Tallinn/Estland

Estland bildet zusammen mit Lettland und Litauen das Baltikum. Seit 2011 gehört es zur Eurozone (als Erster der baltischen Staaten) und hat den Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Das Land ist extrem flach und der höchste Berg (Hügel?) ist etwas mehr als 300 Meter hoch. Und trotz der nördlichen Lage auf der Erdkugel versuchen Winzer auch hier Wein anzubauen. Es gibt etwa 1400 Seen und 1500 Inseln. Die Hauptstadt Tallinn (bis 1918 noch „Reval“) hat ca. 420.000 Einwohner und zieht etwa 40 % der Bevölkerung an; sie ist ganz klar das Wirtschaftszentrum des Landes. Durch verschiedene Herren, angefangen bei den Dänen, über die Deutschen, Schweden und Russen, unterlag das Land vielen Einflüssen, die man heute noch ablesen kann – die kyrillische Schrift ist noch oft zu sehen und die russische „Minderheit“ macht immerhin noch ¼ der Bevölkerung aus.

Nach Tallinn fliege ich im Oktober, ein kühler Wind zieht über die Landebahn. Mit den heutigen ca. 15 Grad liegen wir immerhin noch über der Jahresdurchschnittstemperatur von 4,5 Grad,  aber eine Jacke ist definiv angebracht, die sonnigen Tage sind angezählt.

Mit dem Bus für 1,70 € fahre ich vom Flughafen in die Stadt. Es sind sechs Haltestellen. Am Bahnhof – dort, wo mein Hotel ist – hält der Bus nicht, also laufe ich. Auf dem Weg zum Hotel komme ich bei einem Info-Punkt vorbei und nutze gleich die Gelegenheit, um eine Tallinn-Karte zu kaufen und eine Straßenkarte mitzunehmen. Die beste Nachricht ist aber, dass es (freie) Stadttouren gibt, die immer um 12 Uhr beginnen. Bis zum Go Hotel Shnelli ist es nicht mehr weit.

Nach einer kleinen Rast im Hotel mache ich mich am ersten Tag auf zum Info-Point, jedoch hatte ich vergessen, dass sich Estland in einer anderen Zeitzone befindet, nämlich UTC+02:00 statt UTC+01:00, wie wir Deutschen! Es ist östlicher als Deutschland und somit schon eine Stunde später. Also war es 13 Uhr statt 12 Uhr und die Frau vom Info-Point schaut mich nur mitleidig an – gut, dass es die Tour jeden Tag gibt. Also verbringe ich den Rest des Tages alleine mit einem ausgedehnten Spaziergang. Die hübsche Altstadt macht es einfach sich an den Gebäuden zu erfreuen, die Cafés mit großartiger Gebäckauswahl, Kaffee und Tee laden ein. Zwar musste auch Tallinn im Krieg viel fallen lassen, doch das erkennt man so erst einmal nicht.

Am nächsten Tag bin ich pünktlich um 12 Uhr am Info-Point und es versammeln sich etwa 25 Personen zur Rundreise. Eine sympathische nordische Blondine führt uns durch die Stadt und ich habe selten so eine klasse Tour erlebt. Sie beginnt mit einer kleinen Einführung in den estnischen Humor, leicht sarkastisch, böse und geht dann mit uns über die Geschichte des Landes, witzig und pointiert.

Was gibt es also zu sehen in Tallin (zusammenfassend nach 3 Tagen)? Im Mittelpunkt steht die Innenstadt, die 1997 als UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde und ein „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“ darstellt (Zitat UNESCO).

Die Nikolaikirche (Niguliste muuseum) wird durch die Geschichte interessant, die unsere Reiseleiterin erzählt: es geht um das Gemälde „Totentanz“ vom Lübbecker Meister Bernt Notke, was über 500 Jahren alt ist und ursprünglich 30 Meter lang war. Lange Zeit war das Fragment ungeschützt in der Kirche untergebracht, doch dann passierte das unglaubliche: eine geistesgestörte Frau wollte das Gemälde mit dem Messer zerstören (sie hörte Stimmen), wurde aber in letzter Sekunde von einem finnischen Tourist überwältigt. Heute ist es geschützt.

Im Zentrum liegt der Rathausplatz mit dem – man ahnt es – Rathaus. 1322 wurde er erstmals erwähnt, und zählt zu den ältesten erhaltenen in Europa überhaupt. Auffallend sie die beiden Wasserspeier in Drachengestalt, die jedoch erst später, im 17. Jahrhundert, dazukamen. Der Christbaum soll zum ersten Mal in Tallinn ausgestellt worden sein, wobei unsere Reiseführerin sagt, dass auch Riga/Lettland das für sich einnimmt. Im Rathaus ist eine kleine sehr urige Kneipe untergebracht, Tristan & Isolde – die Bedienung kann etwas ruppig sein, doch ist es sehr urtümlich und man kann gut warmen Wein (glögi) dort trinken.

Gegenüber vom Rathaus liegt die Ratsapotheke. 1422 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt und wird – das ist das eigentlich spannende – heute noch betrieben. Nur die Mittelchen haben sich geändert, und in dem kleinen Museum kann man ablesen, was früher verkauft wurde: Kröten und andere sonderliche Mittelchen für jeden Anlass.

Tallinn am Meer war schon immer ein Ort mit viel Handel und so sollte eine Stadtmauer zu Schutz gebaut werden. Von den 2,35 km Mauer können auch einige Meter begangen werden. Eingebettet waren die Stadttore und der Kanonenturm Dicke Margarethe, ehemals gebaut zum Schutz des Hafens, heute beherbergt es ein Seefahrtsmuseum. Das ist an sich selbst schon ein Museum-Museum, denn es steht mit der Einrichtung heute immer noch auf dem Stand der 1980er Jahre. Die Sammlung ist ein wenig unorganisiert, es gibt überhaupt keine neuen Medien, aber ein paar Mitmachdinge für Kinder, wie Knoten legen. Englische Erklärungen sind rar und ich frage mich die ganze Zeit, was mir die Ausstellung sagen möchte. Mein Fazit: Nur für absolute Freaks.

Kiek in de Kök ist ein ehemaliger Kanonenturm aus dem 15. Jahrhundert. Er heißt so, weil die Türme so hoch waren, und „Guck in die Küche“ möglich war. Im Begleitheft zur Tallinn Karte steht zwar „Heute ist es ein High-Tech-Museum“, doch das ist eine Lüge, nix besonderes ist drin, die Etagen sind durchaus kunstvoll, aber von Technik (bis auf die Espressomaschinen pro Ebene) keine Spur. (Stand Oktober 2013.) Direkt daneben sind die Bastion Tunnel, die man nur mit Führung besuchen kann, welche leider nicht jeden Tag in der gewünschten Sprache stattfinden.

Der Turm der St. Olaikirche (Oleviste Church Tower) stammt aus dem Mittelalter und war einst der höchste Turm der Welt. Der ehemals 159 Meter hohe Turm zog Blitze magisch an und brannte mehrmals nieder. Daher ist dieser heute wohl nur noch 124 Meter hoch. Nach aktueller Rechtsprechung darf kein Gebäude mehr höher sein. Viele Treppen liegen zwischen Eingang und Plattform, wenn man das allerdings bezwungen hat, belohnt eine grandiose Aussicht die Strapazen. Allgemein spielt Religion keine große Rolle, daher entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn kein Gebäude höher als die Kirche sein bzw. das obere Kreuz an der Turmspitze sein darf. Der Aufstieg geht definitiv heftig auf die Pumpe, doch die Aussicht ist einfach nur großartig und somit ein Muss in Tallinn.

Direkt neben der „umzäunten“ Altstadt liegt Toompea (Domberg). Die Alexander-Newski-Kathedrale ist eine prächtige russisch-orthodoxe Kirche. Nebenan liegt das Schloss (Toompea Palace) auf dem Domberg, Sitz des PARLIAMENT OF ESTONIA. Das Gebäude ist pink, aber weil pink nicht so cool klingt, hat man einen neuen Namen für die Farbe erfunden, den ich gleich wieder vergessen habe. Estland ist eine parlamentarische Republik und gibt sich sehr volksnah. Die Reiseleiterin erzählt von einem Vorfall, dass der Ministerpräsident (?) mit einem Touristen in die Kneipe ging. Überhaupt ist Estland sehr fortschrittlich: Wahlen sind per Internet und sogar per SMS möglich, das Parlament versucht auf Papier zu verzichten und Dokumente systematisch zu digitalisieren; kein Wunder, dass das Land auch E-Stonia heißt. Die Verfassung garantiert allen Einwohnern den Zugang zum Internet, wobei die Abdeckung in der Stadt auch nicht auf 100 % kommt. Skype und Kazaa kommt aus Estland, worauf gerne die Gespräche kommen (sagt unsere Reiseleiterin). Estland ist im Bereich der freien Presse vom dritten auf den 11. Platz gefallen, liegt bei Internet-Freiheit 2013 auf Platz zwei, was weltweit gesehen Spitzenposition sind. Estland verfügt über eigene Streitkräfte und Militärdienst ist Pflicht, wozu unsere Reiseleiterin sagt, dass die Jungs nach 3 Monaten schnell pummelig werden.

Vom Parlament bis zum Stenbock House ist es auch nicht weit – es wurde zur gleichen Zeit gebaut – und ist ein schöner Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt.

Die großen Fährschiffe nach Finnland und Schweden liegen imponierend im Hafen. An den auf alkoholischen Getränken spezialisierten Geschäften lässt sich ablesen, dass in den angefahrenen Ländern Alkohol zwar gerne konsumiert wird, aber wohl so teuer wie Gold sein muss. In Estland ist heimischer Alkohol relativ günstig. Typisch für Estland ist der Likör Vana Tallinn, warmer Gewürzwein (erinnert an Glühwein) und Bier (Saku).

Auf dem Web vom Hafen kam ich am Stadtviertel Rotermanni vorbei, mit einigen architektonisch interessanten Gebäuden und „wiederbelebten Industriegebäuden“. Dort befindet sich auch  ein Kino mit 11 Sälen, das Coca Cola Plaza.

Hinter dem Bahnhof liegt ein Markt, der neben Früchten und Anziehsachen auch Trödel aus Sowjetischer Zeit verkauft. Die Reiseführerin spricht davon, dass in der Vergangenheit auch Kalashnikovs (AK 47) verkauft wurden.

Fast von gegenüber am Bahnhof lässt sich ein Teil der Stadtmauer sehr schön bewundern und es gibt einen kleinen Park. Die Wehrmauern zählen zu den am Besten erhaltenen in Europa. Oben können Touristen einen Teil besichtigen. Auf der anderen Seite der Altstadt liegt der Hellmann Turm und 200 m Stadt-Mauer, die zwar gut begehbar sind, mich aber nicht so beeindrucken.

Etwas außerhalb, und einen schönen Spaziergang am Hafen vorbei, liegt das Lennusadam, ein wunderbar gemachtes Museum, wenngleich recht kriegerisch in der Ausrichtung. Ich habe das erst gar nicht so richtig wahrgenommen, und wollte nur einen Kaffee trinken, aber als ich dann oben im Café saß und alles überschauen konnte, bin ich nach dem Getränk direkt wieder runter und habe mir ein Ticket (10 €) gekauft. Highlight ist das U-Boot Lembit aus dem Jahr 1936. Dass man selbst hinein kann ist großartig, wobei man natürlich nicht nachvollziehen kann, wie es sich wohl mit der gesamten Besatzung und all dem Lärm angefühlt haben muss.

Die Tallinn Karte nutze ich, um zuerst zum Funkturm zu fahren. Praktisch für mich: hinter dem Bahnhof fahren Straßenbahnen zum Viru Keskus Bus Terminal, denn von dort muss man den Bus 34A zum Teletron nehmen. An meinem Tag steht der Turm im Nebel und daher ist von oben leider wenig zu sehen. Unten gibt es noch einen Vorführraum und schöne bunte Fenster und ein witziger 3D-Kurzfilm wird gezeigt. Wobei mir die Frau am Empfang schon gleich die Pointe verraten hat, was nicht so lustig war.

Essen und Trinken

Teuer ist Tallinn nicht wirklich, man kann gut und günstig essen. In einer Bäckerei nehme ich ein Stück Kuchen für 0,85 € und eine Rumkugel dazu, und muss doch noch einmal nachfragen, ob ich mich bei 1,35 € nicht verhört habe. Nur am direkten Rathausplatz und in den speziellen Touristen-Restaurants wird es schnell teuer.

Das Olde Hansa ist ein mittelalterliches Restaurant (1400 A.D steht selbstbewusst auf der Rechnung) und lässt einige Damen auf alten Instrumenten spielen, um eine wohlige Atmosphäre für die Gäste zu erzeugen. Es gibt Menükarten auf unterschiedlichen Sprachen und Spezialitäten, wie aus dem 15. Jahrhundert (so stellt man sich das jedenfalls vor), allerdings ist das Ganze nicht so günstig, das gilt für das Essen ebenso wir für die Getränke (mein Vana Tallinn macht 4 €). Die Bemerkung auf der Rechnung „Tips are welcome“ muss daher nicht unbedingt sein. Angeschlossen am Restaurant ist auch ein kleiner Shop. Dort kaufe ich mir für 15 € ein kleines Fläschchen „Berry Schnapps“, doch nach dem Genuss bekomme ich schnell Magenkrämpfe (nix mit „makes your soul cheerful“), deutlich besser vertrage ich den Vana Tallinn oder Eesti Vodka. Die Verkäuferin sagt, alles wäre selbst zubereitet, vielleicht ist das auch der Grund, warum sie Vana Tallinn selbst im Shop nicht verkaufen.

Am Rathausplatz liegen auch diverse Restaurants, von denen (vermutlich auch wegen der hohen Preise) unsere Reiseleiterin abrät. Schon in Ordnung wäre das russische Restaurant, in dem ich auch abends ein paar Pelmenis gegessen habe (5,90 €).

Das Maiasmokk ist das älteste Cafe von Estland und existiert seit 1864. Eine gemütliche Einrichtung macht es zum tollen Erlebnis bei einem schmackhaften Stück Kuchen. Es gefällt aber nicht jedem dort, wie man bei TripAdvisor nachlesen kann. Mein Kuchen war absolut perfekt, die heiße Schokolade im guten Durchschnitt.

Im Kehrwieder Cafés bekam ich einen ordentlichen Tiramisu-Kuchen und Mocca-Kaffee.

Der Peppersack liegt in einem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert (andere Quellen sagen 14. Jahrhundert) und befindet sich nicht nur gegenüber der Olde Hansa sondern ist auch im Angebot vergleichbar; es gibt mittelalterliches Essen und abends eine Show.

Es gibt einiges an „traditioneller“ Küche, was ich selbst aber nicht auf den Karten gesehen habe, wie verschiedene Gerichte aus Sülze. Schon eher fand ich marinierten Fisch auf Brot.

Tallinn Karte

Mit der Tallinn-Karte (kurz TC) kann man umsonst die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, und in der Regel alle Museen gratis besuchen. Die Karte ist zeitlich beschränkt, und einmal aktiviert 24 Stunden lang gültig; wer also um 14:00 beginnt, kann die Karte bis zum nächsten Tag 14:00 nutzen und muss nicht sportlich von 9 Uhr morgens bis 18 Uhr abends alles durchziehen. Wer ein wenig betrügen möchte kann die Karte auch weiterhin bei den Museen nutzen, die kein elektronisches Testgerät haben und nur die Kartennummer aufschreiben – so kann man vielleicht noch ein paar Stunden gewinnen, aber bei Eintrittspreisen für 1-2 € ist das eigentlich lächerlich. Der Preis für 24 Std. beträgt 24 €.

Ob sich überhaupt der Kauf der Tallinn Karte lohnt ist eine andere Frage, ich schätze sie als nützliches Utensil, da man sich diese im öffentlichen Nahverkehr einfach nutzen kann und auch in den Museen ohne kleingeldzählen schnell hineinkommt. Wenn man die Werte summiert vermute ich, dass man keinen großen Gewinn macht und natürlich auch ein bisschen an Flexibilität eingebüßt wird, wenn man die Karte ein paar Tage vorher kauft und an dem gebuchten Tag regnet es so stark, dass man keinen Fuß vor die Tür setzen möchte.

Wer mit der Karte Geld sparen möchte sollte bedenken, dass nicht an jedem Tag alle Museen geöffnet haben, Montags ist so ein Tag. Das Heftchen, das es zur Karte  gibt, ist absolut notwendig, denn es zählt nicht nur auf, welche Einrichtungen mit der TC frei sind (oder wie hoch die Gebühr ist), sondern auch zu welchen Zeiten – und ob überhaupt – geöffnet ist.

Unterbringung

Die Unterbringung im Go Hotel Shnelli hatte ich vorher im Internet gebucht, ein Standarddoppelzimmer für 4 Tage, 32 €/Tag. Das Hotel ist in Ordnung, Internet ist frei, inkl. Frühstück in einem ziemlich coolen Restaurant. Mein Zimmer liegt in der 6. Etage und ich habe den Zugverkehr vor den Augen und Ohren, doch nachts ist es ruhig und auch sonst ist das Gebrumme auszuhalten. Die Matratze ist ein bisschen weich und auch nicht sonderlich groß, statt einem King-Size-Bed stehen zwei Einzelbetten nebeneinander. Nachts viel einmal der Wasser aus und auf dem Telefon steht 7 für die Rezeption, sollte aber 77 heißen, sonst erreicht man niemanden. Zwei deutsche TV-Programme gibt es, RTL und Pro 7, ein Röhrenfernseher gibt sie wieder. Unten neben der Lobby ist noch ein recht cooles Café im gelb gehalten.

Unterbringungen gibt es aber in Tallinn zur Genüge, Familien können sich gut auch in Appartements unterbringen, http://www.residence.ee/en/apartments/ sind eine Anlaufstelle, Airbnb natürlich auch.

An-/Abreise

Meinen Flug nach Tallinn nehme ich mit Ryanair und zahle dafür 45,89 € plus später 20 € für einen 15 kg Koffer (eigentlich 16 €, hätte ich nicht später nachgebucht). Um 6:55 geht es pünktlich los, der Flieger ist fast komplett ausgebucht und nach 2:30 Stunden Flugzeug setzt der Flieger in Tallinn Airport (TLL) auf.

In der Stadt kann man sich gut zu Fuß bewegen, Ziele außerhalb sind mit dem Bus oder der Tram erreichbar. Der eine Busterminal liegt noch im Zentrum der Stadt, es gibt noch den „Central Bus Station“ (Autobussijaam), der liegt etwas weiter weg und von dort fahren auch Fernbusse, etwa nach Riga/Litauen. Vom Bahnhof fährt die Linie Nr. 2 (Kopli-Ülemiste) direkt zum Autobussijaam.

Taxis haben keinen guten Ruf, wobei man einfach nur die Augen aufmachen muss. Problem ist, dass Taxis ihre eigenen Tarife (also Startpreis und Preis pro Kilometer) definieren können, und der kann recht hoch sein. Gut für Kunden ist jedoch, dass der Preis immer von außen sichtbar angebracht sein muss. Sind die Preise zu hoch, sucht man sich ein anderes Taxi. Und was teuer aussieht (Mercedes) ist auch teuer.

Am Bahnhof ist nicht viel los, denn der Personeneisenbahnverkehr beschränkt sich im Wesentlichen auf Ziele innerhalb des Landes, wobei es Routen nach St. Petersburg und Moskau gibt.

Am Morgen meiner Abreise nach Riga checke ich aus dem Hotel aus, laufe hinter den Bahnhof zur Tram-Haltestelle, steige in die Nr. 2 wie nötig, doch werde irritiert dadurch, dass ich nicht bezahlen kann; die Dame im Führerhaus weißt mich ab. Ich bin verwirrst, steige wieder aus, will schon ein Taxi nehmen, frage aber im Reisebüro um die Ecke noch einmal nach, ob ich etwas falsch gemacht habe und nicht bar bezahlen kann. „Doch!“ sagt man mir, also laufe ich zurück, steige in die nächste Nr. 2 und dann ist das Zahlen kein Problem. Sehr merkwürdig. 1,60 € bringen mich zum Bus-Terminal, mit der Chip-Karte wären 1,10 € fällig. Die Abfahrt ist pünktlich um 12:45 vom kleinen doch sympathischen Bus-Bahnhof, etwa um 17:00 komme ich an der Riga Coach Station an.

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