Erste Etappe der Reise Mit dem Wohnmobil durch die Niederlande (2011): Groningen · Pieterburen · Lauwersoog · Leeuwarden · Harlingen · Afsluitdijk · Den Helder · Texel · Haarlem
Von SonsbeckSonsbeckStadt / OrtNordrhein-Westfalen · Deutschland51,608889° N · 6,376944° O25 m ü. NNGemeinde am unteren Niederrhein im Kreis Wesel.Google Maps brauchen wir mit dem Wohnmobil etwa vier Stunden bis GroningenGroningenStadt / OrtGroningen · Niederlande53,218889° N · 6,5675° O7 m ü. NNUniversitätsstadt und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden der Niederlande.Google Maps . Die Landschaft wird zunehmend flacher, aber wer vom Niederrhein kommt, erlebt hier keinen geografischen Kulturschock. Im Wohnmobil muss ich mich eher an die niederländische Verkehrsdichte und die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen gewöhnen. Ein Rennwagen ist unser Gefährt ohnehin nicht, trotzdem scheinen sich manche Lkw-Fahrer an meinen 80 bis 90 km/h zu stören und quittieren das mit Hupen.
Ich war seit Jahren nicht mehr länger in den Niederlanden. Schon auf den ersten Kilometern fällt mir wieder auf, was ich an dem Land mag: alte Gebäude neben moderner Architektur, ungewöhnliches Design und vor allem eine Infrastruktur, in der das Fahrrad ein normales Verkehrsmittel ist. Für unsere Reise ist das ideal. Das Wohnmobil bringt uns von Ort zu Ort, und für die letzten Kilometer holen wir die Räder vom Heck.
Groningen
Groningen ist die größte Stadt im Norden der Niederlande und 2011 mit weniger als 200 000 Einwohnern noch überschaubar. Gleichzeitig ist sie stark von Studierenden geprägt. Die Rijksuniversiteit GroningenRijksuniversiteit GroningenHochschuleGroningen · Niederlande53,219167° N · 6,562778° O1614 gegründete Universität; der Kartenpunkt bezeichnet das Akademiegebäude im Stadtzentrum.Offizielle Website Google Maps allein hat damals mehr als 28 000 Studierende, dazu kommt die Hanzehogeschool GroningenHanzehogeschool GroningenHochschuleGroningen · Niederlande53,240514° N · 6,532703° OHochschule für angewandte Wissenschaften; der Kartenpunkt liegt am Zernike-Campus.Offizielle Website Google Maps . Das Zentrum wirkt entsprechend lebendig.
Wir parken zunächst nahe der Innenstadt. 2,20 € pro Stunde finde ich schon damals nicht günstig, zumal die Gebühren bis spät in den Abend reichen. Für eine kurze Runde reicht das, für die Nacht nicht. Also fahren wir etwa zwei Kilometer aus dem Zentrum heraus und finden dort einen Platz zum Übernachten. Am nächsten Morgen laufen wir in ungefähr 30 Minuten zurück.
Zum Frühstück gehen wir ins Doppio. Cappuccino, Kakao, Salat und Karottenkuchen passen. Danach laufen wir über die Märkte. Fisch spielt hier sichtbar eine größere Rolle als auf vielen deutschen Wochenmärkten, und selbst ein Supermarkt fügt sich in einer älteren Halle überraschend gut in die Umgebung ein. Genau diese Mischung gefällt mir an niederländischen Städten: Historische Bausubstanz wird genutzt, ohne dass alles museal wirkt.
Groninger Museum
Der Höhepunkt ist für mich das Groninger MuseumGroninger MuseumMuseumGroningen · Niederlande53,211944° N · 6,565556° OKunstmuseum auf einer Insel im Verbindingskanaal; der 1994 eröffnete Bau wurde unter Leitung von Alessandro Mendini gestaltet.Offizielle Website Google Maps . Das Museum liegt direkt am Wasser und ist schon von außen kaum zu übersehen. Der heutige Gebäudekomplex wurde 1994 eröffnet; Hauptarchitekt war Alessandro Mendini, weitere Pavillons stammen unter anderem von Philippe Starck, Michele De Lucchi und Coop Himmelb(l)au. Das Gebäude ist damit selbst Teil des Museumsbesuchs.
Der Eintritt kostet bei unserem Besuch 10 €. Neben älteren Werken gibt es viel zeitgenössische Kunst. 2011 läuft die Ausstellung „Me, Myself and I – Chi Peng, Photoworks 2003–2010“. Chi Peng inszeniert sich auf vielen seiner Fotografien selbst und beschäftigt sich mit Identität, Erwachsenwerden und auch homosexueller Identität im modernen China.
Nach dem Museum essen wir noch in einem chinesischen Restaurant. Wan-Tan-Suppe und gebratener Reis sind eher durchschnittlich. Um 14 Uhr schaffen wir es gerade noch trocken zurück zum Wohnmobil, kurz danach kommt wieder ein Schauer. Wir fahren weiter Richtung Küste.
Wattenmeer und Friesland
Der nächste Halt ist PieterburenPieterburenStadt / OrtGroningen · Niederlande53,4000° N · 6,4531° O1 m ü. NNDorf in der Gemeinde Het Hogeland, bekannt als Ausgangspunkt für Wattwanderungen und den Pieterpad.Google Maps . Das Dorf ist klein, aber als Ausgangspunkt für Wattwanderungen, auf Niederländisch „wadlopen“, bekannt. Das Wattenmeer gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Bei unserem Wetter interessiert uns das allerdings nur theoretisch: Es regnet, und eine Wanderung durchs Watt erscheint nicht besonders verlockend.
Wir essen im Après-Wad Bar CaféAprès-Wad Bar CaféRestaurantPieterburen · Niederlande53,39962° N · 6,45297° OHistorisches Café an der Hoofdstraat in Pieterburen, 2011 unter dem Namen Après-Wad Bar geführt.Offizielle Website Google Maps eine Pizza und fahren weiter nach LauwersoogLauwersoogStadt / OrtGroningen · Niederlande53,4039° N · 6,2189° O1 m ü. NNKüstenort und Hafen am Übergang zwischen Lauwersmeer und Wattenmeer.Google Maps . Am Hafen LauwersoogHafen LauwersoogHafenLauwersoog · Niederlande53,407316° N · 6,204722° OFischereihafen am Wattenmeer, entstanden beim Abschluss des Lauwersmeers.Offizielle Website Google Maps ist es windig genug, um zu verstehen, warum die Küste hier das Leben bestimmt.
Danach führt die Route über LeeuwardenLeeuwardenStadt / OrtFriesland · Niederlande53,2000° N · 5,783333° O8 m ü. NNHauptstadt Frieslands mit historischem Zentrum und dem schiefen Turm Oldehove.Google Maps . Dort fällt uns der gläserne Crystalic Business ParkCrystalic Business ParkGebäudeLeeuwarden · Niederlande53,204851° N · 5,766673° OGläsernes Bürogebäude im Gewerbegebiet De Zwette an der François HaverSchmidtwei.Offizielle Website Google Maps auf. Ich halte das Gebäude zunächst für einen Überrest einer früheren Expo. Tatsächlich wurde es zwischen 1999 und 2002 als Büro- und ICT-Zentrum gebaut. Die transparente Großform ist von einer friesischen Stolpboerderij, also einem traditionellen Bauernhaustyp, inspiriert.
Afsluitdijk und Den Helder
Über HarlingenHarlingenStadt / OrtFriesland · Niederlande53,1736° N · 5,4272° O2 m ü. NNFriesische Hafenstadt am Wattenmeer mit Fährverbindungen zu den Inseln Vlieland und Terschelling.Google Maps gelangen wir zum AfsluitdijkAfsluitdijkWahrzeichenNiederlande53,0000° N · 5,166667° ORund 32 Kilometer langer Abschlussdeich zwischen Nordholland und Friesland, der das IJsselmeer vom Wattenmeer trennt.Offizielle Website Google Maps . Der Abschlussdeich ist rund 32 Kilometer lang und eines der zentralen Bauwerke der niederländischen Wasserwirtschaft. Seit seiner Fertigstellung 1932 trennt er das IJsselmeer vom Wattenmeer. Im Wohnmobil wirkt die Fahrt besonders: kilometerlang fast nur Deich, Straße und Wasser.
Abends erreichen wir Den HelderDen HelderStadt / OrtNordholland · Niederlande52,958333° N · 4,758889° O1 m ü. NNMarinestadt an der Nordspitze Nordhollands und Ausgangspunkt der Fähre nach Texel.Google Maps . Nahe dem MarinemuseumMarinemuseumMuseumDen Helder · Niederlande52,96376° N · 4,7722° OMuseum der niederländischen Marine auf dem historischen Werftgelände Willemsoord mit Museumsschiffen.Offizielle Website Google Maps liegt bei WillemsoordWillemsoordHistorische StätteDen Helder · Niederlande52,96094° N · 4,77184° OHistorische Marinewerft in Den Helder; das Gelände beherbergt heute Museen, Gastronomie und Liegeplätze.Offizielle Website Google Maps ein Wohnmobilplatz. Ein anderer deutscher Wohnmobilfahrer sagt mir, dass die Nacht 10 € kostet. Zunächst taucht niemand zum Kassieren auf; am nächsten Morgen klopft es dann doch, und wir zahlen. Der Stellplatz selbst ist gut, aber der Wind ist so stark, dass das Wohnmobil die ganze Nacht wackelt.
Texel im Regen
Trotz Regen holen wir am Morgen die Fahrräder heraus und fahren zur TESO-Fähre Den Helder–TexelTESO-Fähre Den Helder–TexelFährverbindungDen Helder · Niederlande52,962173° N · 4,778019° OFährverbindung durch das Marsdiep zwischen Den Helder und dem Terminal Het Horntje auf Texel.Offizielle Website Google Maps nach TexelTexelInselNiederlande53,066667° N · 4,8000° OGrößte niederländische Watteninsel, durch das Marsdiep von Den Helder getrennt.Offizielle Website Google Maps . Die Überfahrt dauert rund zwanzig Minuten. Unser Ticket für Person und Fahrrad ist erstaunlich günstig, und in der Hauptzeit verkehren die Fähren sehr regelmäßig. Auf Texel selbst zeigt sich der niederländische Juli allerdings von seiner unfreundlichen Seite.
Wir fahren ungefähr zwei Stunden über die Insel und bis zu den Dünen. Immer wieder werden wir nass. Ein Café-Stopp hilft nur kurzfristig, denn sobald wir wieder auf den Rädern sitzen, kommt der nächste Schauer. Viel von Texel sehen wir deshalb nicht. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil werden wir noch einmal richtig durchnässt. Danach ist das Bett bei ungefähr 14 Grad Außentemperatur der attraktivste Ort der gesamten Inselrunde.
Haarlem auf dem Weg nach Amsterdam
Auf dem Weg nach Amsterdam stoppen wir noch in HaarlemHaarlemStadt / OrtNordholland · Niederlande52,381389° N · 4,635556° O2 m ü. NNHauptstadt Nordhollands mit historischem Zentrum um Grote Markt und St.-Bavokerk.Google Maps . Rund um den Grote Markt steht die mächtige St.-BavokerkSt.-BavokerkKircheHaarlem · Niederlande52,380833° N · 4,636389° OSpätgotische Grote Kerk am Grote Markt, bekannt für ihre große Müller-Orgel.Offizielle Website Google Maps . Sie ist geschlossen, also bleibt es bei einem Spaziergang durch die Gassen und einem Eis. Dann fängt es wieder an zu regnen.
Von Haarlem fahren wir weiter nach Amsterdam, wo der erste Teil der Reise zunächst am Dauerregen scheitert.