Mit Südafrika beginnt meine zweite große Rundreise durch Afrika 2010, die über Namibia, Sambia, Simbabwe, Äthiopien und Somaliland bis nach Dschibuti führt. Es ist mein zweiter Besuch in Südafrika und Kapstadt; beim ersten Mal war ich 2008/2009 drei Wochen mit dem Mietwagen unterwegs.
Die Route: KapstadtKapstadtStadt / OrtSüdafrika33,92584° S · 18,42322° O25 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps → Kap der Guten Hoffnung → Betty’s BayBetty’s BayStadt / OrtSüdafrika34,3535° S · 18,91268° O31 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps → L’AgulhasL’AgulhasStadt / OrtSüdafrika34,8223° S · 20,01734° O10 m ü. NNKüstenort nahe dem Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas.Google Maps → Mossel BayMossel BayStadt / OrtSüdafrika34,18307° S · 22,14605° O43 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps → KnysnaKnysnaStadt / OrtSüdafrika34,03627° S · 23,04713° O9 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps → Beaufort WestBeaufort WestStadt / OrtSüdafrika32,35671° S · 22,58295° O849 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps → UpingtonUpingtonStadt / OrtSüdafrika28,44776° S · 21,25612° O808 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps → Bus nach Namibia
Anreise
In den vergangenen zwei Jahren hat sich in Kapstadt vor allem durch die Bauarbeiten für die Fußball-Weltmeisterschaft einiges verändert. Die Stadt ist mir noch sympathischer geworden und für mich eine der Top-Städte der Welt: Die bunte Mischung gefällt mir, die Temperatur ist angenehm, die Umgebung schön. Heiß ist es auf keinen Fall, für mich optimale Reisezeit, weil ich mir nicht die Birne verbrenne. (Südafrika stellt sich im Dezember auf viele Touristen ein, dann sind auch die Unterkünfte am teuersten.) Mitunter weht ein kühler Wind, und zum Planschen im Meer ist es den meisten zu kalt – die Strände sind fast menschenleer.
Für die Anreise wähle ich Emirates über DubaiDubaiStadt / OrtVereinigte Arabische Emirate25,2048° N · 55,2708° O16 m ü. NNDubai ist eine internationale Metropole am Persischen Golf, deren Stadtbild von Malls, Hochhäusern, Hotels und einem weitläufigen Verkehrsnetz geprägt ist.Google Maps . Mit Zwischenstopp dauert der Flug insgesamt 19 Stunden, Preis um die 600 Euro. Lufthansa hat zu der Zeit ein „Special Offer“ für Hin- und Rückflug zum gleichen Preis, das mir aber entgangen ist und wohl auch nicht viel genützt hätte, denn der Plan ist wieder, nur hinzufliegen und irgendwie zurückzukommen. (Als ich mit Air Berlin nach Namibia reiste, musste ich bei der Airline eine Weiterreise nachweisen. Das vermute ich auch für Südafrika und buche mir vorsorglich ein Busticket bei Intercape. Beim Check-in interessiert das aber keinen.)
Unterkunft in Green Point
Ich quartiere mich für eine Woche in der Altona LodgeAltona LodgeUnterkunftKapstadt · Südafrika33,909138° S · 18,404819° OGoogle Maps ein und verlängere noch um einen Tag. Die Lodge hat eine Website, über die sich das Zimmer reservieren lässt. Einzelzimmer gibt es nicht; man nimmt den Raum mit zwei Betten und zahlt 2 × 11 Euro – für den Preis echt in Ordnung. Sie liegt im Stadtteil Green Point nahe dem neuen Cape Town StadiumCape Town StadiumVeranstaltungsortKapstadt · Südafrika33,90346° S · 18,411146° OGoogle Maps , ist angenehm ruhig (wenn der Nachbarhund nicht gerade um 7 Uhr bellt und den Hahn macht), und für 50 Cent bringt ein Minitaxi Fahrgäste in die Stadt. Ich würde sie wieder nehmen.
Leider nehme ich an, dass der Besitzer die Abholung vom Flughafen, um die ich per E-Mail gebeten habe, nicht nur „provided“, wie er schreibt, sondern auch bezahlt, wie es andere Gästehäuser bei Gästen tun, die mindestens eine Woche bleiben. Das tut er nicht, und so steht der Taxifahrer etwas blöd herum und wartet auf sein Geld. Es dauert, bis ich das schnalle und 23 Euro zahle – den Taxameterpreis. Auch das ist unglücklich, denn der Hostelbetreiber hätte mir ein Flughafentaxi für 18 Euro bestellen können. Da die beiden sich kennen, wäre ein besserer Preis eigentlich machbar gewesen. Notiz an mich selbst: Nichts ist selbstverständlich, man muss alles nachfragen.
Green Point und Waterfront
Die Lage nahe dem Stadion ist perfekt: Zu Fuß sind es etwa 20 Minuten zur V&A WaterfrontV&A WaterfrontEinkaufsortKapstadt · Südafrika33,904303° S · 18,419201° OGoogle Maps (3D-Kino, Restaurants, Shopping), und es gibt normale Supermärkte mit absolut internationaler Auswahl, darunter SPAR und Woolworths. Die Preise richten sich deutlich an ein Publikum mit dickerer Geldbörse – oder eigentlich mit extrem dünner, denn bei meinen Einkäufen zahlt, glaube ich, niemand bar, sondern alle mit Karte. Das dauert durch die Authentifizierung länger, aber ich habe den Eindruck, dass die überwiegend weißen Kunden die Hosen voll haben, jemand könnte ihnen das Geld klauen. (Den Roquefort würde wohl keiner aus der Tasche klauen.)
Das erinnert mich daran, dass mich ein Paar am Geldautomaten betrügen will. Das geht so: Ich habe bezahlt, die Karte entnommen und werde angesprochen, ich solle die Karte doch wieder einführen, die „internationale Transaktion“ sei noch offen. Das ist der Moment, in dem der Betrüger versucht, die Karte in die Hand zu bekommen und unbemerkt gegen eine andere zu tauschen. Ich schubse ihn weg, nehme meine Karte und gehe. Mein Flughafenfahrer erzählt mir später, dass die beiden immer dort herumlungern, und fragt besorgt, ob ich wirklich die richtige Karte habe – er hatte schon überlegt auszusteigen und mir zu helfen. Ein sehr netter Kerl. Die Quintessenz: Am Automaten gibt man niemandem seine Karte. Ein Bekannter hat in Kapstadt einiges mit der Kreditkarte bezahlt, und später wurde Geld von seiner Karte abgebucht. Mein Tipp: am Automaten Bargeld abheben, immer nur so viel mitnehmen, wie man voraussichtlich braucht, und den Rest im Hotel lassen.
Woran man sich in Südafrika auch gewöhnen muss, ist der Alkoholverkauf. 2010 sind die Verkaufszeiten in Kapstadt gesetzlich begrenzt: Nach der im Juli 2010 veröffentlichten städtischen Regelung darf Alkohol zum Mitnehmen grundsätzlich montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr verkauft werden, sonntags nicht, mit Ausnahme von Weingütern; für bestehende Lizenzen gelten teilweise Übergangsregeln. Die größeren Supermärkte stellen außerhalb der Verkaufszeiten Gitter vor die Regale. Interessant ist die Schildersprache, die subtil auf den Schuldigen zeigt: Es heißt nicht „Kein Alkoholverkauf von …“, sondern oft „Wir dürfen keinen Alkohol verkaufen von …“. Der Supermarkt tritt nicht selbst als Regulierer auf, sondern sagt: „Ich würde dir gern Alkohol verkaufen, aber der böse Staat lässt mich nicht.“ Echte Unterstützung für die Anti-Alkohol-Idee sieht anders aus.
Unterwegs in Kapstadt
Mit einem Mietwagen lässt sich Südafrika sicher am besten erkunden. Bei meiner ersten Reise hatte ich einen für drei Wochen, doch diesmal nehme ich mir eine Woche für Kapstadt selbst, und dort ist ein Auto eher hinderlich. Einen ersten Überblick verschafft ein Sightseeing-Bus von City Sightseeing. Es gibt eine rote und eine blaue Linie: Die rote City Tour fährt durch die Innenstadt und zur Talstation der Tafelberg-Seilbahn, die blaue Mini Peninsula Tour weiter durch die südlichen Vororte und entlang der Küste. Ein Tag kostet etwa 12 Euro, zwei Tage 20 Euro, dann kann man beide Routen fahren. Obendrauf gibt es einen Gutschein für das Two Oceans AquariumTwo Oceans AquariumPark oder SchutzgebietKapstadt · Südafrika33,908028° S · 18,417479° OAquarium an der V&A Waterfront in Kapstadt.Google Maps . Im Preis inbegriffen ist ein roter Kopfhörer für den Audioguide. Auf Deutsch wird nicht so viel erzählt, außerdem wechseln die Sprecher, was so wirkt, als hätte die Tourismusbehörde das Band später ergänzt, um sich eine komplette Neuaufnahme zu sparen.
Die Innenstadt ist sehr übersichtlich, vieles ist gut zu Fuß zu erreichen. Zu den Stränden fahren Minitaxis, oder man mietet einen Scooter (dann braucht man auch kein Busticket mehr). Die Woche vergeht schnell, auch weil ich mir für zwei Tage (Minimum) einen Scooter (2 × 15 Euro) bei EuroJet Scooters im Buitengracht Centre an der Ecke Buitengracht/Bloem Street miete. Damit umrunde ich noch einmal die Stadt und fahre zum Lion’s HeadLion’s HeadBerg oder GebirgeKapstadt · Südafrika33,935039° S · 18,389142° OGoogle Maps und an den Strand. Motorräder sind selten, und es gibt kaum Vermieter – ganz anders als in Asien, wo man als Fisch im Mofa-Schwarm mitschwimmt. Einige Verleiher haben wieder zugemacht, weil die Roller zu oft geklaut wurden. Einer will sogar 26 Euro pro Tag, mehr als ein Mietauto. In einer anderen Preisklasse spielen die Harleys, von denen einige durch die Stadt kurven.
Im Castle of Good HopeCastle of Good HopeBurg oder SchlossKapstadt · Südafrika33,925851° S · 18,426726° OGoogle Maps ist eine Ausstellung zum Zamani Project zu sehen, einem Forschungsprojekt der University of Cape TownUniversity of Cape TownHochschuleKapstadt · Südafrika33,956756° S · 18,467578° OGoogle Maps unter Leitung von Professor Heinz Rüther. Mit 3D-Laserscannern nehmen die Mitarbeiter kulturell bedeutende Stätten in Afrika auf und machen sie digital zugänglich. Ein großartiges Projekt. Mehrere Rechner sind aufgestellt, und im Browser kann jeder virtuell durch bereits dokumentierte Orte gehen. Das Castle selbst wird vom Zamani Project erst 2011 räumlich dokumentiert. Die Website ist zamaniproject.org.
Kap der Guten Hoffnung
Ein Ausflug zum Kap der Guten HoffnungKap der Guten HoffnungNaturdenkmalKapstadt · Südafrika34,35811° S · 18,47193° OGoogle Maps ist Pflicht, der perfekte Tagesausflug von Kapstadt aus. Dafür miete ich bei Tempest Car Hire, das mehrere Stationen in Kapstadt hat, ein Auto. Das ist praktisch und günstig (20 Euro pro Tag plus etwas überraschende 4,30 Euro „contract fee“) – nicht umsonst trägt der Vermieter den Untertitel „ridiculously low rental rates“. Um 10 Uhr hole ich einen kleinen Kia ab, optimal für die Fahrt: geringer Verbrauch und trotzdem genug Kraft. Unendlich schnell fahren darf man ohnehin nicht, es gibt Tempolimits, und es wird geblitzt. Ich hatte bisher immer Glück.
Die Strecke führt durch sehr schönes Gebiet, und die Serpentinen bieten tolle Ausblicke; es lohnt sich, mehrmals anzuhalten. Für den Chapman’s Peak Drive sind 2010 für einen Pkw 30 ZARWährungseinordnung30 ZARReferenzkurs 2010-093,21 €Stand 08.10.20261,61 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert Maut fällig, etwa drei bis vier Euro. Das ist ein bisschen komisch, denn folgt man der Straße weiter, kommen noch mehr Serpentinen mit ähnlich grandioser Sicht, und die sind wieder frei. Der Eintritt in den Cape-of-Good-Hope-Abschnitt des Table Mountain National ParkTable Mountain National ParkPark oder SchutzgebietKapstadt · Südafrika33,961684° S · 18,422767° OGoogle Maps kostet 75 ZARWährungseinordnung75 ZARReferenzkurs 2010-098,02 €Stand 08.10.20264,02 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Person, damals etwa 7,50 Euro. Die Toilette ist kostenlos, aber wer am Cape PointCape PointWahrzeichenKapstadt · Südafrika34,357395° S · 18,497788° OGoogle Maps mit der Flying Dutchman Funicular zum alten Leuchtturm fährt, legt 2010 für Hin- und Rückfahrt noch einmal 43 ZARWährungseinordnung43 ZARReferenzkurs 2010-094,60 €Stand 08.10.20262,30 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert drauf, etwa 4,30 Euro. Zu Fuß ist es aber nicht anstrengend. (Ganz anders als in Kapstadt selbst: Die Wanderung auf den Tafelberg dauert mehrere Stunden, da ist das Geld für die Seilbahn gut investiert.) Vorher stärke ich mich im Restaurant noch mit einer Pizza.
Essen in Kapstadt
Die Auswahl an Restaurants in Kapstadt ist riesig. Wer viel Geld ausgeben will, kann das, wer wenig ausgeben will, bekommt für ein paar Rand eine gute Mahlzeit. Überall gibt es Cafés, in der Stadt Kuchen in Konditoreien, die üblichen Fast-Food-Ketten und viel Einheimisches. In der Nähe der alten Festung gibt es eine Art Passage mit indischen Restaurants, in denen es hervorragend schmeckt.
An der Main Road gibt es viele Sushi-Restaurants. Als Reis-Rohfisch-Fan muss ich natürlich eines probieren, und ein All-you-can-eat für 8 Euro spricht mich an. Die erste Enttäuschung: Ich kann nicht einfach von der Karte bestellen, sondern bekomme etwas vorgesetzt, und erst wenn ich das aufgegessen habe, kommt Neues. Eine Auswahl habe ich nicht. Diese Definition von All-you-can-eat kannte ich noch nicht. Es gibt viel Reis mit ein bisschen Fisch, als „Sushi“ verkauft, und immer wieder „Sushi-Sandwiches“, die ich vorher noch nirgends gesehen habe – offenbar eine südafrikanische Erfindung, um möglichst viel sättigenden Reis mit mächtiger Mayonnaise und minimal Fisch unterzubringen. Diese Sandwiches kommen mehrmals hintereinander, sodass ich nach drei Tellern entnervt aufhöre und der Bedienung ein „It’s boring“ zukommen lasse. Meine Sushi-Freude ist auf dem Nullpunkt. Doch ein südafrikanischer roter Muskateller-Likörwein, ein Multana Red, stimmt mich wieder munter.
Internet
Nicht nur Sushi gibt es genug, auch mit Internetcafés ist Kapstadt gesegnet. An der Main Road hat Newport Express kostenloses Internet, der Cappuccino und das Essen sind gut. In der St. George’s Street in der Innenstadt kostet das Surfen an alten Monitoren 50 Cent pro Stunde. Die Altona Lodge ist internettechnisch etwas schwach: 15 Minuten kosten 50 Cent, was kein Problem wäre, aber der Monitor ist winzig und das Mauskabel so kurz, dass man die Maus nur mit links bedienen kann.
Mit dem Mietwagen Richtung Norden
Von Kapstadt aus fahre ich mit einem zweiten Mietwagen weiter, von Europcar. Gebucht hatte ich bei Alamo, doch das europäische Geschäft von Alamo hat Europcar übernommen. Blöderweise habe ich den falschen Termin reserviert, sodass mir der Europcar-Mitarbeiter am Westin Grand Cape TownWestin Grand Cape TownUnterkunftKapstadt · Südafrika33,915313° S · 18,426082° OMarriott International · Westin — Heutige MarkenzugehörigkeitGoogle Maps (am Convention Square beim Cape Town International Convention CentreCape Town International Convention CentreVeranstaltungsortKapstadt · Südafrika33,915972° S · 18,427357° OGoogle Maps ) kein Auto geben kann. Er macht eine neue Reservierung zu den gleichen Konditionen: Entweder hole ich das Auto in der Zentrale, oder ich warte einen Tag und bekomme es am Hotel. Nur ist die Zentrale am Flughafen, und ich will nicht noch einmal 23 Euro fürs Taxi zahlen – so viel, wie ein Mietwagen am Tag kostet.
Ich laufe zum Busbahnhof und nehme für 90 Cent einen Minibus in einen Vorort nahe dem Flughafen. Die Fahrt führt durch die Vororte, und so proper, wie man Kapstadt erlebt, sieht es dort nicht aus. Alles ist sehr einfach. Nach dem Aussteigen warte ich 10 Minuten auf ein reguläres Taxi, und mir wird etwas mulmig; meine pessimistische Seite sagt mir, ich komme hier nicht weg und hätte doch besser gleich ein Taxi nehmen sollen. Ich frage im Friseursalon nebenan, und die Frau sagt, es kämen schon noch Taxis. Mir war einfach nicht klar, dass ganz normale Minibusse als Taxis dienen. Und schon hält einer, wir einigen uns auf 50 Cent, und ich komme zum Flughafen. (Eigentlich ist es nicht weit, in 20 Minuten wäre es wohl auch zu Fuß gegangen; das hatte man mir am Busbahnhof schon gesagt.) Bei Europcar geht es dann verhältnismäßig schnell – nur passt der Schlüssel nicht zum Wagen, und der Angestellte muss leicht fluchend den Parkplatz nach dem passenden Auto absuchen. Es ist ein kleiner silberner Honda. Zurück nach Kapstadt zum Hotel finde ich leicht. Kapstadt ist wunderbar einfach zu befahren, Johannesburg finde ich viel komplizierter.
Betty’s Bay und Kap Agulhas
Da ich schon mit dem Auto am Kap der Guten Hoffnung war, spare ich mir den Zipfel und fahre direkt Richtung Garden Route. Es gibt unglaublich perfekte Strände, und am Berg entlang ist die Kulisse grandios. Immer wieder trifft man auf Radfahrer, keine mit Hollandrad, sondern richtig professionell mit voller Ausrüstung. Motorradfahrer sind weiterhin selten. Da ich den Tag mit dem Auto vertrödelt habe, komme ich nicht weit und halte von Somerset WestSomerset WestStadt / OrtSüdafrika34,08401° S · 18,82113° O13 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps kommend in Betty’s Bay.
An der Straße liegt das tolle Backpacker-Hostel Baysite Beach Hotel, das sich auf Anordnung der Gemeinde nicht „Backpacker“ nennen darf und deshalb „Hotel“ heißt. Geführt wird es von einem sehr netten Paar – sie Deutsche, er Kapstädter –, das das Haus von den Eigentümern gemietet hat und an Reisende weitervermietet. Ich zahle 30 Euro. Der Abend ist nett und gemütlich, und bei der Einrichtung fühle ich mich heimelig. Mein Eindruck: die beste Backpacker-Atmosphäre, die ich je erlebt habe. Das Zimmer geht direkt zum Meer hinaus und liegt an der Straße, was es etwas laut macht, aber der Ausblick macht das wett. (Nachts wird es durch den Wind ohnehin lauter, die Gegend zählt zu den stürmischsten Südafrikas.) Jeder kann DVDs schauen und in Reisebüchern blättern, und der Gastgeber versucht jeden Musikwunsch zu erfüllen. (Er hat sogar „The Division Bell“ von Pink Floyd, die ich sehr lange nicht mehr gehört habe.)
Am nächsten Tag geht es weiter durch KleinmondKleinmondStadt / OrtSüdafrika34,3394° S · 19,03407° O13 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps , SandbaaiSandbaaiStadt / OrtSüdafrika34,42287° S · 19,19743° O17 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps , HermanusHermanusStadt / OrtSüdafrika34,4187° S · 19,23446° O27 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps und StanfordStanfordStadt / OrtSüdafrika34,4394° S · 19,45615° O22 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps . Dann will ich nach ElimElimStadt / OrtSüdafrika34,58972° S · 19,75788° O48 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps , einer Gemeinde, deren Mitgliedern man nachsagt, sie lebten noch wie vor 200 Jahren. Tja, das stimmt nicht. Die Anfahrt über eine ungeteerte Straße ist nervig, und dann ist Elim ein Ort wie jeder andere: normale Häuser, Autos vor der Tür – ein Kaff. Den Weg hätte ich mir sparen können.
Also weiter nach L’Agulhas am Kap AgulhasKap AgulhasNaturdenkmalL’Agulhas · Südafrika34,83329° S · 19,999938° OGoogle Maps , dem Südzipfel Afrikas, wo sich offiziell Atlantik und Indischer Ozean treffen. Reiseführer beschreiben den Ort als unprätentiös, und das ist er auch. Spaß macht es aber, auf den Leuchtturm Kap AgulhasLeuchtturm Kap AgulhasLeuchtturmL’Agulhas · Südafrika34,829417° S · 20,009006° OGoogle Maps zu steigen und oben dem Wind ausgesetzt zu sein. Zusammen mit dem Museum kostet der Eintritt 1,70 Euro. Unten lädt ein supersüßes Café zur Rast ein.
Mossel Bay und Knysna
Ab L’Agulhas wird die Fahrt lästig und langweilig: über BredasdorpBredasdorpStadt / OrtSüdafrika34,53215° S · 20,04031° O84 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps nach SwellendamSwellendamStadt / OrtSüdafrika34,02262° S · 20,44171° O128 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps und über RiversdaleRiversdaleStadt / OrtSüdafrika34,09345° S · 21,25725° O121 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps nach Mossel Bay. Dort übernachte ich im Park HousePark HouseUnterkunftMossel Bay · Südafrika34,183925° S · 22,140671° OGoogle Maps für 35 Euro. WLAN ist kostenlos, funktioniert aber nicht im Zimmer, sodass ich mich auf einen unbequemen Stuhl an der Rezeption setzen muss. Mossel Bay ist zweigeteilt, und ich suche erst in der falschen Ecke nach Hotels; dort beginnen die Übernachtungen bei 100 Euro. Ein „Szeneviertel“ nennt sich „The Point“, und nachts weist ein leuchtendes Kreuz die Richtung.
Am nächsten Tag geht es nach Knysna. Die Umgebung ist für ihre Wälder bekannt, die für Südafrika tatsächlich einzigartig sind, Europäer aber kaum zum Staunen bringen. Da ein Wikipedia-Artikel erwähnt, dass es in Knysna die größte Rastafari-Gemeinde gibt, will ich mir das natürlich ansehen. Ich frage einen Parkwächter nach dem Weg. Er erklärt, 5 km außerhalb sei eine Brücke, dort links auf dem Hügel eine Kirche und eine Schule. Prima, also los. Erst finde ich die Brücke nicht (es ist ein kleiner Fußgängerübergang), dann biege ich links ab und fahre das Viertel ab, sehe aber nichts Auffälliges; die Menschen laufen herum wie sonst auch, nicht mit auffälligen Rastafari-Mützen oder so. Es mag sein, dass es dort die größte Gemeinde gibt, ins Auge sticht sie nicht.
Durch die Karoo nach Upington
Von Knysna muss ich nach Norden Richtung Upington. Die R339 nach UniondaleUniondaleStadt / OrtSüdafrika33,65895° S · 23,12317° O729 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps sieht auf der Karte gut aus, entpuppt sich aber als lausige Straße durch Wald und um Berge herum. Da ich nur zwei Tage bis Upington habe, ist mir nicht nach 40 km/h durch matschige Wälder und über Bergpässe. Froh erreiche ich Uniondale. Von dort führt die N9 nach Willowmore – ein 150-Kilometer-Fehler, denn von dort komme ich nicht so einfach nach Beaufort West. Also zurück und über De RustDe RustStadt / OrtSüdafrika33,49035° S · 22,53523° O475 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps nach Beaufort West.
Es ist spät, und ich finde für 33 Euro ein B&B. Dumm, denn direkt daneben ist ein Formule 1Formule 1UnterkunftBeaufort West · SüdafrikaHotel an der 144 Donkin Street in Beaufort West, auch als Formula 1 geführt.Accor · Formule 1 — Formule 1 im Bericht von 2010; keine ÜbernachtungOffizielle Website der Accor-Kette, wo die Nacht nur 30 Euro gekostet hätte. Beaufort West ist eine reine Transitstadt, in der wenig los ist. Aber es gibt einen Steers, und die Burger sind super. (Ich würde sagen, Steers ist die beste Fast-Food-Kette Afrikas.)
Morgens fahre ich weiter nach Victoria WestVictoria WestStadt / OrtSüdafrika31,40364° S · 23,11461° O1277 m ü. NNOrt in Südafrika.Google Maps , lasse dort das Auto waschen, bestelle eine Pizza (und zahle 20 Cent für die Toilette). Von dort geht es unkompliziert nach Upington. Landschaftlich ist die Strecke nicht wirklich schön, aber da muss ich durch.
Upington ist größer als gedacht. Ich fahre direkt zum Flughafen Upington, um das Auto abzugeben. Busse oder Taxis gibt es dort allerdings nicht, daher bin ich froh, dass mich ein Mitarbeiter in die Stadt zu Intercape bringt. Dort muss ich lange auf den Bus warten, der 1,5 Stunden Verspätung hat. Im Hotel nebenan darf ich einen WLAN-Gutschein kaufen und surfen. (Aus irgendwelchen Gründen tun sich die Mitarbeiter schwer damit, weil das nur für Hotelgäste gedacht ist. Mein Argument, dass Geld Geld ist, egal ob ein Übernachtungsgast zahlt oder ich, überzeugt dann aber.) Um 17 Uhr schließen sonst alle Internetcafés.
Im Endeffekt war es die richtige Entscheidung, selbst nach Norden zu fahren und nicht den Intercape ab Kapstadt zu nehmen, sonst hätte ich die schöne Küste nicht gesehen. Wie es mit dem Nachtbus nach Windhoek weitergeht, steht im Bericht Namibia 2010.
Alles Wichtige zu Südafrika auf einen Blick: Südafrika – was sich lohnt.