Nilkreuzfahrt flussabwärts mit der M/S Magic 1

landÄgypten

datum

lesezeit15 min

höhe321 m

reisezeit
16.06.2025 – 23.06.2025

Die Kreuzfahrt ist das Herzstück der Ägyptenreise 2025: eine Woche flussabwärts von Nag Hammadi in Oberägypten bis an den Stadtrand von Kairo, mit Busausflügen nach Luxor, Abydos, Tell el-Amarna und Gizeh. Zuerst beschreibe ich den Reiseverlauf Tag für Tag, danach das Schiff selbst.

Montag: Transfer an den Nil und Check-in

Um 5:30 Uhr werden wir am Hotel Coral Sun abgeholt. Da die Abfahrt früh ist, und wir nicht am Frühstück teilnehmen können, gibt es eine Lunchbox: zwei trockene Sandwiches, eine Flasche Wasser, zwei Bananen und einen Apfelsaft, der Zuckerwasser mit Fruchtgeschmack ist.

Unser Fahrer scheint im früheren Leben Rennfahrer gewesen zu sein und fährt den Van gerne hochtourig. Nach zwanzig Minuten erreichen wir den Umsteigepunkt in SafagaSafagaStadt / OrtRotes Meer · Ägypten26,7575° N · 33,93667° OHafenstadt an der ägyptischen Küste des Roten Meeres südlich von Hurghada, mit Fährhafen und Tauchrevieren.Google Maps . Ein moderner Reisebus wartet – mit Toilette, WLAN, Klimaanlage und kalten Getränken. Lederbezogene Sitze gibt es wie im Kino. Flash Tour steht in großen Buchstaben auf dem chinesischen Bus. Ein Infotainment-System mit Bildschirm in den Sitzlehnen zeigt Filme wie Frozen, Paddington, Lion King, Tomb Raider, Rampage, Snitch, Kung Fu Panda. Hollywood in der ägyptischen Wüste ganz sicherlich mit offizieller Lizenz von Disney in einem Paralleluniversum autorisiert.

Die Fahrt führt durch endlose Steinlandschaften, immer wieder unterbrochen von Bauschutt, Müll und gelegentlichen Polizeikontrollen. Auf den Dächern einiger Minivans brutzelt das Gepäck. Nach anderthalb Stunden machen wir Pause an einem Souvenirladen. Stopps bei organisierten Reisen sind üblich, um die lokale Wirtschaft zu fördern, lästig, aber üblich. Vor dem Rastplatz stehen Frauen mit ihren Kindern und betteln. Sie sind mit Eseln gekommen und auf den Eseln sitzen junge Ziegen. Wir geben den Frauen unsere Lunchboxen. Die Sonne steigt, es wird heißer.

Zehn Kilometer vor Qena tauchen plötzlich Bäume auf. Grün zwischen Sandbraun. Um 9 Uhr erreichen wir Hathor-Tempel von DenderaHathor-Tempel von DenderaTempelDendera · Ägypten26,1417° N · 32,6700° OTempel der Hathor bei Dendera mit berühmter astronomischer Decke.Google Maps . Der Hathor-Tempel (Ticket bei unserem Besuch: 300 EGPWährungseinordnung300 EGPReferenzkurs 16.06.20255,18 €Stand 08.10.20265,10 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert) ist erstaunlich gut erhalten und vor allem wegen seiner Reliefs, Säulenhallen und der berühmten astronomischen Decke sehenswert. Die Sanitäranlagen liefern die profanere erste Lektion des Tages: Toilettenpapier kann 10 EGPWährungseinordnung10 EGPReferenzkurs 16.06.20250,17 €Stand 08.10.20260,17 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert kosten.

Gegen 11 Uhr geht es weiter, vorbei an halb gebauten Häusern, brachliegenden Grundstücken und unfertigen Straßen. Das Ziel ist Nag HammadiNag HammadiStadt / OrtQena · Ägypten26,0500° N · 32,2500° O78 m ü. NNStadt am westlichen Nilufer in Oberägypten, bekannt durch die nahebei gefundenen koptisch-gnostischen Schriften.Google Maps . Die Stadt selbst hat heute deutlich mehr als die oft noch genannten 30 000 Einwohner; bekannt ist der Ort international vor allem durch den 1945 gemachten Fund der koptisch-gnostischen Nag-Hammadi-Schriften. 2010 geriet die Region zudem in die Schlagzeilen, als in der Nacht des koptischen Weihnachtsfestes bei einem Anschlag auf Gläubige vor einer Kirche mehrere Menschen getötet wurden.

Zwei Reisebusse treffen ein, etwa 40 Gäste gehen an Bord der M/S Magic 1M/S Magic 1NilkreuzfahrtschiffLuxor · Ägypten25,7000° N · 32,6400° ONilkreuzfahrtschiff der Serenity Cruises Group mit 72 Außenkabinen.Google Maps . Damit ist das Schiff mit seinen 72 Außenkabinen und Platz für ungefähr 144 Gäste kaum belegt. Das ist toll. Rund 50 Mitarbeiter kümmern sich an Bord um die Gäste. Die M/S Magic 1M/S Magic 1NilkreuzfahrtschiffLuxor · Ägypten25,7000° N · 32,6400° ONilkreuzfahrtschiff der Serenity Cruises Group mit 72 Außenkabinen.Google Maps gehört zur Serenity Cruises Group.

An Bord geben wir unsere Pässe ab, sie werden kopiert. Währenddessen erhalten wir in der Lounge eine kurze Einführung. Anschließend werden die Kabinen verteilt – eine Wahlmöglichkeit gibt es nicht. Wir bekommen unsere Bordkarten und können das Zimmer beziehen. Wer eine Kabine in der Mitte des Schiffs erwischt, darf sich über mehr Ruhe freuen.

Um 18 Uhr gibt es eine Informationsrunde zu Tagesabläufen, Ausflügen und dem Leben an Bord. Dass wir die jeweiligen Liegeplätze nicht einfach auf eigene Faust verlassen sollen, wird nicht als große Regel verkündet; in der Praxis ist der Bewegungsradius aber deutlich enger als auf europäischen Flusskreuzfahrten. Die sichtbare Polizeipräsenz am Ufer unterstreicht das.

Auch die Fahrweise ist anders als erwartet: Auf unserer Route fährt das Schiff nachts nicht. Es legt am Abend rechtzeitig an, und während der Reise ist regelmäßig Polizeibegleitung zu sehen. Nachts liegt zeitweise ein Polizeiboot in der Nähe. Die Beamten halten sich meist im Hintergrund.

Vom Schiff aus haben wir einen guten Blick auf die Eisenbahnbrücke bei Nagʿ Hammadi. Sie gehört zur Hauptstrecke Kairo-Assuan und wurde als drehbare Stahlkonstruktion errichtet.

Dienstag: Luxor

Der Tag beginnt früh: Um 5 Uhr gibt es Frühstück, ab 6 Uhr rollt der Bus los. Alle Passagiere passen in einen modernen Reisebus. Zwei Guides begleiten uns, wechseln sich ab, sprechen brauchbares Deutsch und machen ihre Sache gut. Einer ist etwas motivierter als der andere. Von außen betrachtet sind sie ein gutes Team, am Essenstisch sprechen sie allerdings kaum miteinander.

Ein Polizeiwagen fährt voraus – das linke Rücklicht defekt. Zusätzlich sitzt ein Polizist mit uns im Bus, vorn in der ersten Reihe. Die Route ist eher ein Umweg: Statt direkt nach Westen fahren wir über Qena und eine schmale Straße. Als Grund wird genannt, dass die Polizei die kurze Route nicht genehmigt.

Erstes Ziel ist das Tal der KöniginnenTal der KöniginnenNekropoleLuxor · Ägypten25,7370° N · 32,6030° ONekropole am westlichen Nilufer bei Luxor.Google Maps (Ticket bei unserem Besuch: 220 EGPWährungseinordnung220 EGPReferenzkurs 16.06.20253,80 €Stand 08.10.20263,74 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert). Fotografieren ist inzwischen ohne zusätzliches Fototicket erlaubt. Anschließend besuchen wir Deir el-MedinaDeir el-MedinaHandwerkerdorfLuxor · Ägypten25,7200° N · 32,6000° OAlte Arbeitersiedlung der königlichen Gräberbauer.Google Maps (220 EGPWährungseinordnung220 EGPReferenzkurs 16.06.20253,80 €Stand 08.10.20263,74 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert), das alte Handwerkerdorf. Hier lebten die spezialisierten Arbeiter und Künstler, die die königlichen Gräber bauten und dekorierten. Das Dorf ist besonders spannend, weil sich der Alltag ungewöhnlich gut dokumentieren lässt: Wohnhäuser, Lohn- und Anwesenheitslisten, private Gräber – und sogar einer der frühesten bekannten Arbeitsstreiks der Geschichte.

Ein Kontrast dazu ist das Grab des RamoseGrab des RamoseFelsengrabLuxor · Ägypten25,7372° N · 32,6012° OGrab des Wesirs Ramose mit Reliefs im Übergangsstil zur Amarna-Zeit.Google Maps (bei unserem Besuch: 200 EGPWährungseinordnung200 EGPReferenzkurs 16.06.20253,45 €Stand 08.10.20263,40 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert) in der thebanischen Noblennekropole. Ramose war Wesir unter Amenophis III. und zu Beginn der Herrschaft Echnatons. Sein Grab zeigt den Übergang von der traditionellen Kunst zur Amarna-Zeit besonders schön: fein ausgearbeitete Reliefs neben ersten stilistischen Veränderungen. Hier geht es nicht um den Alltag der Handwerker, sondern um Repräsentation auf höchster Verwaltungsebene.

Nach dem kulturellen Programm geht es weiter zur Alabasterwerkstatt, Führung und Verkaufsraum inklusive. Gegen 11:30 Uhr ist die Mittagspause angesetzt. Die eine Gruppe unternimmt eine Stadtrundfahrt mit der Pferdekutsche (für 25 € extra), die andere geht direkt zum Essen. Ein Hinweis unseres Guides: Wer mit der Kutsche fährt, sollte auf kreative Argumente gefasst sein, besonders wenn der Kutscher behauptet, zu Hause vier Frauen versorgen zu müssen.

Zwei Stunden Aufenthalt sind eingeplant. Beim Spaziergang über die Promenade fallen uns die zahlreichen angelegten Kreuzfahrtschiffe auf. Luxor ist einer der großen Knotenpunkte für Nilkreuzfahrten. Häufig liegen mehrere Schiffe nebeneinander am selben Anleger, sodass man durch andere Schiffe hindurch an Land geht. Wir liegen dagegen meist allein am Anleger und genießen freie Sicht und wohltuende Ruhe.

Auf dem Weg zum Schiff, direkt hinter der Sicherheitskontrolle, liegt ein kleines Restaurant. Die Preise sind niedrig, das Menü abwechslungsreich und im Vergleich zur Bordküche eine willkommene Abwechslung. Gut, dass wir mit Google Lens die arabische Speisekarte übersetzen konnten. So essen wir einen Burger, Pommes, trinken Mokka und ein paar Frucht-Shakes.

Das Schiff bleibt am Montag und Dienstag in Nag-Hammadi an der gleichen Stelle angelegt.

Mittwoch: Tempelanlagen

Früh um 6 Uhr legt unser Schiff ab in Richtung El BalyanaEl BalyanaStadt / OrtSohag · Ägypten26,232928° N · 31,999261° O75 m ü. NNStadt am westlichen Nilufer im Gouvernement Sohag in Oberägypten, nahe der Tempel- und Ruinenstätte Abydos.Google Maps , wir schlafen noch. Gegen 9:30 Uhr geht es mit dem Bus weiter. Ein Polizeiauto und ein Motorrad begleiten uns. Bereits am Vortag mussten die Reiseleiter den Tagesplan bei der Polizei einreichen, da dies Teil der Sicherheitsmaßnahmen für Touristen in Ägypten ist. Auch auf dem Schiff selbst sind zwei Polizisten dauerhaft anwesend – Routine bei Fahrten in diesen Regionen.

Unser Ausflug beginnt mit dem Tempel Sethos’ I. in AbydosTempel Sethos’ I. in AbydosTempelAbydos · Ägypten26,1875° N · 31,9167° OOsiris-Heiligtum mit der berühmten Abydos-Königsliste.Google Maps (Ticket bei unserem Besuch: 260 EGPWährungseinordnung260 EGPReferenzkurs 16.06.20254,49 €Stand 08.10.20264,42 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert), einem der wichtigsten Kultzentren des alten Ägypten. Abydos war eng mit dem Osiris-Kult verbunden und über Jahrtausende Pilgerziel. Berühmt ist vor allem die Abydos-Königsliste mit den Kartuschen zahlreicher Herrscher.

Gegen 14 Uhr geht die Fahrt weiter nach SohagSohagStadt / OrtSohag · Ägypten26,557553° N · 31,696889° OStadt am westlichen Nilufer in Oberägypten und Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements. In ihrer Umgebung liegen das Weiße und das Rote Kloster.Google Maps , heute vor allem Verwaltungszentrum, historisch aber auch für das frühe Christentum bedeutend. Kurz nach 17 Uhr erreichen wir den Anleger. Direkt im Anschluss fahren wir zum Weißes und Rotes KlosterWeißes und Rotes KlosterKoptische KlösterSohag · Ägypten26,5530° N · 31,7730° OZwei bedeutende koptische Klosteranlagen bei Sohag.Google Maps , zwei bedeutenden koptischen Klosteranlagen. Das Weiße Kloster ist nach den hellen Kalksteinquadern benannt; das Rote Kloster nach dem rötlichen Ziegelmauerwerk und ist besonders für seine restaurierten spätantiken Wandmalereien bekannt. In beiden Klöstern begrüßt uns ein koptischer Geistlicher; einer unserer Guides, selbst koptischer Christ, übersetzt. Die Extrafahrt kostet uns 50 €.

Donnerstag: Schifftag

Dieser Tag ist ein reiner Schiffstag. Um 4 Uhr morgens legen wir ab. Wir können lange schlafen, spät frühstücken und viel Zeit an Deck verbringen. Wer will, darf auf die Brücke. Dort wechseln sich vier Männer am Steuer ab. Auf der offen zugänglichen Brücke sehen wir weder Radarbildschirm noch Echolot; wie viel Technik außerhalb unseres Blickfelds vorhanden ist, lässt sich natürlich nicht beurteilen. Die Geschwindigkeit liegt bei rund 10 Knoten, also etwa 18,5 km/h. Auffälliger sind die Rauchmelder: Einige sind mit Kappen abgedeckt, während die Crew raucht.

Mittags erreichen wir die Schleuse von AsyutSchleuse von AsyutSchleusenanlageAsyut · Ägypten27,20623° N · 31,18836° OSchifffahrtsschleusen am neuen Asyut-Stauwehr auf dem Nil. Die 2018 fertiggestellte Anlage besitzt zwei Schleusenkammern mit jeweils 156 Metern Länge und 17 Metern Breite.Offizielle Website Google Maps . Die Signallichter funktionieren nach meiner Wahrnehmung nicht (oder sind abgeschaltet). Auch Schifffahrtszeichen, Tonnen oder feste Markierungen sind kaum auf dem Nil vorhanden. Statt klarer Navigation verlassen sich die Schiffsführer auf Erfahrung und Routine und müssen ein gutes Gedächtnis für Untiefen und Strömungen haben.

Am späten Nachmittag legen wir beim Visitor Center von Tell el-AmarnaTell el-AmarnaRuinenstätteAmarna · Ägypten27,6500° N · 30,9000° ORuinenstätte der einstigen Residenzstadt Achet-Aton.Google Maps an, der Ruinenstätte von Achet-Aton („Horizont des Aton“). Pharao Echnaton (ursprünglich Amenophis IV.) ließ hier im 14. Jahrhundert v. Chr. innerhalb weniger Jahre eine neue Residenzstadt für den Kult des Sonnengottes Aton errichten; nach seinem Tod verlor sie ihre politische Bedeutung schnell wieder.

Freitag: Weitere Grabanlagen

Der Tag beginnt mit einem Ausflug zu den nördlichen Gräbern von Tell el-AmarnaTell el-AmarnaRuinenstätteAmarna · Ägypten27,6500° N · 30,9000° ORuinenstätte der einstigen Residenzstadt Achet-Aton.Google Maps (Ticket bei unserem Besuch: 200 EGPWährungseinordnung200 EGPReferenzkurs 16.06.20253,45 €Stand 08.10.20263,40 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert). Die Felsgräber entstanden für hohe Beamte und Würdenträger Echnatons. Besonders spannend sind die Reliefs mit Szenen des Aton-Kults, der königlichen Familie und der damals neuen Hauptstadt. Von den Hängen öffnet sich ein weiter Blick über die Ebene, in der einst Achet-Aton lag.

Während das Schiff ohne uns weiter flussabwärts fährt, bringt uns der Bus in etwa einer Stunde zur Grabanlage von Beni HassanBeni HassanFelsengräberBeni Hassan · Ägypten27,9167° N · 30,8667° OFelsengräber des Mittleren Reichs über dem Niltal.Google Maps (auf unserem Ticket: Bany Hassan, 200 EGPWährungseinordnung200 EGPReferenzkurs 16.06.20253,45 €Stand 08.10.20263,40 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert). Hoch über dem Niltal liegen Felsengräber aus dem Mittleren Reich. Im Inneren zeigen farbige Wandmalereien erstaunlich lebendige Szenen: Landwirtschaft, Handwerk, Jagd, Ringkämpfe und andere Sportarten sowie Begegnungen mit auswärtigen Gruppen.

Am Nachmittag geht es zurück an Bord. Das Ufer wird grüner, die Dörfer dichter. Am Abend legen wir in Beni SuefBeni SuefStadt / OrtBeni Suef · Ägypten29,0670° N · 31,0830° OStadt am westlichen Nilufer südlich von Kairo und Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements. Sie ist ein Zentrum für Verwaltung, Hochschulbildung und den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen.Google Maps an, dem Verwaltungszentrum des gleichnamigen Gouvernements.

Samstag: Ankunft bei Kairo

Die Fahrt führt uns in einen Vorort von Kairo, irgendwo bei MaadiMaadiالمعاديStadtteilKairo · Ägypten29,9675° N · 31,23583° OStadtteil im Süden von Kairo am östlichen Nilufer.Offizielle Website Google Maps .  Der Klang von hupenden Autos überlagert das leise Plätschern. Auf dem Deck ist von der Nilromantik nichts mehr zu spüren, die Luft riecht nach Abgas.

Einige Passagiere nutzen den Aufenthalt für eine Stadtrundfahrt (35 € extra), wir entscheiden uns, an Bord zu bleiben.

Um 21 Uhr tritt eine Bauchtänzerin auf. Für die Passagiere ist es unterhaltsames Folkloreprogramm; zugleich lässt sich der moderne ägyptische Bauchtanz nicht sinnvoll auf eine einzige antike oder religiöse Wurzel zurückführen. Anschließend kommt ein Tänzer mit einer eindrucksvollen Tanoura-Darbietung auf die Bühne. Tanoura ist eine ägyptische Form des Wirbeltanzes mit Bezug zu Sufi-Traditionen; der Name bezeichnet zugleich den farbenfrohen, mehrlagigen Rock. Der Tänzer dreht sich minutenlang, der Stoff hebt und weitet sich zu einem farbigen Wirbel. Dem deutschen Publikum gefällt es. Nach der Vorstellung verstauen beide Darsteller ihre Kostüme in einem kleinen Reisekoffer und verlassen schnell das Schiff.

Sonntag: Ausflug nach Gizeh

Um 6:30 Uhr bringt uns der Bus zu den Pyramiden von Gizeh und zum Grand Egyptian Museum, anschließend in einen Duftöl-Shop. Diesen Tag beschreibe ich in einem eigenen Bericht: Gizeh – Pyramiden, Sphinx und Grand Egyptian Museum.

Zurück an Bord folgt am Abend eine Informationsveranstaltung für den nächsten Tag. Außerdem begleichen wir die Getränkerechnung: Rund 45 € für zwei Personen, obwohl wir jeweils nur ein Wasser und gelegentlich eine Cola pro Tag hatten. Wie sich dieser Betrag genau zusammensetzt, bleibt unklar, die Quittungen bekommen wir nicht zu Gesicht.

Auch die Feedbackbögen werden verteilt. Wir bewerten nur das, was wir selbst beurteilen können, und lassen etwa die Wäscherei außen vor, weil wir sie nicht genutzt haben, ebenso wie die Shops. Ein befreundetes Ehepaar am Nachbartisch handhabt es genauso. Der Kellner jedoch sieht die unbeantworteten Felder und setzt ungefragt überall ein Häkchen bei „sehr gut“. Uns wird erklärt, dass das Management die Bögen genau prüft und alles, was nicht als „sehr gut“ markiert ist, zieht Rückfragen nach sich und kann zu ausbleibenden Bonuszahlungen führen.

Die Rückmeldung eines Ehepaars über Schimmel in den Duschfugen stößt zunächst auf Unverständnis, und die Stimmung ist sehr gereizt. Es dauert, bis jemand die Beanstandung ernst nimmt und schließlich zwei Seiten der Kabine neu silikoniert. Die Hoffnung auf eine bessere Bewertung ist spürbar.

Montag: Ausschiffung und Rückfahrt nach Hurghada

Der Morgen beginnt entspannt: Frühstück gibt es zwischen 8 und 9 Uhr. Um 8:15 Uhr sollen die gepackten Koffer vor die Kabinentür gestellt werden, denn sie werden eingesammelt und in die Lobby gebracht.

Nach dem Frühstück verbringen wir noch einige Zeit in der Lounge. Schließlich treffen mehrere neue Reisebusse ein. Wir zählen etwa 60 neue Gäste – unsere eigene Gruppe bestand bisher aus nur rund 40 Personen, was deutlich angenehmer war. Mit den Bussen beginnt schließlich unsere Rückfahrt nach Hurghada, wo noch einige Tage im Hotel Coral Sun auf uns warten.

Die Fahrt verläuft angenehm. Der Bus ist vom gleichen Typ wie auf der Hinfahrt, das WLAN funktioniert, zumindest außerhalb der Wüste. Ein Zwischenstopp an einer gut ausgestatteten Raststätte sorgt für die vertraute Irritation: Die Toiletten kosten, aber ein Preisschild fehlt wieder einmal. Wir gönnen uns einen Burger, eine Schawarma und einen Eiskaffee. Auch der Bus verfügt über eine Toilette …

Das Schiff: M/S Magic 1

Das Schiff erstreckt sich über vier Ebenen. Ganz unten liegt das Restaurant, darüber ein großzügiger Aufenthaltsraum. In der dritten Etage befindet sich ein kleines Lesezimmer. Auch ein Billardtisch steht bereit; wer spielen möchte, zahlt 15 € pro Stunde. Zum Vergleich: Seit März 2025 beträgt der gesetzliche Mindestlohn im ägyptischen Privatsektor 7000 EGPWährungseinordnung7000 EGPReferenzkurs 16.06.2025120,82 €Stand 08.10.2026119,07 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert im Monat. Je nach Arbeitszeit und Wechselkurs entspricht eine Stunde Billard grob etwa drei Arbeitstagen zum Mindestlohn – ein absurder Kontrast. In der vierten Etage gibt es ein Geschäft mit Kleidung und Schmuck. Die Gästekabinen liegen auf der dritten und vierten Etage und haben große Panoramafenster.

Ganz oben liegt das Sonnendeck mit einem flachen Pool, der allerdings ohne Sonnenschirme auskommen muss. Rundherum stehen Liegen und einige überdachte Sitzbereiche im Schatten. Am Heck des Schiffs befindet sich eine kleine Cocktailbar mit drei Saftspendern und einer Auswahl an Spirituosen. Mein Cocktail war lauwarm und ohne Eis – es blieb der einzige Cocktail auf meiner Reise.

Die Mahlzeiten an Bord sind abwechslungsreich und liebevoll zubereitet. Besonders bei den Salaten gibt es täglich eine große Auswahl, und Schafskäse ist immer dabei. Auch wenn das Brot recht trocken, der Gulasch gelegentlich etwas zäh und das Hähnchen nicht immer saftig ist, bietet das Buffet stets genügend schmackhafte Alternativen. Die Pasta ist manchmal etwas zu al dente, aber nie ungenießbar. Mit den Mengenangaben nimmt man es nicht so genau: Zeigt man mit der Hand einen Finger, um ein Ei fürs Omelett zu bestellen, landen zwei in der Pfanne. Bestellt man zwei Scheiben Käse, liegen am Ende drei auf dem Teller. Im Hotel Coral Sun setzt sich dieses großzügige Prinzip fort.

Das Servicepersonal ist engagiert und aufmerksam. Besonders nett ist die gelegentliche „Tea Time“ am Nachmittag: Auf dem Sonnendeck werden kleine Snacks und Getränke serviert, begleitet von entspannter Musik und einem leichten bis heftigen Wind vom Nil.

Für Getränke gibt es zwei Flatrates: 11 € pro Tag für alkoholfreie Getränke, 20 € inklusive Bier. Für Gelegenheitstrinker lohnt sich das kaum, da die Getränke im Bereich von 1 € bis 2 € liegen.

Die Fahrt über den Nil verläuft angenehm ruhig, das Schiff liegt stabil im Wasser. Meist sitzen wir oben auf dem Sonnendeck, beobachten das Vorüberziehen der Landschaft. Am Ufer winken Kinder lachend zum Schiff, rufen uns etwas zu, das wir nicht verstehen, und lächeln zurück. Bei 35 Grad sorgt der stetige Fahrtwind für angenehme Kühlung und macht die Hitze erträglich. Unter einigen Brücken wird es eng und das Sonnendeck abgesenkt. Wie ein König oder Pharao fühlt man sich bei der Fahrt nicht. Der Traum vom majestätischen Dahingleiten zerbricht an der Wirklichkeit. Zu deutlich die Spuren der Armut. Halbfertige Häuser, Unrat am Wasser.

Auch ein kleines Fitnessstudio gehört zur Ausstattung des Schiffs. Drei Laufbänder stehen im Raum, jedoch keine Gewichte oder andere Trainingsgeräte. Auf einem Fernseher laufen in der Endlosschleife Aerobic-Videos. Ich hatte das Gefühl, der Einzige zu sein, der das Laufband nutzt. Es gibt keine Getränke, aber kleine Handtücher und Desinfektionsmittel.

Für mobiles Internet braucht man praktisch eine lokale SIM oder eSIM; ein frei nutzbares Bord-WLAN gibt es auf unserer Reise nicht. Ich kaufe beim Juwelier auf Deck eine SIM: 20 € für 25 GB. Nach ein paar Tagen stellt die Karte den Dienst ein – entweder haben wir tatsächlich 25 GB in fünf Tagen verbraucht, oder die Registrierung beziehungsweise Freischaltung war doch nicht dauerhaft sauber. Im Nachhinein wäre es klüger gewesen, die SIM gleich am Flughafen zu kaufen oder vorab eine passende eSIM zu organisieren.

Unter den Mitreisenden war ein Mann, der praktisch die gesamte Reise über filmte. Abends stand er unten am Eingang des Restaurants, zeigte kurze Zusammenschnitte des Tages und bot die Aufnahmen auf einem USB-Stick für 50 € an. Das Interesse blieb überschaubar. Er selbst nutzte eine ältere DJI-Osmo-Kamera, während ich die neuere 3er-Version dabeihatte. Er witzelte ständig, ich solle sie ihm doch einfach überlassen.

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Erwähnte Orte in Ägypten

11 Positionen aus den Reiseberichten.

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  1. Hathor-Tempel von DenderaTempel
  2. M/S Magic 1Nilkreuzfahrtschiff
  3. Tal der KöniginnenNekropole
  4. Deir el-MedinaHandwerkerdorf
  5. Grab des RamoseFelsengrab
  6. Tempel Sethos’ I. in AbydosTempel
  7. Weißes und Rotes KlosterKoptische Klöster
  8. Schleuse von AsyutSchleusenanlage
  9. Tell el-AmarnaRuinenstätte
  10. Beni HassanFelsengräber
  11. MaadiStadtteil