Im Juni 2025 sind wir eine Woche flussabwärts von Nag Hammadi in Oberägypten bis Kairo unterwegs und verbringen dann danach noch einige Tage Hotel in Hurghada.
Die Reise im Überblick
Die Reise besteht aus drei Teilen, zu denen es jeweils einen eigenen Bericht gibt:
- Hurghada – Flughafen, Hotel Coral Sun und Safaga: Anreise, erste Nacht, die Tage am Roten Meer nach der Kreuzfahrt und der Rückflug.
- Nilkreuzfahrt flussabwärts mit der M/S Magic 1: Transfer an den Nil, die Woche an Bord von Nag Hammadi bis Kairo und das Schiff im Detail.
- Gizeh – Pyramiden, Sphinx und Grand Egyptian Museum: der Ausflug am vorletzten Tag der Kreuzfahrt.
Ablauf
| Datum | Programm |
|---|---|
| Sa, 14.06. | Flug von Düsseldorf nach Hurghada, Ankunft in der Nacht |
| So, 15.06. | Ruhetag im Hotel Coral Sun |
| Mo, 16.06. | Bustransfer über Dendera nach Nag Hammadi, Einschiffung |
| Di, 17.06. | Busausflug nach Luxor: Tal der Königinnen, Deir el-Medina, Grab des Ramose |
| Mi, 18.06. | Abydos, Sohag, Weißes und Rotes Kloster |
| Do, 19.06. | Schiffstag mit Schleuse Asyut, abends Tell el-Amarna |
| Fr, 20.06. | Gräber von Tell el-Amarna und Beni Hassan, abends Beni Suef |
| Sa, 21.06. | Ankunft bei Kairo |
| So, 22.06. | Pyramiden von Gizeh und Grand Egyptian Museum |
| Mo, 23.06. | Ausschiffung und Busfahrt zurück nach Hurghada |
| 23.–28.06. | Hotel Coral Sun, am 28.06. Rückflug nach Düsseldorf |
Reisevorbereitung
Weil der Lidl direkt bei uns um die Ecke ist, wandert bei fast jedem Einkauf ein Reisekatalog mit in den Korb. Eines Tages stoßen wir beim Durchblättern auf eine Nilkreuzfahrt. Da ich die Pyramiden nur aus dem Katalog kenne, ist mein Interesse geweckt. Also buchen wir eine Woche auf einem Nilkreuzfahrtschiff, gefolgt von einer Woche im Hotel in Hurghada. Diese Kombination ist recht häufig.
Nilkreuzfahrten verlaufen häufig zwischen Luxor und Assuan; längere Routen führen weiter nach Norden bis Kairo. Wichtig bei der Orientierung: Flussaufwärts geht es auf dem Nil nach Süden Richtung Assuan, flussabwärts nach Norden Richtung Kairo. Unsere Reise ist eine der längeren Varianten von Oberägypten bis in die Hauptstadt und dauert mit Hotelaufenthalt insgesamt zwei Wochen.
Eigentlich handelt es sich um ein Sonderangebot, doch mit unserem Wunschzeitraum und dem Abflug ab Düsseldorf klettert der Preis schließlich deutlich über das Angebot im Prospekt. Wir buchen bei der Capital Holidays (Europe) GmbH aus München. Die Reise für zwei kostet 2356 €. Später zahlen wir für Ausflüge, die nicht im Reisepreis enthalten sind – darunter der Besuch des Grand Egyptian Museum (GEM)Grand Egyptian Museum (GEM)MuseumGizeh · Ägypten29,9897° N · 31,1244° ONeues ägyptisches Museum bei Gizeh mit der Tutanchamun-Sammlung.Google Maps – noch einmal 388 € für zwei Personen an Click Tour Luxor.
Praktisches auf einen Blick
- Visum: Das Visa on Arrival kostet am Flughafen 25 USDWährungseinordnung25 USDReferenzkurs 14.06.202521,67 €Stand 08.10.202622,28 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Deutsche können auch mit Personalausweis und zwei biometrischen Passfotos einreisen. Details im Hurghada-Bericht.
- Internet: Weder Hotel noch Schiff bieten brauchbares WLAN. Eine SIM-Karte besser gleich am Flughafen kaufen oder vorab eine eSIM besorgen.
- Trinkgeld: Für die Woche an Bord werden 49 € pro Person fällig – im Prospekt „empfohlen“, an Bord faktisch fest.
- Toiletten: An Sehenswürdigkeiten und Raststätten oft kostenpflichtig, meist ohne Preisschild. Kleingeld in ägyptischen Pfund mitnehmen.
- Drohnen: Ohne Genehmigung zu Hause lassen; am Flughafen wird genau kontrolliert.
Zustand in Ägypten und Ägypten als Reiseland
Fährt man mit dem Bus durch Ägypten, kann man eine Sache kaum übersehen: An vielen Straßenrändern liegt Müll. 2025 lebten nach ägyptischer Inlandszählung rund 108 Millionen Menschen im Land; UN-Schätzungen für die Gesamtbevölkerung liegen höher. Fast die gesamte Bevölkerung konzentriert sich auf das Niltal, das Delta und einige Küsten- und Oasenräume – also auf nur einen kleinen Teil der Landesfläche. Unser Reiseleiter kommentiert das Thema Sauberkeit mit einer zugespitzten Erklärung: Innen werde penibel geputzt, draußen fühle man sich weniger zuständig – „Der Gehweg gehört nicht mir“. Das ist seine Verallgemeinerung, keine belastbare Aussage über „die Ägypter“, trifft aber eine Beobachtung, die uns auf der Reise immer wieder beschäftigt.
Viele Wohnhäuser wirken halb fertig: unverputzte Ziegel, offene Etagen, herausragende Bewehrungsstäbe. Unser Guide erklärt das unter anderem damit, dass Familien Häuser über Jahre erweitern und zusätzliche Etagen für Kinder vorgesehen sind. Auch steuerliche und baurechtliche Gründe werden in Ägypten häufig als Erklärung für unfertige Fassaden genannt. Die pauschale Geschichte, ein unfertiges Haus sei automatisch steuerfrei und ohne Fertigmeldung gebe es keinen Strom, lässt sich so jedoch nicht zuverlässig verallgemeinern. Ich würde es deshalb bei der sichtbaren Beobachtung und der Erklärung unseres Guides belassen – beides ist schon interessant genug.
Auf den Straßen sehen wir viele alte Fahrzeuge, darunter Peugeot 504 und Mercedes-Benz W123 aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Unser Guide nennt sie scherzhaft „Ramses-Autos“: alt, unkaputtbar und ewig unterwegs. Der Witz passt zufällig zu einem echten Kapitel ägyptischer Autogeschichte: In den 1960er- und frühen 1970er-Jahren wurden in Ägypten tatsächlich Fahrzeuge unter dem Namen Ramses gebaut, anfangs auf Basis des deutschen NSU Prinz. Die historische Marke hat mit den alten Peugeots und Mercedes auf der Straße zwar nichts zu tun – aber als Spitzname funktioniert „Ramses-Auto“ trotzdem hervorragend.
Wer mehr über die politischen Hintergründe des Reiselandes erfahren möchte, kann sich die ZDFinfo-Dokumentation „Ägypten – Unterdrückung und Größenwahn“ ansehen. Sie beleuchtet die Herrschaft von Präsident Al-Sisi, den Umgang mit Regierungskritikern und den Gegensatz zwischen staatlichen Großprojekten und der Armut vieler Menschen.
Fazit
Ich fand die Reise ist uneingeschränkt empfehlenswert. Dennoch gab es einige Punkte, bei denen Verbesserung möglich wäre:
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Flugzeitenänderung: Der ursprünglich für den Mittag vorgesehene Hinflug wurde auf den späten Nachmittag verschoben, wodurch wir erst in der Nacht in Hurghada ankamen. Das war wenig komfortabel. Ob die Änderung mit dem Einsatz von SkyUp zusammenhing, können wir nicht beurteilen – sie lag jedenfalls außerhalb unseres Einflusses.
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Gepäckangabe: Auf der Buchungsbestätigung stand zunächst, dass keinerlei Freigepäck (0 kg) enthalten sei. Eine kurze Nachfrage per E-Mail klärte das: ein technischer Fehler. Kein Drama, aber bei einer Pauschalreise kein besonders vertrauenerweckender Start.
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Fehlende Reiseplanung: Bei früheren Kreuzfahrten erhielten wir vorab ein ausführliches Programm mit Auslauf- und Liegezeiten sowie Hinweisen zu Ausflügen und Kosten. Dieses Mal fehlte eine solche Übersicht. Auf Nachfrage teilte uns der Veranstalter knapp mit, der Ablauf werde erst an Bord bekannt gegeben. Andere Reisende hatten dagegen eine Routenübersicht mit Stationen und Sehenswürdigkeiten erhalten – selbstverständlich mit dem üblichen Vorbehalt kurzfristiger Änderungen. Eine vergleichbare Orientierungshilfe wäre sehr hilfreich gewesen.
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Trinkgeldregelung: Im Prospekt wurden 49 € pro Person für die Woche als „empfohlenes“ Trinkgeld bezeichnet. An Bord stellte sich dieser Betrag für uns jedoch als fest angesetzte Zahlung dar. Wenn eine Zahlung faktisch verpflichtend ist, sollte sie vor der Buchung auch genau so bezeichnet werden.