Namibia war mein erstes richtiges afrikanisches Land, und ich war viermal dort: April 2008, Dezember 2008, Oktober 2010 und November 2011. Diese Seite fasst zusammen, was sich aus meiner Sicht lohnt und was nicht. Die Geschichten dazu stehen in den verlinkten Reiseberichten.
Kurz gesagt: Namibia ist ein Land für Selbstfahrer. Die Weite der Landschaft ist traumhaft, nachts leuchtet die Milchstraße so klar wie nirgends in Deutschland, und das Land gilt als sicher und touristisch gut erschlossen. Die Städte sind dagegen eher Durchgangsstationen. Mit gut 3 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2023) auf mehr als doppelt so viel Fläche wie Deutschland ist man oft stundenlang allein unterwegs.
Bevölkerungsentwicklung in Namibia
| Jahr | Volkszählung | Projektion |
|---|---|---|
| 1981 | 1 033 196 | – |
| 1991 | 1 409 920 | – |
| 2001 | 1 830 330 | – |
| 2011 | 2 113 077 | – |
| 2023 | 3 022 401 | 2 978 967 |
| 2024 | – | 3 048 184 |
| 2025 | – | 3 117 755 |
| 2026 | – | 3 187 766 |
Der Volkszählungswert für 1981 stammt aus der National Population Policy.
Die Projektion stammt aus den Bevölkerungsprojektionen 2023–2053 der Namibia Statistics Agency. Für 2026 ergibt das rund 3,19 Millionen Einwohner im mittleren Szenario; es handelt sich um eine Modellrechnung, keine neue Volkszählung.
Windhoek
WindhoekWindhoekStadt / OrtNamibia22,55941° S · 17,08323° O1700 m ü. NNHauptstadt in Namibia.Google Maps ist ein angenehmes, aber ruhiges Nest; nach Sonnenuntergang sind die Straßen leer. Ein Tag reicht: ChristuskircheChristuskircheKircheWindhoek · Namibia22,567754° S · 17,08732° OGoogle Maps , das Parlament im TintenpalastTintenpalastÖffentliches GebäudeWindhoek · Namibia22,566581° S · 17,089167° OGoogle Maps (2008 gab es eine spontane kostenlose Führung) und, mit einem Taxifahrer, das Township Katutura. Wer eine schicke afrikanische Stadt erleben will, fährt nach Kapstadt.
- Essen und Kaffee: Joe’s BeerhouseJoe’s BeerhouseRestaurantWindhoek · Namibia22,550807° S · 17,090457° OGoogle Maps für die Atmosphäre, das Café ZooCafé ZooCaféWindhoek · Namibia22,566876° S · 17,08483° OGoogle Maps im Park, die Bar oben im HiltonHiltonUnterkunftWindhoek · Namibia22,570392° S · 17,085385° OHilton · Hilton Hotels & Resorts (heutige Zuordnung)Google Maps für den Blick über die Stadt. → Namibia 2011
- Übernachten: Die Chameleon Backpackers LodgeChameleon Backpackers LodgeUnterkunftWindhoek · Namibia22,573669° S · 17,081653° OGoogle Maps ist mein Stammquartier – gute Atmosphäre, viele Reisende, aber rechtzeitig reservieren und die Reservierung bestätigen lassen. → Namibia 2010
- Umgebung: Der Daan-Viljoen-WildparkDaan-Viljoen-WildparkPark oder SchutzgebietWindhoek · Namibia22,528294° S · 16,971438° OGoogle Maps 20 km außerhalb ist nett, aber keine Tiergarantie. → April 2008
Etoscha-Nationalpark
Der Etoscha-NationalparkEtoscha-NationalparkPark oder SchutzgebietEtoscha · Namibia18,991331° S · 15,746055° OGoogle Maps ist das Highlight für Tierbeobachtung. Meine Erfahrungen:
- Camps: Die Reihenfolge der Camps ergibt sich aus der Fahrtrichtung (Namutoni im Osten, Halali in der Mitte, Okaukuejo im Westen). Die staatlich geführten Camps sind einfach, Service und Essen mäßig – das beleuchtete Wasserloch ist trotzdem ein Erlebnis.
- Tiere finden: Als Laie fährt man leicht stundenlang durch den Busch, ohne etwas zu sehen. Die geführte Frühsafari ab dem Camp lohnt sich (bei uns: Löwen nach wenigen Minuten). Tipp: Wo Safari-Fahrzeuge mit Wildhütern halten, auch halten.
- Anfahrt: Aus Windhoek ein langer Tag; Übernachtung in TsumebTsumebStadt / OrtNamibia19,24842° S · 17,71345° O1309 m ü. NNOrt in Namibia.Google Maps bietet sich an.
Swakopmund und die Küste
- SwakopmundSwakopmundStadt / OrtNamibia22,67842° S · 14,52663° O18 m ü. NNOrt in Namibia.Google Maps : viel deutsches Flair, Kuchen und guter Fisch, angenehmes Klima. Absolutes Muss ist eine Quad-Tour durch die Dünen – wer das gemacht hat, kann sich die Dünen von Sossusvlei zur Not sparen. → April 2008
- Anreise per Zug: Der StarLine von Otjiwarongo nach Swakopmund ist ein Erlebnis, aber unpünktlich und ohne Speisewagen – Ankunft mitten in der Nacht.
- Walvis BayWalvis BayStadt / OrtNamibia22,9575° S · 14,50528° O6 m ü. NNOrt in Namibia.Google Maps : muss man nicht gesehen haben.
- Cape CrossCape CrossPark oder SchutzgebietCape Cross · Namibia21,763359° S · 13,96457° OGoogle Maps : riesige Robbenkolonie – eindrucksvoll, aber es stinkt gewaltig.
- Skelettküste: Wracks alle paar Meter sind ein Mythos; ich habe genau eines gesehen. Pisten sind rau, platte Reifen häufig.
- Baden: nur für Abgehärtete, das Wasser ist eiskalt.
Der Norden: Kavango und Ovamboland
Im Norden ist Namibia dichter besiedelt und afrikanischer, mit wenigen Touristen. → Namibia 2011
- RunduRunduStadt / OrtNamibia17,91796° S · 19,77314° O1114 m ü. NNOrt in Namibia.Google Maps am Okavango: Grenzstadt zu Angola, Lodges am Fluss (Tambuti Lodge zum Essen). Unterkünfte sind knapp, auch bestätigte Reservierungen sind nicht immer sicher.
- OtjikotoseeOtjikotoseeSeeTsumeb · Namibia19,194792° S · 17,549698° OGoogle Maps bei Tsumeb: kleiner Karstsee, in dem 1915 die Schutztruppe ihre Waffen versenkte – kurzer, lohnender Stopp.
- Ruacana-FälleRuacana-FälleNaturdenkmalRuacana · Namibia17,393135° S · 14,218135° OGoogle Maps : direkt an der Grenze zu Angola. Spektakulär nur in der Regenzeit (etwa Januar bis Juni); im November ein Rinnsal.
- Ombalantu Baobab TreeOmbalantu Baobab TreeNaturdenkmalOutapi · Namibia17,511884° S · 14,987744° OGoogle Maps in Outapi: ein Affenbrotbaum mit einer Minikirche im Inneren – einer der originellsten Orte des Landes.
- Übernachten: Das Protea Hotel OndangwaProtea Hotel OndangwaUnterkunftOndangwa · Namibia17,903161° S · 15,969181° OMarriott International · Protea Hotels — Heutige MarkenzugehörigkeitGoogle Maps ist die komfortable Option in der Region.
- Politik: Weil nördlich der Etoscha die meisten Menschen leben, konzentrierte sich der Wahlkampf zur Zeit meiner Reisen 2008/09 dort; andere Städte vernachlässigten die Politiker eher.
Der Süden
- Fish River CanyonFish River CanyonNaturdenkmalFish River Canyon · Namibia27,610164° S · 17,606075° OGoogle Maps : einer der großen Canyons der Welt und für mich eines der Highlights Namibias. → Januar 2009
- Ai-Ais: heiße Quellen am Ende des Canyons, schöne Lodge für ein paar Stunden – aber keine Fontäne, nur ein Pool. → Namibia 2011
- LüderitzLüderitzStadt / OrtNamibia26,64807° S · 15,15383° O16 m ü. NNOrt in Namibia.Google Maps : wirkt wie Deutschland in den 50er-Jahren – schön. → Januar 2009
- SossusvleiSossusvleiNaturdenkmalSossusvlei · Namibia24,739534° S · 15,29236° OGoogle Maps : die berühmten roten Dünen; die Anfahrt ist überwiegend Piste und beschwerlich. → Januar 2009
- Keetmanshoop und Mariental: reine Übernachtungsstopps. Wichtig: Nicht zu spät eine Unterkunft suchen – Hotels nehmen abends oft nicht mehr ab, und bei Veranstaltungen ist alles ausgebucht. Das Canyon Hotel in Keetmanshoop hat rund um die Uhr geöffnet.
Praktisches
- Anreise: Direktflüge gibt es heute mit Discover Airlines ab Frankfurt und München. Condor hat die Verbindung ab Frankfurt für Juni 2027 angekündigt. Air Berlin und Air Namibia, mit denen ich früher flog, existieren nicht mehr. Aus Südafrika und Sambia fährt Intercape.
- Mietwagen: am besten schon am Flughafen reservieren; Hin- und Rücktransfer ohne Auto ist mühsam, öffentliche Busse zum Flughafen gibt es nicht. Ein Geländewagen ist abseits der Hauptstraßen von Vorteil, Ersatzreifen ist Pflicht.
- Verkehr: Linksverkehr. Nachtfahrten vermeiden.
- Grenzübergänge mit dem Mietwagen: nach Südafrika problemlos (Papiere fürs Auto an separaten Schaltern). Bei der Einreise nach Namibia wird eine „Road Fee“ fällig.
- Internet: In kleineren Orten waren Tankstellen-Wimpys oft der einzige zuverlässige WLAN-Hotspot – das Essen dort ist allerdings nicht der Rede wert.
- Essen: Fleisch, Fleisch, Fleisch. Gemüse ist selten (bis auf eine Kürbisart), Vegetarisches ist rar; südafrikanische Ketten wie Steers sind in Ordnung.