Indien 2006: Unterwegs, Alltag und Reisebedingungen
Wir sind vom 20. September bis zum 10. Oktober 2006 in Indien. Indien ist der erste Abschnitt unserer fünfwöchigen Reise durch Indien, China, Hongkong und Macau. Preise, Hotelbeschreibungen und persönliche Beobachtungen beziehen sich auf diese Reise. Spätere Entwicklungen sind als Rückblick gekennzeichnet.
Wir reisen von DelhiDelhiStadt / OrtIndien28,6100° N · 77,2300° O221 m ü. NNHauptstadtregion Indiens. Die Einwohnerzahl bezeichnet die Stadt laut Volkszählung 2011, nicht das gesamte Hauptstadtterritorium oder die Metropolregion.Google Maps über JaipurJaipurStadt / OrtIndien26,9150° N · 75,8200° O431 m ü. NNHauptstadt Rajasthans und frühere Residenzstadt der Rajputen. Pink City bezeichnet die historische Altstadt mit ihren rosa bis terrakottafarbenen Fassaden.Offizielle Website Google Maps und AgraAgraStadt / OrtIndien27,1800° N · 78,0200° O171 m ü. NNStadt in Uttar Pradesh am Yamuna mit Taj Mahal und den Bauten der Mogulherrscher.Google Maps nach VaranasiVaranasiStadt / OrtIndien25,318889° N · 83,012778° O76 m ü. NNPilgerstadt am Ganges in Uttar Pradesh, auch Kashi und Benares genannt.Google Maps , anschließend nach MumbaiMumbaiStadt / OrtIndien19,076111° N · 72,8775° O14 m ü. NNHafen- und Wirtschaftsmetropole an der Westküste Indiens in Maharashtra, früher Bombay.Google Maps , Goa und BangaloreBangaloreStadt / OrtIndien12,978889° N · 77,591667° O920 m ü. NNHauptstadt Karnatakas und Zentrum der indischen IT-Branche; seit 2014 offiziell Bengaluru. Die Einwohnerzahl bezieht sich auf die Stadt, nicht auf den Distrikt.Google Maps . Der Überblick handelt von der Planung und vom Alltag unterwegs. Die Erlebnisse und historischen Hintergründe stehen in drei eigenen Berichten:
- Das Goldene Dreieck: Delhi, Jaipur, Agra
- Varanasi: Sarnath, Ghats und Ganges
- Mumbai, Goa und Bangalore: Vom kolonialen Westen zur IT-Stadt
Der Reiseablauf
Die Planung beginnt ein paar Wochen vor dem Abflug. Wir schreiben uns etwa fünfzehn Städte auf, die in Indienreisen und Reiseberichten immer wieder auftauchen, und bauen daraus unsere Route. Am Ende stehen sieben Ziele fest. Gebucht ist zunächst nur der Hinflug. Alles andere soll sich in Indien ergeben.
| Strecke | Verkehrsmittel | Bericht |
|---|---|---|
| Frankfurt → Delhi | Flug, vorab gebucht | Goldenes Dreieck |
| Delhi → Jaipur | Touristen-Taxi mit Fahrer | Goldenes Dreieck |
| Jaipur → Agra | Auto, Zwischenstopp in Bharatpur | Goldenes Dreieck |
| Agra → Varanasi | Nachtzug | Varanasi |
| Varanasi → Mumbai | Flug über Delhi | Mumbai |
| Mumbai → Goa | Flug | Goa |
| Goa → Bangalore | Flug | Bangalore |
| Bangalore → China | Flug | China 2006 |
Die Route führt durch sehr unterschiedliche Teile des Landes: die Hauptstadt, die Residenzen der Rajputen und Moguln, eine hinduistische Pilgerstadt, die Wirtschaftsmetropole an der Westküste, das portugiesisch geprägte Goa und den IT-Standort Bangalore. Sie ist ein Ausschnitt. Sieben Ziele reichen nicht aus, um Indien zu kennen.
Zwischen den größeren Regionen fliegen wir meist. Innerhalb des Goldenen Dreiecks fahren wir mit dem Auto; von Agra nach Varanasi nehmen wir den Nachtzug. Die Entfernungen sind groß, und auch kurze Strecken auf der Karte können viel Zeit kosten.
Reiseplanung und Reisebüros
Die Flugtickets kaufen wir unterwegs: in Reisebüros, in Hotels oder direkt bei der Airline. Das funktioniert, verlangt aber Preisvergleiche und Geduld.
In Delhi gehen wir zu einem Reisebüro, das auf der Stadtkarte besonders hervorgehoben ist und nah an unserem Hotel liegt. Wir erklären unsere Ideen. Der Mann tippt einige Minuten auf seinem Taschenrechner und präsentiert uns eine Pauschalreise mit Taxi, Hotel, Flug und allem Drum und Dran. Die Rechnung ist undurchsichtig, also machen wir ihm klar, dass wir die Reise selbst buchen wollen.
Ein Travel-Ticket bei Indian Airlines für vier Flüge kostet 471 USDWährungseinordnung471 USDReferenzkurs 20.09.2006371,38 €Stand 08.10.2026419,71 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Ein Vermittler will dafür 640 USDWährungseinordnung640 USDReferenzkurs 20.09.2006504,63 €Stand 08.10.2026570,30 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Ein anderes Büro, mit sechs Telefonen auf dem Tisch, verlangt genau den Preis der Airline. Dort buchen wir trotzdem nicht, weil die Tickets erst um zwölf Uhr verfügbar wären. Es gibt also erhebliche Unterschiede, auch zwischen Büros, die auf den ersten Blick ähnlich wirken.
Ein Reisebüro besuchen wir außerdem für die Weiterreise nach China. Sechs Leute arbeiten in dem kleinen Laden: zwei Frauen, zwei Helfer, zwei Chefs. An der Wand hängt ein Babykalender mit westlichen, sehr dicken Kindern. Solche Einzelheiten bleiben manchmal länger im Gedächtnis als die Buchung selbst.
Unterwegs im Land
Grundsätzlich gibt es alles: zu Fuß, Fahrrad, Tuktuk, Taxi, Bus, Zug und Flugzeug. Wir nutzen vor allem Tuktuks und Taxis. Die Städte sind voll, die Wege oft schlecht, und wer zu Fuß geht, bekommt ständig andere Verkehrsmittel angeboten.
Für kurze Strecken ist das dreirädrige Tuktuk praktisch und günstig. Tuktuks gibt es in allen Städten unserer Reise, nur in Süd-Mumbai nicht: In der Inselstadt südlich von Bandra und Sion dürfen Autorikschas nicht fahren, dort übernehmen schwarz-gelbe Taxis.1kurs1Begründet wird die Regel vor allem mit den engen Straßen und dem dichten Verkehr der Inselstadt; Fahrer, die dort dennoch unterwegs sind, werden angezeigt. Free Press Journal. Mit Gepäck nehmen wir vom Flughafen oder Bahnhof meist ein Taxi. Preise handeln wir möglichst vor der Fahrt aus. Eine Einigung verhindert allerdings nicht jede spätere Diskussion.
An mehreren Flughäfen gibt es Prepaid-Taxis. Man zahlt an einem Schalter, bekommt einen Zettel und gibt ihn dem Fahrer. Das Verfahren erspart das Aushandeln im Auto. Es lohnt sich trotzdem, die Schalter zu vergleichen: Private und öffentliche Anbieter verlangen nicht unbedingt denselben Preis. Und ein Taxi zu bekommen heißt noch nicht, dass der Fahrer das Hotel kennt.
Auf längeren Strecken nutzen wir das Flugzeug. Die einzige Zugfahrt bleibt die Nacht von Agra nach Varanasi. Wie es im Schlafwagen aussieht und wie die Ankunft um vier Uhr morgens verläuft, steht im Varanasi-Bericht.
Unterbringung und Internet
Für ein Zweibettzimmer wollen wir weniger als 100 Euro ausgeben. Meist liegen wir bei 50 bis 70 Euro und bekommen dafür teilweise Hotels der gehobenen Kategorie. Die Sterne sagen allerdings wenig darüber aus, ob die Klimaanlage leise ist, das Zimmer trocken bleibt oder das Frühstück funktioniert.
Die Preise hängen stark von der Saison ab. Bei einigen Häusern ändern sie sich Anfang Oktober deutlich. Der Übergang zur Hauptsaison liegt je nach Region im Oktober oder November; einen gemeinsamen Stichtag für das ganze Land gibt es nicht.
Kostenlosen Internetzugang finden wir in keinem unserer Hotels. Manche Häuser haben einen Anschluss auf dem Zimmer, andere nur Rechner im Business Center. Die verlangten Stundenpreise liegen oft zwischen 200 und 400 INRWährungseinordnung400 INRReferenzkurs 20.09.20066,85 €Stand 08.10.20263,69 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Im Internetcafé nebenan beginnt es bei 15 oder 30 INRWährungseinordnung30 INRReferenzkurs 20.09.20060,51 €Stand 08.10.20260,28 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert. Für Hotelbestätigungen und die weitere Planung müssen wir regelmäßig ins Netz; der Besuch im Straßenladen lohnt sich.
Auch Essen und Minibar verlangen Aufmerksamkeit. Einige Preislisten nennen Nettopreise, und Steuern kommen erst auf der Rechnung dazu. Einen einheitlichen Aufschlag können wir aus unseren Hotelrechnungen nicht ableiten. Die konkreten Erfahrungen stehen bei den jeweiligen Häusern in den Ortsberichten.
Das Bild der Straße
In den besuchten Städten spielt sich viel Leben an der Straße ab. Menschen gehen zu Fuß, verkaufen Waren, essen und warten zwischen Autos, Bussen und Tuktuks. Viele Straßen sind holprig, Schlaglöcher häufig, und der Verkehr ist fast immer dicht.
An den Fahrzeugen sehen wir zahlreiche Beulen. Rückspiegel sind oft abgebrochen oder eingeklappt. Kühe und Hunde müssen umfahren werden, Busse sind voller Menschen. Besonders auffällig ist das Hupen: Wer überholen will, kündigt sich akustisch an. Auf vielen Lastwagen steht „Horn OK Please“.
Wir sehen viel Müll, erleben die Luft aber nicht überall so unangenehm, wie wir erwartet hatten. Unser erster Fahrer erzählt von Bemühungen, die Belastung zu senken. In Delhi hatte der Oberste Gerichtshof 1998 die Umstellung der Stadtbusse auf Erdgas angeordnet; die Umsetzung erfolgte in den folgenden Jahren.2kurs2Gerichtsentscheidung vom 4. April 2001 zur Umsetzung der 1998 angeordneten Umstellung. Die Jahreszahl bezeichnet also die Anordnung, nicht eine bereits abgeschlossene Umrüstung.
Neue Bäume stehen in Schutzkäfigen. Bei manchen älteren Bäumen hat man diese offenbar vergessen, sodass Stamm und Metall ineinandergewachsen sind.
Hunde, Kühe und Schweine suchen zwischen den Häusern nach Futter. Ob die Tiere tatsächlich herrenlos sind, können wir nicht erkennen. An Bahnhöfen laufen Ratten zwischen den Gleisen; Essensreste aus den Zügen finden sie dort reichlich. In Tempelanlagen sehen wir Affen, und über Müllplätzen kreisen Greifvögel.
Preise und Armut
Für uns ist vieles günstig, vor allem das Essen außerhalb der Hotels. Daraus folgt wenig darüber, wie gut es sich mit einem örtlichen Einkommen leben lässt. Auf der Straße sehen wir Menschen schlafen, Kinder betteln und Händler mit kleinen Warenmengen arbeiten. Was hinter dem einzelnen Fall steht, erfahren wir meist nicht.
An Sehenswürdigkeiten gibt es teilweise ausdrücklich verschiedene Eintrittspreise für indische und ausländische Besucher. Bei Taxifahrten, Führungen und Einkäufen sind die Unterschiede weniger transparent. Häufig müssen wir verhandeln, und nicht immer wissen wir hinterher, ob der Preis angemessen war.
Mehrmals bringen Fahrer uns in Läden, die wir nicht besuchen wollten. In Goa erklärt uns ein Fahrer, dass er für solche Besuche Punkte erhält, die er etwa für Reifen einlösen kann. Das ist ein Hinweis auf seinen Anreiz, aber keine vollständige Erklärung dafür, wie alle Fahrer und Geschäfte arbeiten.
Das Einkommen unseres Bootsfahrers in Varanasi ist ein konkretes Beispiel für die Unterschiede, die wir erleben. Es taugt nicht als Durchschnittslohn für ein ganzes Land. Auch die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft und unser Besuch im Technologiepark gehören zusammen; diesen Gegensatz greifen wir im Bangalore-Abschnitt auf.
Kaste und Armut lassen sich ebenfalls nicht gleichsetzen. Kastenzugehörigkeit kann die soziale Stellung prägen, sagt aber für sich allein nichts Verlässliches über das Einkommen einer einzelnen Person. Die Bezeichnung „Unberührbare“, die wir unterwegs hören, beschreibt eine diskriminierende Einordnung. Wir können aus unseren kurzen Begegnungen nicht ablesen, wer welcher Gruppe angehört.
Die traditionelle Varna-Ordnung
Das brahmanische Gesellschaftsmodell ordnet vier Varnas hierarchisch. Die Tätigkeiten beschreiben traditionelle Zuschreibungen, keine heutigen Berufsvorschriften.
Traditionell zugeschriebener Rang: oben höher, unten niedriger
- BrahmanenPriester und Gelehrte
- KshatriyasHerrscher und Krieger
- VaishyasHandel, Landwirtschaft und Viehhaltung
- ShudrasDienstleistende und Arbeitende
| Einordnung | Gruppe | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1. Stufe | Brahmanen | Priester und Gelehrte |
| 2. Stufe | Kshatriyas | Herrscher und Krieger |
| 3. Stufe | Vaishyas | Handel, Landwirtschaft und Viehhaltung |
| 4. Stufe | Shudras | Dienstleistende und Arbeitende |
| Historisch außerhalb der vier Varnas | Dalits | Gemeinschaften, die als „unberührbar“ ausgegrenzt wurden. Dalit ist eine verbreitete Selbstbezeichnung; die diskriminierende Fremdbezeichnung beschreibt keinen menschlichen Wert. |
Menschen und Sprache
Da wir kein Hindi sprechen, sind wir froh, dass wir mit Englisch meist zurechtkommen. In Geschäften und Restaurants klappt die Verständigung im Allgemeinen gut. Bei einzelnen Fahrern reicht es nur für wenige Wörter, und an den Akzent müssen wir uns gewöhnen.
Muttersprachen in Indien – Volkszählung 2011
- Hindi43,63 %
- Bengali8,03 %
- Marathi6,86 %
- Telugu6,70 %
- Tamil5,70 %
- Gujarati4,58 %
- Urdu4,19 %
- Kannada3,61 %
- Weitere16,69 %
| Muttersprache | Personen | Anteil |
|---|---|---|
| Hindi | 528 347 193 | 43,63 % |
| Bengali | 97 237 669 | 8,03 % |
| Marathi | 83 026 680 | 6,86 % |
| Telugu | 81 127 740 | 6,70 % |
| Tamil | 69 026 881 | 5,70 % |
| Gujarati | 55 492 554 | 4,58 % |
| Urdu | 50 772 631 | 4,19 % |
| Kannada | 43 706 512 | 3,61 % |
| Weitere | 202 117 117 | 16,69 % |
| Gesamt | 1 210 854 977 | 100 % |
Englisch verbindet in Indien auch unterschiedliche Sprachregionen. Auf unserer Route begegnen uns Hindi im Norden, Marathi in Mumbai, Konkani in Goa und Kannada in Bangalore. Das Land hat viele weitere Sprachen. Die britische Kolonialgeschichte erklärt die Verbreitung des Englischen mit; seine heutige Rolle lässt sich daraus allein nicht erklären.
Die Fragen an uns wiederholen sich: Woher kommst du? Bist du verheiratet? Was arbeitest du? Wie findest du Indien? Wir treffen einen Mann, der in Berlin Marionettentheater gespielt hat. Andere fragen nach Michael Ballack. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland liegt erst wenige Monate zurück.
Die meisten Frauen, die wir sehen, tragen einen Sari, daneben oft den Salwar Kameez aus langer Tunika und weiter Hose. Viele Männer laufen in offenen Schlappen ohne Socken.
Ein Gespräch ist unangenehmer. Uns wird erklärt, Hitler sei toll gewesen, er habe Indien Geld für die Unabhängigkeit gegeben. Dahinter dürfte die Geschichte von Subhas Chandra Bose stehen, der Unterstützung für den Kampf gegen die britische Herrschaft in NS-Deutschland und später in Japan suchte. Das NS-Regime unterstützte ihn begrenzt aus eigenem Kriegsinteresse; in Deutschland entstand unter anderem die Indische Legion aus indischen Kriegsgefangenen.3kurs3The National Archives: Subhas Chandra Bose and India at war. Daraus eine freundschaftliche Unterstützung Indiens oder gar ein positives Urteil über Hitler abzuleiten, verkennt den Nationalsozialismus. Was unser Gesprächspartner darüber weiß, bleibt offen.
Politik wird auch sonst eher beiläufig gestreift. Unser Fahrer behauptet, außer dem Konflikt zwischen Pakistan und Indien gebe es keine Konflikte zwischen Hindus und Muslimen. Die Kontrollen und der Stacheldraht am Tempel und an der benachbarten Moschee in Varanasi passen nicht zu dieser Aussage.
Vor Tempeln ziehen wir die Schuhe aus. Handys sehen wir häufig, Fernsehgeräte vor allem in den Hotels. Englischsprachige Zeitungen sind leicht zu bekommen und begleiten die Reise mit Berichten, deren Themen uns unterwegs wieder begegnen.
Essen
Wir essen westliche Hotelküche, Pizza und indische Gerichte in Restaurants. Das indische Essen schmeckt uns gut. Es ist für uns auch nicht so scharf wie erwartet, und wir vertragen es im Allgemeinen problemlos.
Vegetarische Gerichte sind leicht zu finden. Auf Verpackungen steht 2006 ein grüner Punkt im Quadrat für vegetarische Lebensmittel, ein brauner für nicht vegetarische.4kurs4Prevention of Food Adulteration Rules, Regel 32 zur damaligen Kennzeichnung. Auch auf Speisekarten begegnet uns die Kennzeichnung. Sie hilft, wenn der Name eines Gerichts wenig über die Zutaten verrät.
Cola und Pepsi stehen kurz vor unserer Reise wegen Berichten über Pestizidrückstände in der Kritik. Im Fernsehen sehen wir Werbung der Hersteller. Ob die angebotenen Flaschen mit 500 plus 100 Millilitern etwas mit dieser Diskussion zu tun haben, wissen wir nicht.
Die Getränke schmecken uns weniger süß als zu Hause. Süßwaren fehlen deshalb keineswegs: In Geschäften und Hotels gibt es Kuchen, Gebäck und Bonbons.
Einen Döner, wie wir ihn aus Deutschland kennen, finden wir nicht. „Kebab“ steht zwar auf Speisekarten, bezeichnet aber andere Fleischgerichte. Gleiche Wörter garantieren eben noch nicht dasselbe Essen.
Wetter
Im Norden haben wir viel Sonne und Temperaturen bis etwa 37 Grad. Mit der hohen Luftfeuchtigkeit fühlt man sich nach dem Duschen bald wieder nass. Nachts wird es etwas kühler. Sonnencreme ist sinnvoll, und auch die Einheimischen schwitzen sichtbar.
In Goa regnet es deutlich mehr, in Bangalore erleben wir einen kühlen, regnerischen Abend. Das Wetter ist also innerhalb der einzelnen Etappen recht beständig, über die ganze Route aber keineswegs gleich.
Wir sind am Übergang vom Monsun zur trockeneren Reisezeit unterwegs. Das merkt man an den Hotels, den Strandbuden und den unterschiedlichen Saisonpreisen. Unsere Erfahrungen beschreiben diesen Herbst 2006; sie sind keine Wettervorhersage für eine spätere Reise.
Preise auf einen Blick
Während der Reise rechnen wir ungefähr mit 57 INRWährungseinordnung57 INRReferenzkurs 20.09.20060,98 €Stand 08.10.20260,53 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für einen Euro. Die folgenden Beträge sind Beispiele von unterwegs, keine landesweiten Durchschnittspreise. Lokale Eintritte, Zugfahrten und Hotelpreise stehen in den jeweiligen Berichten.
| Ware oder Leistung | Preis 2006 in INR |
|---|---|
| Wasser, 1 Liter | 15 INRWährungseinordnung15 INRReferenzkurs 20.09.20060,26 €Stand 08.10.20260,14 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Cola oder Pepsi | 20 INRWährungseinordnung20 INRReferenzkurs 20.09.20060,34 €Stand 08.10.20260,18 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Nescafé am Stand | 20 INRWährungseinordnung20 INRReferenzkurs 20.09.20060,34 €Stand 08.10.20260,18 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Erdnüsse, 100 g auf dem Festival | 60 INRWährungseinordnung60 INRReferenzkurs 20.09.20061,03 €Stand 08.10.20260,55 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Mittagessen | 50 INRWährungseinordnung50 INRReferenzkurs 20.09.20060,86 €Stand 08.10.20260,46 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert–200 INRWährungseinordnung200 INRReferenzkurs 20.09.20063,43 €Stand 08.10.20261,85 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Pizza | 70 INRWährungseinordnung70 INRReferenzkurs 20.09.20061,20 €Stand 08.10.20260,65 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Veggie-Burger | 60 INRWährungseinordnung60 INRReferenzkurs 20.09.20061,03 €Stand 08.10.20260,55 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Kaffee oder Kakao bei Costa Coffee | 40 INRWährungseinordnung40 INRReferenzkurs 20.09.20060,69 €Stand 08.10.20260,37 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert–60 INRWährungseinordnung60 INRReferenzkurs 20.09.20061,03 €Stand 08.10.20260,55 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert, je nach Größe |
| Tuktuk | etwa 10 INRWährungseinordnung10 INRReferenzkurs 20.09.20060,17 €Stand 08.10.20260,09 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für kurze Fahrten, bis 500 INRWährungseinordnung500 INRReferenzkurs 20.09.20068,57 €Stand 08.10.20264,62 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert für einen Tag |
| Benzin, 1 Liter in Delhi | etwa 47 INRWährungseinordnung47 INRReferenzkurs 20.09.20060,81 €Stand 08.10.20260,43 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert |
| Internet im Café | 15 INRWährungseinordnung15 INRReferenzkurs 20.09.20060,26 €Stand 08.10.20260,14 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert–50 INRWährungseinordnung50 INRReferenzkurs 20.09.20060,86 €Stand 08.10.20260,46 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Stunde |
| Internet im Hotel | häufig 200 INRWährungseinordnung200 INRReferenzkurs 20.09.20063,43 €Stand 08.10.20261,85 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert–400 INRWährungseinordnung400 INRReferenzkurs 20.09.20066,85 €Stand 08.10.20263,69 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert pro Stunde |
In den Hotels sind Essen und Getränke meist günstiger als in Deutschland, der Abstand ist aber begrenzt. Das Leben außerhalb der Hotels ist für uns deutlich billiger.
Eine Ausnahme ist Sprit. Nach der Preiserhöhung im Juni 2006 kostet ein Liter Benzin in Delhi rund 47 INRWährungseinordnung47 INRReferenzkurs 20.09.20060,81 €Stand 08.10.20260,43 €12 Monate bis 08.10.2026Kursquelle: Frankfurter · lokal gespeichert, umgerechnet gut 80 Cent. Das ist nicht weit von deutschen Preisen entfernt und gemessen an örtlichen Einkommen sehr teuer.