Fahrt durch die Kanäle in einem schmalen lokalen Boot, mit dem man sich zwischen den Dörfern und Wasserwegen bewegt.

Zum klassischen Besuchsprogramm gehören die Märkte und Klöster auf beziehungsweise am See. Der Begriff „Floating Market“ wird touristisch recht großzügig verwendet: Nicht jeder dieser Märkte findet tatsächlich vollständig auf Booten statt. Trotzdem gehört der Marktbesuch zum typischen Rundkurs über den See.

Die Landschaft und die Bewegung auf dem Wasser sind wahrscheinlich ohnehin der interessantere Teil als eine einzelne Sehenswürdigkeit.

Viewpoint und Wein

Am Abend geht es noch zu einem Viewpoint. Dort ergibt sich offenbar eine Einladung beziehungsweise ein Angebot zu einer Weintour. Außerdem wird mir eine kleine Übersetzungsliste angeboten.

Diese kleinen Begegnungen zeigen, wie vieles noch direkt über persönliche Kontakte organisiert wird – Hotel, Taxi, Tour, Empfehlungen und kleine Hilfen.

Preise

Die Touren und auch das Essen empfinde ich in der Inle-Region als relativ teuer. Das fällt besonders auf, weil andere Teile des Landes für europäische Reisende ausgesprochen günstig sein können.


Eindrücke von Myanmar

Freundlichkeit und Sicherheitsgefühl

Myanmar hinterlässt bei mir insgesamt den Eindruck eines sehr sicheren Reiselandes. Ich habe nicht das Gefühl, bestimmte Gegenden zu bestimmten Tageszeiten meiden zu müssen, sondern kann auch abends und nachts unterwegs sein.

Besonders hängen bleibt mir die Freundlichkeit vieler Menschen. Die Leute lächeln einen an, ohne dass daraus sofort ein Verkaufsgespräch werden muss.

Deutschland, Fußball und Michael Ballack

Deutschland scheint erstaunlich präsent zu sein. Deutsche Reisende treffe ich mehrfach, und selbst Michael Ballack scheint fast jeder zu kennen.

Fußball funktioniert damit einmal mehr als eine Art internationale Verständigungshilfe.

Internet im Jahr 2010

Das Internet ist dagegen eine Geduldsprobe.

Viele Webseiten sind blockiert. Mit Tor lassen sich einige Sperren umgehen, aber die Verbindung ist insgesamt sehr, sehr, sehr langsam. Schon normales Surfen kann mühsam sein.

Das gehört zur Reisezeit 2010 unbedingt dazu: Myanmar steht 2010 noch unter einer stark repressiven Militärregierung, und die Informations- und Medienfreiheit ist deutlich eingeschränkt.

Kleine Alltagsbeobachtungen

Das Toilettenpapier ist so dünn, dass mich seine Struktur an die Papierstreifen erinnert, die ein Friseur vor dem Umhang um den Hals legt.

Weitergeht es bei meiner Rundreise in Kambodscha.

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Erwähnte Orte in Myanmar

5 Positionen aus den Reiseberichten.

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  3. MahamuniBuddha-Heiligtum
  4. Mandalay HillAussichtshügel
  5. Teak HotelHotel